Was ist Mediator/Mediatorin?
Steckbrief
Berufstyp: Weiterbildungsberuf Weiterbildungsart: Weiterbildung nach bundesweit einheitlicher Regelung Weiterbildungsdauer: Unterschiedlich, 5-12 Monate (Teilzeit) - je nach Bildungsangebot und Lernform
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Sozialwissenschaften →Der Beruf Mediator/Mediatorin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Sozialwissenschaften:
- Arabistik/Islamwissenschaft
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Christianity in Global Transformations
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Geschichte
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Psychologie
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Sprechwissenschaft
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Wissenschaft vom Christlichen Orient
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Detaillierte Informationen
▶ Lernorte
Die Weiterbildung findet an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen statt.Lernorte sindbei Präsenzveranstaltungen: Schulungsräumebei kombinierten Lernformen (z.B. Blended Learning): Schulungsräume bei Präsenzveranstaltungen, zu Hause bei Online-Lerneinheiten
▶ Steckbrief
BerufstypWeiterbildungsberufWeiterbildungsartWeiterbildung nach bundesweit einheitlicher RegelungWeiterbildungsdauerUnterschiedlich, 5-12 Monate (Teilzeit) - je nach Bildungsangebot und LernformAufgaben und TätigkeitenMediatoren und Mediatorinnen tragen dazu bei, Streitigkeiten auf freiwilliger Basis ohne Gerichtsverfahren beizulegen. Sie sind als neutrale Vermittelnde nicht am Konflikt beteiligt, vertreten die Interessen aller Beteiligten und haben das Ziel, Konflikte sowohl auf der sachlichen und als auch auf der persönlichen Ebene beizulegen. Dabei helfen sie den Konfliktparteien, Ziele festzulegen, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam eine für alle vorteilhafte Lösung zu finden. Sie studieren die Akten, wägen die Umstände ab und geben den Beteiligten die Möglichkeit, ihre jeweilige Sicht der Sachlage darzustellen. Schließlich strukturieren und begleiten sie die Verhandlungen und erarbeiten gemeinsam mit den Beteiligten eine Lösung, die am Ende in einer rechtlich bindenden Vereinbarung niedergelegt werden kann. Mögliche Einsatzbereiche sind z.B. die Familien-, Wirtschafts-, Umwelt- oder auch Nachbarschaftsmediation.Arbeitsbereiche und -orteBeschäftigungsbetriebe:Mediatoren und Mediatorinnen sind beschäftigt in Kanzleien bzw. Praxen für Mediationbei Unternehmensberatungenin psychotherapeutischen Praxen und Einrichtungen des Sozialwesensin Aus- und Weiterbildungseinrichtungen für MediationArbeitsorte:Mediatoren und Mediatorinnen arbeiten meistin Büro- und Besprechungsräumenb...
▶ Weiterbildungsdauer
Unterschiedlich, je nach Bildungsangebot und Lernform: Teilzeit: 5-12 Monate
▶ Weiterbildungsaufbau
Stundenverteilung (beispielhaft):Einführung und Grundlagen der Mediation: 18 StundenAblauf und Rahmenbedingungen der Mediation: 40 StundenVerhandlungstechniken und -kompetenz: 12 StundenGesprächsführung, Kommunikationstechniken: 18 StundenKonfliktkompetenz: 12 StundenRecht der Mediation: 6 StundenRecht in der Mediation: 12 StundenPersönliche Kompetenz, Haltung und Rollenverständnis: 12 StundenGesamtstundenzahl: 130 StundenHinzu kommen fünf supervidierte Mediationen, welche die Ausbildungsteilnehmenden als Mediator/in oder Co-Mediator/in durchgeführt haben.
▶ Weiterbildungskosten
Für den Besuch von Weiterbildungslehrgängen fallen Lehrgangsgebühren an, für die Prüfung ggf. Prüfungsgebühren. Ggf. entstehen weitere Kosten, z.B. für Arbeitsmaterialien, Fahrten zur Weiterbildungsstätte oder für auswärtige Unterbringung.FörderungsmöglichkeitenFörderung besonders begabter junger Fachkräfte: Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) - Weiterbildungsstipendium
▶ Weiterbildungsinhalte
Einführung und Grundlagen der Mediation, z.B. Abgrenzung der Mediation zum streitigen Verfahren Ablauf und Rahmenbedingungen der Mediation, z.B. Besonderheiten unterschiedlicher Settings in der MediationVerhandlungstechniken und -kompetenz, z.B. Verhandlungsführung und VerhandlungsmanagementGesprächsführung, Kommunikationstechniken, z.B. Visualisierungs- und Moderationstechniken Konfliktkompetenz, z.B. InterventionstechnikenRecht der Mediation, z.B. Mediatorvertrag, Berufsrecht, VerschwiegenheitRecht in der Mediation, z.B. Rolle des Rechts in der MediationPersönliche Kompetenz, Haltung und Rollenverständnis, z.B. Rollendefinition, Rollenkonflikte
▶ Wichtige Vorkenntnisse
Vertiefte Kenntnisse in folgenden Bereichen sind gute Voraussetzungen, um die Weiterbildung erfolgreich zu absolvieren:Psychologie: z.B. um kompetente Mediationsgespräche und Verhandlungen zu führenRecht: z.B. um sich mit der Rolle des Rechts in der Mediation auseinanderzusetzen
▶ Weiterbildungssituation
Die Weiterbildung besteht aus theoretischem Unterricht und praktischen Übungen bzw. Rollenspielen sowie fünf supervidierten Mediationen.Je nach Bildungsanbieter sollte man sich auf folgende Bedingungen einstellen:Unterrichtszeitbei Teilzeitunterricht: i.d.R. berufsbegleitende Weiterbildung am Wochenende oder am AbendLernformbei Präsenzveranstaltungen: Unterricht im Klassenverband an der Bildungseinrichtung (ggf. nicht am Wohnort)bei kombinierten Lernformen (z.B. Blended Learning): mindestens 60% Präsenzveranstaltungen im Klassenverband an der Bildungseinrichtung und bis zu 40% des Unterrichts in virtueller Form
▶ Weiterbildung im Ausland
Für eine Weiterbildung im Ausland gibt es z.B. folgende Möglichkeiten:ÖsterreichWeiterbildungsangebote: AMS - Arbeitsmarktservice Österreich - Weiterbildungsdatenbank(z.B. mit dem Suchbegriff "Mediator/in")SchweizWeiterbildungsangebote: wab - Die Weiterbildungsdatenbank der Schweiz(z.B. mit dem Suchbegriff "Mediator/in")Dokumentation beruflicher AuslandserfahrungenDer Europass bietet die Möglichkeit, im Ausland absolvierte Lernaufenthalte zu dokumentieren.Weitere Informationen zum Europass
▶ Weiterbildungsvergütung
Die Teilnahme an einer Weiterbildung wird nicht vergütet.
▶ Weiterbildungsalternativen
Folgende Weiterbildungsalternativen bieten sich für den Beruf Mediator/in an:Bereich Religion und KircheDiakon/Diakonin (evangelisch)Diakon (katholisch)Gemeinsamkeit:Hilfestellungen in unterschiedlichen Konfliktsituationen gebenBereich Recht und VerwaltungGeprüfter Rechtsfachwirt/Geprüfte RechtsfachwirtinGemeinsamkeit:Personen betreuen und zwischen Konfliktparteien vermitteln
▶ Entwicklung der Weiterbildung
2017:Verordnung über die Aus- und Fortbildung zum zertifizierten Mediator/zur zertifizierten Mediatorin tritt in Kraft2020:Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und der Handwerksordnung (HWO): u.a. Einführung der Weiterbildungsabschlüsse "Geprüfte/r Berufsspezialist/in", "Bachelor Professional" und "Master Professional", um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu betonen. Das Führen der Berufsbezeichnungen ist abhängig vom Erlass entsprechender neuer Fortbildungsregelungen.
▶ Abschluss-/Berufsbezeichnungen
AbschlussbezeichnungZertifizierter Mediator/Zertifizierte Mediatorin
▶ Die Weiterbildung im Überblick
Zertifizierter Mediator bzw. Zertifizierte Mediatorin ist eine berufliche Weiterbildung. Sie ist bundesweit einheitlich geregelt.Die Weiterbildung dauert in Teilzeit ca. 5-12 Monate.Es gibt auch Bildungsangebote nach internen Regelungen.
▶ Perspektiven nach der Weiterbildung
Die passende Beschäftigung finden Nach ihrer Weiterbildung arbeiten Mediatoren und Mediatorinnen z.B. in Kanzleien bzw. Praxen für Mediation oder bei Unternehmensberatern.Die Beschäftigungsfähigkeit sichernFür zertifizierte Mediatoren und Mediatorinnen ist die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen vorgeschrieben. Durch Anpassungsweiterbildung hält man seine Fachkenntnisse aktuell, bringt sie auf den neuesten Stand und erweitert sie. Das Themenspektrum reicht dabei von Konfliktmanagement bis hin zu Rechtsgebieten.Beruflich weiterkommenMit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Coaching, Beratung, Supervision erwerben.Sich selbstständig machenAuch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einer eigenen Mediationskanzlei bzw. -praxis.
▶ Rechtliche Regelungen für die Weiterbildung
Rechtsvorschriften (Weiterbildung/Tätigkeit)Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung - ZMediatAusbV) vom 21.08.2016 (BGBl. I S. 1994), zuletzt geändert durch Verordnung vom 11.07.2023 (BGBl. 2024 I Nr. 185)Mediationsgesetz (MediationsG) vom 21.07.2012 (BGBl. I S. 1577), geändert durch Artikel 135 der Verordnung vom 31.08.2015 (BGBl. I S. 1474)
▶ Zugangsvoraussetzungen für die Weiterbildung
Eine bestimmte berufliche Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildung ist je nach Bildungseinrichtung z.B. eine Berufstätigkeit im sozialen, juristischen oder psychologischen Bereich.
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Mediator/Mediatorin
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Mediator/Mediatorin in Deutschland? ▼
Aufgaben und TätigkeitenMediatoren und Mediatorinnen tragen dazu bei, Streitigkeiten auf freiwilliger Basis ohne Gerichtsverfahren beizulegen. Sie sind als neutrale Vermittelnde nicht am Konflikt beteiligt, vertreten die Interessen aller Beteiligten und haben das Ziel, Konflikte sowohl auf der sachlichen und als auch auf der persönlichen Ebene beizulegen. Dabei helfen sie den Konfliktparteien, Ziele festzulegen, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam eine für alle vorteilhafte Lösung zu finden. Sie studieren die Akten, wägen die Umstände ab und geben den Beteiligten die Möglichkeit, ihre jeweilige Sicht der Sachlage darzustellen. Schließlich strukturieren und begleiten sie die Verhandlungen und erarbeiten gemeinsam mit den Beteiligten eine Lösung, die am Ende in einer rechtlich bindenden Vereinbarung niedergelegt werden kann. Mögliche Einsatzbereiche sind z.B. die Familien-, Wirtschafts-, Umwelt- oder auch Nachbarschaftsmediation.Arbeitsbereiche und -orteBeschäftigungsbetriebe:Mediatoren und Mediatorinnen sind beschäftigt in Kanzleien bzw. Praxen für Mediationbei Unternehmensberatungenin psychotherapeutischen Praxen und Einrichtungen des Sozialwesensin Aus- und Weiterbildungseinrichtungen für MediationArbeitsorte:Mediatoren und Mediatorinnen arbeiten meistin Büro- und Besprechungsräumenbei Kunden/KundinnenSie arbeiten ggf. auchim Homeoffice bzw. mobilVoraussetzungenEine bestimmte berufliche Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildung ist je nach Bildungseinrichtung z.B. eine Berufstätigkeit im sozialen, juristischen oder psychologischen Bereich.Inhalte der WeiterbildungEinführung und Grundlagen der Mediation, z.B. Abgrenzung der Mediation zum streitigen Verfahren Ablauf und Rahmenbedingungen der Mediation, z.B. Besonderheiten unterschiedlicher Settings in der MediationVerhandlungstechniken und -kompetenz, z.B. Verhandlungsführung und VerhandlungsmanagementGesprächsführung, Kommunikationstechniken, z.B. Visualisierungs- und Moderationstechniken Konfliktkompetenz, z.B. InterventionstechnikenRecht der Mediation, z.B. Mediatorvertrag, Berufsrecht, VerschwiegenheitRecht in der Mediation, z.B. Rolle des Rechts in der MediationPersönliche Kompetenz, Haltung und Rollenverständnis, z.B. Rollendefinition, Rollenkonflikte
Ist Mediator/Mediatorin eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Mediator/Mediatorin" einer Weiterbildung — fortgeschrittene Spezialisierung, die auf einer bestehenden Ausbildung oder einem Abschluss aufbaut (z. B. Meister, Fachwirt, zertifizierter Kurs).
Wie kann ich in Deutschland als Mediator/Mediatorin qualifiziert werden? ▼
Eine bestimmte berufliche Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildung ist je nach Bildungseinrichtung z.B. eine Berufstätigkeit im sozialen, juristischen oder psychologischen Bereich.
Wo arbeiten Mediator/Mediatorin in Deutschland typischerweise? ▼
Die Weiterbildung findet an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen statt.Lernorte sindbei Präsenzveranstaltungen: Schulungsräumebei kombinierten Lernformen (z.B. Blended Learning): Schulungsräume bei Präsenzveranstaltungen, zu Hause bei Online-Lerneinheiten
Wie hoch ist das typische Gehalt für Mediator/Mediatorin in Deutschland? ▼
Die Teilnahme an einer Weiterbildung wird nicht vergütet.