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Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin

Genesungsbegleiter/in

Grundberuf Sozialwissenschaften KldB B 83122

Was ist Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin?

Genesungsbegleiter oder Genesungsbegleiterinnen sind Fachkräfte in Deutschland, die Menschen mit psychischen Problemen, Suchterkrankungen oder in Krisenzeiten auf ihrem Genesungsweg begleiten und unterstützen.

Studiengänge, die zu diesem Beruf führen

Feld Sozialwissenschaften →

Der Beruf Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Sozialwissenschaften:

Detaillierte Informationen

Medien

deutsche jugendDie Diakonie als Arbeitgeberindrugcomneue caritas. Politik - Praxis - ForschungSoziale Berufe in der CaritasSozial ExtraSozialmagazinTriN – Trialog im NetzWege zum Menschen

Arbeitsorte

Genesungsbegleiter und -begleiterinnen arbeiten meistin den Räumen der zu betreuenden Personen in Privathaushaltenin Stationsräumen und Patientenzimmern in Büro- und Besprechungsräumen

Kompetenzen

Kernkompetenzen, die in diesem Beruf grundsätzlich erforderlich sind:AlltagsbegleitungGesprächstherapieMenschen mit psychischen Behinderungen (Betreuung, Beratung etc.)Psychosoziale BetreuungSozialpsychologieWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:Berichtswesen, InformationEinzelbetreuungFreizeitgestaltungKommunikationspsychologieKrisenintervention, NotfallpsychologieKundenberatung, -betreuungMediationNetzwerkarbeit (Soziale Arbeit)PsychotherapieRehabilitationSupervisionTraumatologieWeitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse:Kompetenzgruppe " Personengruppen"

Arbeitssituation

Genesungsbegleiter/innen erstellen Gesprächsprotokolle oder Rehabilitationskonzepte am Computer. Wenn sie Betreuten bei den Wiedereingliederungsprozessen und der Lebensgestaltung helfen, gehen sie mit unterschiedlichen Haushaltsgegenständen sowie Utensilien für die Freizeitgestaltung um. In Büroräumen von psychiatrischen Kliniken führen sie Einzelgespräche, in Besprechungsräumen von Einrichtungen der psychosozialen Unterstützung moderieren sie Gruppen. Sie sind aber auch bei den Betreuten vor Ort tätig und gestalten therapeutische Maßnahmen individuell, zum Teil in der freien Natur. Sie kümmern sich um psychisch erkrankte Menschen aus verschiedenen Altersgruppen. Für die betreuten Personen sind sie in Notfällen jederzeit erreichbar, weswegen sie sich auf Termine am Wochenende oder in den Abendstunden einstellen.Genesungsbegleiter/innen helfen psychisch erkrankten Menschen eigenständig auf der Grundlage eigener Erfahrungen. Das Vertrauen ihrer Betreuten gewinnen sie durch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen. Für Gruppen- und Einzelgespräche benötigen sie gute kommunikative Fähigkeiten und Überzeugungskraft, damit sie ihre Betreuten zur Rückkehr in das selbstbestimmte Leben und Handeln überzeugen können. Neben psychischer Stabilität sind Durchhaltevermögen und Geduld wichtig, da die Betreuten oft Rückschläge erleiden. Organisatorische und verwaltende Aufgaben erledigen Genesungsbegleiter/innen sorgfältig und genau.

Verdienst/Einkommen

Aussagen zu den Verdienstmöglichkeiten bei dieser beruflichen Tätigkeit können nicht getroffen werden.

Branchen im Einzelnen

GesundheitswesenKrankenhäuser, z.B. psychiatrische Kliniken bzw. psychiatrische StationenSozialwesenStationäre Einrichtungen zur psychosozialen Betreuung, SuchtbekämpfungSonstige soziale Beratungsdienste, z.B. psychosoziale Dienste von Krankenhäusern, Gesundheitsämtern, Gesundheitszentren

Zugang zur Tätigkeit

Eigene Erfahrungen in der Psychiatrie bzw. mit schweren seelischen Erschütterungen und deren Bewältigung sind eine Voraussetzung. Auch eine erfolgreich abgeschlossene Schulung im Bereich Genesungsbegleitung/Experienced Involvement wird i.d.R. vorausgesetzt.

Arbeitsbereiche/Branchen

Genesungsbegleiter und -begleiterinnen finden Beschäftigung in psychiatrischen Kliniken bzw. auf psychiatrischen Stationen von Krankenhäusernin Einrichtungen der psychosozialen Unterstützung und bei psychosozialen Beratungsstellenbei den Patienten/Patientinnen

Tätigkeitsbezeichnungen

Genesungsbegleiter/inAuch übliche Berufsbezeichnung/SynonymEX-IN Genesungsbegleiter/in

Sonstige Zugangsbedingungen

Beschäftigte in Gemeinschafts- und medizinischen Einrichtungen müssen gemäß Infektionsschutzgesetz ihre Masernimpfung oder -immunität nachweisen, wenn sie nach 1970 geboren sind.

Die Tätigkeit im Überblick

Genesungsbegleiter und -begleiterinnen unterstützen vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen Menschen mit psychischen Erkrankungen auf ihrem Weg zur Genesung.

Stellen- und Bewerberbörsen

TriN – Trialog im Netz - Stellenangebote

Verbände und Organisationen

EX-IN Deutschland e.V.

Arbeitsbedingungen im Einzelnen

Handarbeit (z.B. im Rahmen der Unterstützungsmaßnahmen mit Betreuten handwerkliche Arbeiten durchführen)Bildschirmarbeit (z.B. Gesprächsprotokolle erstellen)Arbeit im Freien (z.B. Patienten bei körperlichen Aktivitäten im Freien unterstützen)unregelmäßige Arbeitszeiten (z.B. in Notfällen auch in den Abendstunden oder am Wochenende für Fragen bereitstehen)Umgang mit alten Menschen (z.B. älteren Menschen in seelischen Krisen beistehen)Umgang mit Kindern und Jugendlichen (z.B. suchtkranken Jugendlichen auf dem Weg zur Wiedergenesung helfen)Umgang mit kranken und verletzten Menschen (z.B. immungeschwächte Menschen bei der Lebensgestaltung begleiten)Umgang mit problembelasteten Menschen (z.B. depressive Personen motivieren)gefühlsmäßig belastende Situationen und Tätigkeiten (z.B. besonders schwere Fälle begleiten)Verantwortung für Personen

Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel

Ein zentraler Bestandteil der Tätigkeit ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen und Problemen bei der Wiedergenesung und Wiedereingliederung zu unterstützen. Dabei nutzen Genesungsbegleiter und -begleiterinnen folgende Arbeitsmittel:Geräte und Zubehör, z.B.: Haushaltsgeräte, Koch- und Essgeschirr, Utensilien für die Freizeitgestaltung Unterlagen, z.B.: Anträge, Gesprächsprotokolle, Rehabilitations- und Förderkonzepte, Befunde, Dienst-, StationspläneBüroausstattung, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Genesungsbegleiter und -begleiterinnen haben selbst Psychiatrie-Erfahrungen und können sich deshalb gut in die Situation anderer Betroffener einfühlen. Sie begleiten Patienten und Patientinnen beim Behandlungs- und Genesungsprozess (Recovery) und unterstützen bei der Entwicklung wirksamer Bewältigungsstrategien. Sie motivieren die Betroffenen dazu, eine genesungsfördernde Haltung zu entwickeln. Auch helfen sie den Betreuten, den Alltag zu bewältigen und Schritt für Schritt die Fähigkeit zum selbstbestimmten Handeln wiederzugewinnen (Empowerment). Ziel für die Patienten und Patientinnen ist es, wieder aktiv am Leben teilhaben zu können. Genesungsbegleiter und -begleiterinnen vermitteln zwischen Behandlungsteam, Angehörigen und Betroffenen.

Weiterbildung (berufliche Anpassung)

Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Gesprächsführung, soziale Beratungsarbeit oder Konfliktmanagement).

Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)

Weitere Berufs- und Karrierechancen eröffnen sich - je nach beruflicher Vorbildung - durch eine Aufstiegsweiterbildung (z.B. als Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen) oder ein grundständigesStudium (z.B. im Studienfach Gesundheits-, Rehabilitationspsychologie).Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ein Studium möglich. Weitere Informationen:Zugang zur Hochschule in den einzelnen Bundesländern

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

Patienten/Patientinnen mit psychischen Erkrankungen beim Prozess der Wiedergenesung (Recovery) sowie der Wiedergewinnung ihrer Fähigkeit zum selbstbestimmten Handeln (Empowerment) unterstützenbei der Moderation von Gruppen (z.B. Depressions-, Suchtgruppen) mitwirken, Recovery-Gruppen eigenverantwortlich moderieren sowie Einzelgespräche führenaufgrund vergleichbarer Erfahrungen eine gemeinsame Basis etablierenzuhören, Betroffene ermuntern, von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten, Krisenbegleitung leisten Patienten/Patientinnen zur Entwicklung gesundheitsfördernder Haltungen bzw. Einstellungen motivierenUnterstützung leisten bei der Integration in soziale und kulturelle Zusammenhänge, z.B. in das Wohnumfeldhelfen, den Alltag zu bewältigen, z.B. bei Behördengängen, Arztbesuchen oder der Haushaltsführungbetreute Personen ermutigen, ihren eigenen Willen zu äußern und ihre Rechte durchzusetzenFreizeitangebote und Projekte im Rahmen der therapeutischen Gemeinschaft mitgestaltenFürsprachefunktion für Betroffene wahrnehmen medizinischen/psychiatrischen Fachkräften und Angehörigen die Perspektive psychisch erkrankter Menschen vermittelnim Gespräch als Übersetzer/in zwischen Patienten/Patientinnen und Teammitgliedern fungieren, z.B. beim Beantworten von Fragen nach der seelischen Befindlichkeitan Behandlungskonferenzen, Team-, Netzwerkgesprächen teilnehmenin der psychosozialen Versorgung ein besseres Verständnis psychischer Störungen erwirken und zu einer salutogenetischen Herangehen...

Unmittelbare Job- und Besetzungsalternativen

Im Folgenden werden Berufe oder Tätigkeiten genannt, die Ähnlichkeiten zum Ausgangsberuf aufweisen. Diese Berufe stellen für Bewerber eine mögliche Alternative dar. Darüber hinaus können Arbeitgeber Kräfte dieser Berufe als Alternativen für die Besetzung einer Arbeitsstelle im Ausgangsberuf in Betracht ziehen.Manche Alternativberufe umfassen nur Teiltätigkeiten des Ausgangsberufs, andere erfordern eine Einarbeitungszeit, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.Folgende unmittelbare Beschäftigungs- und Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Genesungsbegleiter/in an:Job- und Besetzungsalternativenin angrenzenden Berufen:Peer-Berater/Peer-BeraterinEine Aufstellung aller möglichen Verwandtschaftsstufen findet man hier:Erläuterungen zu den einzelnen Verwandtschaftsstufen

Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit

Häufig gestellte Fragen zu Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin

Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer

Was macht ein Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin in Deutschland?

Genesungsbegleiter oder Genesungsbegleiterinnen sind Fachkräfte in Deutschland, die Menschen mit psychischen Problemen, Suchterkrankungen oder in Krisenzeiten auf ihrem Genesungsweg begleiten und unterstützen.

Ist Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin eine Ausbildung oder ein Studienberuf?

In Deutschland folgt "Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.

Wie kann ich in Deutschland als Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin qualifiziert werden?

Eigene Erfahrungen in der Psychiatrie bzw. mit schweren seelischen Erschütterungen und deren Bewältigung sind eine Voraussetzung. Auch eine erfolgreich abgeschlossene Schulung im Bereich Genesungsbegleitung/Experienced Involvement wird i.d.R. vorausgesetzt.

Wo arbeiten Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin in Deutschland typischerweise?

Genesungsbegleiter und -begleiterinnen arbeiten meistin den Räumen der zu betreuenden Personen in Privathaushaltenin Stationsräumen und Patientenzimmern in Büro- und Besprechungsräumen

Wie hoch ist das typische Gehalt für Genesungsbegleiter/Genesungsbegleiterin in Deutschland?

Aussagen zu den Verdienstmöglichkeiten bei dieser beruflichen Tätigkeit können nicht getroffen werden.

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