Waldorfpädagogik (weiterführend)
Was ist Waldorfpädagogik (weiterführend)?
In Deutschland ist für die Ausübung dieses Berufs in der Regel ein universitärer Bachelor-Abschluss in Lehramt, Pädagogik oder einem verwandten sozialwissenschaftlichen Bereich erforderlich, gefolgt von der Absolvierung eines Weiterbildungsprogramms, das unter dem Namen „Waldorfpädagogik (weiterführend)“ angeboten wird. Diese Weiterbildungsprogramme umfassen die theoretischen Grundlagen der Waldorfpädagogik, ihren Lehrplan, pädagogische Methoden und praktische Anwendungstechniken. Die Dauer der Programme variiert je nach Institution, kann aber im Allgemeinen mehrere Semester oder Jahre betragen. Für türkische Studierende oder Fachkräfte ist es wichtig, dass diejenigen, die in diesem Bereich in Deutschland arbeiten möchten, ihre bestehenden Bachelor-Abschlüsse in Deutschland anerkennen lassen und über ausreichende Deutschkenntnisse (in der Regel C1-Niveau) für die Zulassung zu den Weiterbildungsprogrammen verfügen. Die internationale Ausrichtung der Waldorfschulen und ihre weite Verbreitung in Deutschland können vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten für Personen bieten, die sich auf dieses Fachgebiet spezialisieren.
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Sozialwissenschaften →Der Beruf Waldorfpädagogik (weiterführend) in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Sozialwissenschaften:
- Arabistik/Islamwissenschaft
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Christianity in Global Transformations
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Geschichte
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Psychologie
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Sprechwissenschaft
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Wissenschaft vom Christlichen Orient
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Detaillierte Informationen
▶ Lernorte
Das Studium findet an Fachhochschulen und Kunsthochschulen statt.Lernorte sind an der Hochschule: Hörsäle, Seminar- und Übungsräume, Sprachlabors, Bibliotheken, Computerlabors, Werkstättenzu Hause (z.B. Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen, Anfertigen von Hausarbeiten; ggf. Teilnahme an Online-Lehrveranstaltungen)
▶ Studiendauer
Regelstudiendauer: 2-4 Semester
▶ Studienkosten
Studienkosten Einschreib- und Verwaltungsgebühren sowie Semesterbeiträge (z.B. für das Studierendenwerk, die verfasste Studierendenschaft, Semesterticket)ggf. Studiengebühren Gebühren für "Langzeitstudierende", für ein Zweitstudium oder nach Verbrauch eines festgesetzten Studienguthabens Aufwendungen für Lernmittel und Studienbedarf, z.B. für Fachliteratur, Exkursionen Beiträge für eine studentische Krankenversicherung (i.d.R. bei Überschreiten der Altersgrenze von 25 Jahren oder bestimmter Einkommensgrenzen)FörderungsmöglichkeitenInformationen: Deutsches Studierendenwerk - FinanzierungsmöglichkeitenBundesgesetz über individuelle Förderung der Ausbildung (Bundesausbildungsförderungsgesetz - BAföG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 07.12.2010 (BGBl. I S. 1952), zuletzt geändert durch Artikel 11 Abs. 1 des Gesetzes vom 16.04.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 107)
▶ Studieninhalte
Pflichtmodule, z.B.:Erziehung und BildungDidaktik und MethodikPädagogische PraxisPädagogische Praxisforschung und Pädagogische PraxisPersönlichkeitsbildende und unterrichtsimmanente KünsteSchulentwicklung und GesellschaftSonderpädagogische Förderschwerpunkte/geistige und sozial-emotionale EntwicklungWaldorfpädagogik im DialogWahlpflichtmodule, z.B.:Erkenntnis und WissenschaftstheorieEthikGartenbauHandarbeitMusikSport und GymnastikWerkenPraktische Studieninhalte:Ggf. Praktika (z.B. an Waldorfschulen), Exkursionen
▶ Studiensituation
Auf folgende Bedingungen und Anforderungen sollte man sich einstellen:Lehrveranstaltungen: während des Semesters in den Hörsälen und Seminarräumen der Hochschule Vorlesungen und Seminare besuchen; ggf. zu Hause an Online-Lehrveranstaltungen teilnehmenBerufsbegleitendes Studium: unter der Woche tagsüber im Beruf tätig und in den Abendstunden oder am Wochenende an der Hochschule Praktische Übungen: z.B. in Seminarräumen Übungen in den Fachdidaktiken durchführen Eigenständige Arbeit: Lehrveranstaltungen vor- und nachbereiten, in Bibliotheken recherchieren, Referate vorbereiten, Hausarbeiten anfertigen (auch in der vorlesungsfreien Zeit)Wissenschaftliche Forschung: Fertigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten vertiefen Organisation und Planung: das Studium eigenverantwortlich planen, vorgegebene Studienzeiten einhalten, Studien- und Prüfungsleistungen rechtzeitig erbringen (Selbstdisziplin und Organisationstalent erforderlich)Berufsvorbereitung: Praktika an Waldorfschulen absolvieren, Berufseinstieg vorbereiten
▶ Studienalternativen
Folgende Studienfächer können Alternativen für das Studienfach Waldorfpädagogik (weiterführend) sein:Bereich Erziehung, Schule, Aus- und WeiterbildungKunstpädagogik (weiterführend)Musikpädagogik (weiterführend)Theaterpädagogik (weiterführend)Rehabilitations-, Sonderpädagogik (weiterführend)Erziehungs-, Bildungswissenschaft (weiterführend)Kindheitspädagogik (weiterführend)Pädagogische Psychologie (weiterführend)Lehramt an Grundschulen (weiterführend)Lehramt für Schularten der Sekundarstufe I (weiterführend)Lehramt an Gymnasien (weiterführend)Lehramt an Förderschulen/für Sonderpädagogik (weiterführend)Bildungsmanagement (weiterführend)Lehramt an berufsbildenden/beruflichen Schulen/Berufskollegs (weiterführend)Gemeinsamkeiten:pädagogische, fachwissenschaftliche und fachdidaktische Kenntnisse erwerbenMethoden der Wissensvermittlung und Pädagogik einüben und anwenden
▶ Zugangsstudienfächer
Hochschulen setzen z.B. folgende Abschlüsse voraus:Waldorfpädagogik (grundständig)Lehramt an Förderschulen/für Sonderpädagogik (grundständig außer Staatsexamen)Lehramt an Gymnasien (grundständig außer Staatsexamen)Lehramt an Grundschulen (grundständig außer Staatsexamen)Lehramt für Schularten der Sekundarstufe I (grundständig außer Staatsexamen)
▶ Zusatzqualifikationen
Zusatz- und Schlüsselqualifikationen erleichtern einen erfolgreichen Berufseinstieg. Folgende Themen kommen z.B. infrage:InformationsverarbeitungPräsentationstechnikRhetorikAuch Wahlpflicht- und Wahlmodule wie z.B. Ethik können Zusatzqualifikationen vermitteln.Praktika z.B. an Waldorfschulen bereiten gezielt auf das Berufsleben vor. Angebote zum Erwerb von Zusatz- und Schlüsselqualifikationen finden sich bei den Career Centern der Hochschulen (siehe Kontaktdaten der jeweiligen Hochschule):Hochschulen in Deutschland - Hochschulsuche des Hochschulkompass
▶ Das Studium im Überblick
Das weiterführende Studienfach Waldorfpädagogik vertieft die im grundständigen Studienfach und ggf. während einer Berufstätigkeit erworbenen Kenntnisse.Das Studium führt zu einem zweiten Hochschulabschluss.Waldorfpädagogik gibt es auch als Teilzeitstudiengang.
▶ Studiengangsbezeichnungen
BeispieleInternational Masters for Class and Subject Teachers (Master)Klassen- und Fachlehrer/Klassen- und Fachlehrerin an Waldorfschulen (Master)Oberstufenlehrer/Oberstufenlehrerin an Waldorfschulen (Master)Waldorfpädagogik (Master)
▶ Mögliche Tätigkeitsfelder
Für Masterabsolventen der Waldorfpädagogik bieten sich unterschiedliche Tätigkeitsfelder im Bildungsbereich und in der freien Wirtschaft an, z.B. Bildungs-, Berufsberatung oder Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen.Wer eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule anstrebt, muss i.d.R. promovieren. Eine Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft und Forschung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.
▶ Entwicklung des Studienfachs
1928:Begründung der Waldorfpädagogik durch Rudolf SteinerEinrichtung des ersten Seminars für Waldorfpädagogik an der Freien Hochschule Stuttgart: zunächst die einzige Ausbildungsstätte (nur akademische Weiterbildung nach Abschluss eines grundständigen Studiums)1973:Etablierung des ersten grundständigen Studiengangs1999:staatliche Anerkennung des grundständigen Studiengangs1999:Beginn des Bologna-Prozesses: Reform der europäischen Hochschullandschaft u.a. mit folgenden Zielen:Schaffung eines einheitlichen europäischen HochschulraumsHarmonisierung von Studiengängen und Studienabschlüssen: Einführung von Bachelor- und MasterstudiengängenVerbesserung der Mobilität von Studierenden und Lehrenden
▶ Abschluss-/Berufsbezeichnungen
AbschlussgradMaster of Arts (M.A.)
▶ Vergütung während des Studiums
Während des Studiums erhält man keine Vergütung.Für Praxisphasen kann eine Entlohnung vereinbart werden.
▶ Rechtliche Regelungen für das Studium
BundesebeneHochschulrahmengesetz (HRG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 19.01.1999 (BGBl. I S. 18), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 15.11.2019 (BGBl. I S. 1622)Ländergemeinsame Strukturvorgaben gemäß § 9 Absatz 2 HRG für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen (Beschluss der KMK vom 10.10.2003 i.d.F. vom 04.02.2010)Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse (Im Zusammenwirken von Hochschulrektorenkonferenz, Kultusministerkonferenz und in Abstimmung mit Bundesministerium für Bildung und Forschung erarbeitet und von der Kultusministerkonferenz am 16.02.2017 beschlossen)LandesebeneHochschulgesetze in Verbindung mit Verwaltungsvorschriften, z.B. über die Akkreditierung von StudiengängenQualifikations- oder HochschulzugangsverordnungenHochschulebeneSatzung der Hochschule Studien- und Prüfungsordnungen für die Studiengänge im jeweiligen Studienfach
▶ Zugangsvoraussetzungen für das Studium
Voraussetzung für das Studium ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss; meist wird ein grundständiges Studium im Studienfach Waldorfpädagogik vorausgesetzt.Je nach Hochschule erfolgt ein hochschulinternes Auswahlverfahren. Auswahlkriterien sind z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium.
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Waldorfpädagogik (weiterführend)
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Waldorfpädagogik (weiterführend) in Deutschland? ▼
Waldorfpädagogik-Spezialisten sind Pädagogen, die die von Rudolf Steiner entwickelte Bildungsphilosophie anwenden, die auf anthroposophischen Prinzipien basiert und auf die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen abzielt. Diese Weiterbildung ermöglicht es bestehenden Lehrkräften, Pädagogen oder Fachkräften mit Abschlüssen in verwandten sozialwissenschaftlichen Bereichen, sich tiefgreifend für die Arbeit in Waldorfschulen, Kindergärten oder heilpädagogischen Einrichtungen zu spezialisieren. Zu ihren Aufgaben gehört es, die kognitiven, emotionalen, künstlerischen und praktischen Fähigkeiten der Kinder ausgewogen zu entwickeln, ihre Kreativität zu fördern und das Lernen mit dem Leben zu verbinden. Waldorfpädagogen bereichern den Unterrichtsinhalt mit künstlerischen und praktischen Aktivitäten; sie fördern das Lernen durch den Einsatz verschiedener Methoden wie Geschichtenerzählen, Musik, Malen, Handarbeit, rhythmische Bewegungen und Naturbeobachtungen. Ihre Arbeitsumfelder sind typischerweise Waldorfschulen, Kindergärten, heilpädagogische Einrichtungen oder andere Bildungsprojekte, die die Waldorfpädagogik anwenden.
In Deutschland ist für die Ausübung dieses Berufs in der Regel ein universitärer Bachelor-Abschluss in Lehramt, Pädagogik oder einem verwandten sozialwissenschaftlichen Bereich erforderlich, gefolgt von der Absolvierung eines Weiterbildungsprogramms, das unter dem Namen „Waldorfpädagogik (weiterführend)“ angeboten wird. Diese Weiterbildungsprogramme umfassen die theoretischen Grundlagen der Waldorfpädagogik, ihren Lehrplan, pädagogische Methoden und praktische Anwendungstechniken. Die Dauer der Programme variiert je nach Institution, kann aber im Allgemeinen mehrere Semester oder Jahre betragen. Für türkische Studierende oder Fachkräfte ist es wichtig, dass diejenigen, die in diesem Bereich in Deutschland arbeiten möchten, ihre bestehenden Bachelor-Abschlüsse in Deutschland anerkennen lassen und über ausreichende Deutschkenntnisse (in der Regel C1-Niveau) für die Zulassung zu den Weiterbildungsprogrammen verfügen. Die internationale Ausrichtung der Waldorfschulen und ihre weite Verbreitung in Deutschland können vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten für Personen bieten, die sich auf dieses Fachgebiet spezialisieren.
Ist Waldorfpädagogik (weiterführend) eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Waldorfpädagogik (weiterführend)" einer Weiterbildung — fortgeschrittene Spezialisierung, die auf einer bestehenden Ausbildung oder einem Abschluss aufbaut (z. B. Meister, Fachwirt, zertifizierter Kurs).
Wie kann ich in Deutschland als Waldorfpädagogik (weiterführend) qualifiziert werden? ▼
Voraussetzung für das Studium ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss; meist wird ein grundständiges Studium im Studienfach Waldorfpädagogik vorausgesetzt.Je nach Hochschule erfolgt ein hochschulinternes Auswahlverfahren. Auswahlkriterien sind z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium.
Wo arbeiten Waldorfpädagogik (weiterführend) in Deutschland typischerweise? ▼
Das Studium findet an Fachhochschulen und Kunsthochschulen statt.Lernorte sind an der Hochschule: Hörsäle, Seminar- und Übungsräume, Sprachlabors, Bibliotheken, Computerlabors, Werkstättenzu Hause (z.B. Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen, Anfertigen von Hausarbeiten; ggf. Teilnahme an Online-Lehrveranstaltungen)
Wie hoch ist das typische Gehalt für Waldorfpädagogik (weiterführend) in Deutschland? ▼
Während des Studiums erhält man keine Vergütung.Für Praxisphasen kann eine Entlohnung vereinbart werden.