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Biomathematiker/Biomathematikerin

Biomathematiker/in

Grundberuf Informatik KldB B 41184

Was ist Biomathematiker/Biomathematikerin?

In Deutschland ist ein Biomathematiker ein Spezialist, der sich auf das Verständnis und die Modellierung komplexer biologischer Systeme konzentriert, indem er Biowissenschaften mit Mathematik und Informationstechnologien kombiniert. Dieser Beruf gilt allgemein als grundlegende wissenschaftliche Disziplin und zielt darauf ab, durch die Analyse großer Datensätze in den Biowissenschaften neue Entdeckungen und Lösungen zu erzielen.

Biomathematiker übernehmen eine Vielzahl von Aufgaben, wie die Analyse genetischer Daten, die Erstellung von Modellen für die Krankheitsausbreitung, die Optimierung von Arzneimittelentwicklungsprozessen und die Modellierung von Umweltsystemen. Ihre Arbeitsumfelder umfassen typischerweise Universitäten, Forschungsinstitute, Pharmaunternehmen, Biotechnologieunternehmen und Forschungsabteilungen von Krankenhäusern. Bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten nutzen sie fortschrittliche Statistiksoftware, Programmiersprachen wie Python oder R, Simulationswerkzeuge wie MATLAB und Hochleistungsrechnersysteme.

Um diesen Beruf in Deutschland auszuüben, ist in der Regel ein Hochschulstudium erforderlich. Ein gängiger Weg ist der Erwerb eines Bachelor-Abschlusses (Bachelor) gefolgt von einem Master-Abschluss (Master) in Biomathematik, Bioinformatik, Computational Biology oder in Mathematik oder Informatik mit biologischem Schwerpunkt. Für Forschungs- und Entwicklungspositionen wird häufig auch eine Promotion angestrebt. Von Kandidaten wird eine solide Grundlage in Mathematik, Statistik, Informatik und Biologie erwartet.

Für Studierende, die aus der Türkei nach Deutschland kommen möchten, ist der Prozess der Anerkennung (Denklik) erworbener Diplome

Studiengänge, die zu diesem Beruf führen

Feld Informatik →

Der Beruf Biomathematiker/Biomathematikerin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Informatik:

Detaillierte Informationen

Medien

Archiv der Mathematik (AdM)Biologie in unserer ZeitElemente der MathematikInternational Journal of Computer MathematicsJournal of Mathematical Biologymathematik.deMathematische ZeitschriftZAMM - Journal of Applied Mathematics and Mechanics / Zeitschrift für Angewandte Mathematik und MechanikZeitschrift für Angewandte Mathematik und Physik (ZAMP)

Interessen

Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um in diesem Studienberuf erfolgreich zu sein. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit angegeben. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.Interesse an theoretisch-abstrakten Tätigkeitenz.B. Einsetzen biostatistischer Methoden in der Therapieforschungz.B. Konzipieren von statistischen Erhebungsmodellenz.B. Analysieren von statistischen Daten über EpidemienInteresse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeitenz.B. Sichten biometrischer Datenz.B. Dokumentieren von Resultaten der Simulation zu einer ErbkrankheitInteresse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeitenz.B. Planen und Organisieren von Arzneimittelstudien

Arbeitsorte

Biomathematiker bzw. Biomathematikerinnen arbeiten in erster Liniein Büroräumenin Rechenzentrenin Hörsälen und Unterrichtsräumenin LaborsDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil

Kompetenzen

Kernkompetenzen, die man während des Studiums erwirbt bzw. vertieft:AlgorithmenAngewandte MathematikBakteriologieBioinformatikBiomathematikBiometrieBotanikEntwicklungForschungGenetikHochrechnungMikrobiologieStatistikZoologieWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:AnalysisAnwendungstechnik, AnwendungsberatungFachpublikationen erstellenLaborarbeiten, LabortechnikLehrtätigkeit (Hochschule)Medizinische BildtechnikModellbildung, Simulation (IT)MolekularbiologieNumerische MathematikNumerische SimulationProjektmanagementProzessrechnertechnikSoftwaretechnik, Software-EngineeringTheoretische InformatikUnternehmensberatungWeitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse:Kompetenzgruppe "Programmiersprachen, Programmbibliotheken, Entwicklungsumgebungen"Kompetenzgruppe "Statistik-, Mathematiksoftware"

Digitalisierung

Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Es eröffnet sich für Biomathematiker/innen ggf. die Chance, sich mit folgenden Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen:3-D-Simulation (z.B. mithilfe von 3-D-Simulationen Modelle der menschlichen DNA visualisieren)Bilderkennung (z.B. bildgebende Medizingeräte entwickeln)Blended Learning (z.B. Lehrmaterial für die Kombination von virtuellen Lernsettings und Präsenzveranstaltungen vorbereiten)Cognitive Computing (z.B. Computersysteme entwickeln, die biologische Daten automatisiert nach Mustern durchsuchen und auswerten)Data Lake (z.B. Rohdaten für Big-Data-Analysen abrufen)Datenanalyse (z.B. Computeranwendungen entwickeln, die Muster und Zusammenhänge in vorhandenen Datenbeständen erkennen)Digitale Tafel (z.B. bei Vorlesungen an der Universität eine interaktive, digitale Tafel benutzen)KI-basierte medizinische Diagnosesysteme (z.B. Programme entwickeln, mit denen sich eine bessere und schnellere Diagnose mithilfe von Künstlicher Intelligenz erreichen lässt)Laborinformationssysteme - LIS (z.B. mit vernetzten Labor- und Analysegeräten klinische Medikamente prüfen)Massive Open Online Course - MOOC (z.B. Onlinekurse an einer Hochschule durchführen)Numerische Simulation (z.B. Ergebnisse aus biologischen Versuchen oder Testreihen berechnen und analysieren)Open Access (z.B. eigene Forschungsergebnisse auf Open-Access-Plattformen veröffentlichen)Open Data (z.B...

Arbeitssituation

Biomathematiker/innen entwickeln und analysieren mathematisch-statistische Modelle und Simulationen für die Beschreibung und das Verstehen komplexer biologischer Abläufe. Dazu benötigen sie analytisches und logisches Denkvermögen. Sie arbeiten mit großer Genauigkeit und Konzentration, bei langwierigen Projekten auch mit Geduld und Ausdauer. Interdisziplinäres Denken und Teamfähigkeit ermöglichen die Zusammenarbeit mit Spezialisten aus anderen Bereichen. In der freien Wirtschaft oder in öffentlichen Institutionen, aber auch wenn Forschungsmittel (Drittmittel) beschafft werden, spielen Verhandlungsgeschick und Überzeugungsfähigkeit eine große Rolle. In der Lehre an Hochschulen wenden sie zudem pädagogische sowie fachdidaktische Kenntnisse an und messen die Qualität ihrer Lehre an den Fortschritten und Rückmeldungen ihrer Studierenden. Wenn sie an internationalen Tagungen teilnehmen oder in internationalen Projektteams mitarbeiten, ist ihre interkulturelle Kompetenz gefragt, und sie kommunizieren in Englisch oder einer anderen Fremdsprache. Führen sie als Projektleiter/in ein Team, so gehören Organisation, Planung und Personalführung zu ihren Aufgaben.Biomathematiker/innen arbeiten viel im Büro am Schreibtisch, wo sie am Computer mit Bildverarbeitungs- und Simulationsprogrammen umgehen. In Besprechungsräumen präsentieren sie Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten, z.B. mithilfe von Laptop und Beamer. In Unterrichtsräumen halten sie Seminare und Vorlesungen ab.

Existenzgründung

Biomathematiker bzw. Biomathematikerinnen können sich z.B. im Bereich der Medikamentenprüfung mit einem Dienstleistungsunternehmen zur Durchführung klinischer Studien selbstständig machen.

Verdienst/Einkommen

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.424 € bis 6.439 €Quelle:Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

Branchen im Einzelnen

Hochschulen, Fachhochschulen, Berufs-, FachakademienUniversitätenFachhochschulen, Duale Hochschulen, VerwaltungsfachhochschulenNatur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaften und MedizinSonstige Forschung und Entwicklung im Bereich Natur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaften und Medizin, z.B. Forschungsinstitute für die klinische Prüfung von MedikamentenPharmazieHerstellung von pharmazeutischen Spezialitäten und sonstigen pharmazeutischen ErzeugnissenChemieHerstellung von sonstigen chemischen Erzeugnissen, z.B. BiotechnologieunternehmenTechnische, physikalische, chemische UntersuchungTechnische, physikalische und chemische Untersuchung, z.B. Dienstleistungsunternehmen im Bereich der ArzneimittelforschungMedizinische Technik, Orthopädie, ZahntechnikHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen Geräten, z.B. Hersteller von bildgebenden GerätenIT-DienstleistungenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie, insbesondere für naturwissenschaftliche AnwendungenSoftwareentwicklung, -bereitstellungProgrammierungstätigkeiten a. n. g., insbesondere für naturwissenschaftliche AnwendungenVersicherungenKrankenversicherungenUnternehmensberatungUnternehmensberatung

Zugang zur Tätigkeit

Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium in der Biomathematik oder Mathematik.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.

Zugangsstudienfächer

Biomathematik (grundständig)Biomathematik (weiterführend)Mathematik (grundständig)Mathematik (weiterführend)

Arbeitsbereiche/Branchen

Biomathematiker bzw. Biomathematikerinnen finden Beschäftigung z.B.an Hochschulen und in Forschungsinstitutenbei pharmazeutischen und biotechnologischen Unternehmen und Institutenin Unternehmen der Medizintechnik bei Software- und Datenbankanbietern, die Produkte im Bereich Biomedizin anbietenbei Versicherungenbei Unternehmensberatungen

Tätigkeitsbezeichnungen

Biomathematiker/inBerufsbezeichnungen in englischer SpracheBiomathematician (m/f)Research scientist (m/f) (maths)Berufsbezeichnung in französischer SpracheBiomathématicien/Biomathématicienne

Arbeits- und Sozialverhalten

Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Studienberuf ausüben zu können.Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. Bereitschaft zur engagierten Übernahme zusätzlicher biostatistischer Auswertungen bei Arbeitsengpässen)Durchhaltevermögen / Zielstrebigkeit (z.B. langwieriges Entwickeln mathematischer Methoden und Lösungsverfahren für komplexe medizinische, biotechnologische und pharmazeutische Fragestellungen)Sorgfalt (z.B. fehlerfreies Berechnen von Medikamentenwirkungen)Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Entwickeln von mathematischen Modellen und Simulationen, um Prozesse bei Krebserkrankungen zu verdeutlichen und Erkenntnisse zu Diagnostik und Therapie zu gewinnen)Lernbereitschaft (z.B. kontinuierliche Weiterbildung zu den neuesten Entwicklungen im Bereich der Biomathematik)

Die Tätigkeit im Überblick

Biomathematiker bzw. Biomathematikerinnen formulieren biologische oder medizinische Fragestellungen in der Sprache der Mathematik, lösen sie mathematisch oder entwickeln statistische und mathematische Modelle, mit denen sie Prognosen für medizinische, biotechnologische und pharmazeutische Sachverhalte erstellen.

Stellen- und Bewerberbörsen

Biologie.deBiologyJobs.comBionity.com KarriereDeutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)hum-molgenjobvectorMath-Jobspharmajobs.com

Verbände und Organisationen

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)Deutsche Gesellschaft f. Med. Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)Deutsche Mathematiker-Vereinigung e.V. (DMV)Internationale Biometrische Gesellschaft Deutsche Regionver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Arbeitsbedingungen im Einzelnen

Verantwortung für Personen (z.B. Studierende unterrichten und betreuen)Verantwortung für Sachwerte (z.B. auf die effiziente Verwendung von Forschungs- und Entwicklungsbudgets achten)Bildschirmarbeit (z.B. mit Bildverarbeitungsprogrammen, Simulationsprogrammen oder komplexen Rechenprogrammen statistische Datensätze analysieren)Arbeit in Büroräumen (z.B. Forschungsprojekte planen und konzipieren)Arbeit in Unterrichts-/Schulungsräumen (z.B. Lehrveranstaltungen in Hörsälen oder Seminarräumen vor einer Gruppe durchführen)

Berufliche Einsatzmöglichkeiten

Berufliche Einsatzmöglichkeiten gegliedert nach Tätigkeitsfeldern:IT-Koordination, -Organisation, -ManagementIT-Organisator/IT-OrganisatorinIT-Manager/IT-ManagerinLeiter/Leiterin der SoftwareentwicklungLeiter/Leiterin der ITLehrtätigkeit an HochschulenDozent/Dozentin an Hochschulen und AkademienStudiengangkoordinator/StudiengangkoordinatorinSoftwareentwicklungSoftwareentwickler/SoftwareentwicklerinVerfahrens-, ProduktentwicklungLeiter/Leiterin in der Forschung und EntwicklungWissenschaftliche ForschungForschungsreferent/ForschungsreferentinLeiter einer Forschungsgruppe/Leiterin einer ForschungsgruppeWissenschaftlicher Mitarbeiter/Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel

Datenverwaltungssysteme und Software, z.B.: Datenbanken, Bildverarbeitungs-, Simulations-, und komplexe RechenprogrammeDaten und Unterlagen, z.B.: biometrische Daten, statistische Erhebungen, Berechnungen, biologische, medizinische und pharmazeutische Forschungsmaterialien, Präsentationsunterlagen, RechtsvorschriftenBüroausstattung und Präsentationsmittel, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon, Beamer

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Biomathematiker bzw. Biomathematikerinnen arbeiten in verschiedenen Bereichen. In der Forschung entwickeln bzw. optimieren sie mathematische Modelle und Simulationen zu biologischen sowie medizinischen Themen und veröffentlichen ihre Ergebnisse. An Hochschulen führen sie Lehrveranstaltungen durch und nehmen Prüfungen ab.Unter statistischen Gesichtspunkten untersuchen sie medizinische, biologische, psychologische und ökologische Fragestellungen, z.B. in der Epidemiologie, der Umweltforschung oder für die pharmazeutische Industrie. Sie analysieren Aussagen zu Zusammenhängen und Wahrscheinlichkeiten in Bezug auf Erbkrankheiten, Risiken neuer Medikamente oder die Ausbreitung von Seuchen. Im pharmazeutischen Bereich arbeiten sie z.B. mit klinischen Studien, um neue Arzneien zu testen.

Weiterbildung (berufliche Anpassung)

Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Biologie, Mathematik, Statistik, Forschung und Entwicklung).

Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)

Bachelorabsolventen können ihre Berufs- und Karrierechancen durch ein weiterführendes Studium ausbauen, z.B. im Studienfach Biomathematik, Mathematik oder Biometrie, Biostatistik.Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

mathematisch-statistische Modelle und Simulationen für komplexe biologische, aber auch wirtschaftliche oder technische Abläufe entwickeln, einsetzen und auswerten; Entwicklungen prognostizierenklinische Arzneimittelstudien unter statistischen Gesichtspunkten planen und bewertenökologische Zusammenhänge anhand von Statistiken untersuchen, z.B. Klimaveränderungen, UmweltbelastungenWissenschaft und Lehrebiometrische Verfahren einsetzen, um Krankheiten zu untersuchen (Epidemiologie)biostatistische Methoden in der Therapieforschung und Diagnostik einsetzenSimulationen, z.B. über die Auftrittswahrscheinlichkeit von Tierseuchen, anfertigenWahrnehmungsvorgänge modellierenan Forschungsvorhaben mitwirken und Berichte verfassenLehrveranstaltungen durchführen und Prüfungen abnehmenIndustrie und DienstleistungenWirkstoffdesign betreibenvor Einführung neuer Medikamente statistische Berechnungen, z.B. über die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen, durchführen statistische Untersuchungen hinsichtlich der Wirksamkeit neuer Medikamente anfertigenArzneimitteltherapien anhand von Statistiken prognostizierenstatistische Erhebungs- und Simulationsmodelle konzipieren, z.B. für Krankenversicherungen oder Unternehmensberatungenbioinformatische Software für industrielle Anwendungen entwickeln, z.B. zur MustererkennungMethoden zur Bilderkennung und Datenkompression ausarbeiten, z.B. in medizintechnischen Anwendungenmathematische Modelle auf Prozesse in Unternehmen anwenden und Optimierungsvorschläge m...

Weitere Jobalternativen (Bewerbersicht)

Folgende weitere Beschäftigungsalternativen bieten sich für den Beruf Biomathematiker/in an:Tätigkeitsfeld Wissenschaftliche ForschungBioinformatiker/BioinformatikerinInformatiker/InformatikerinStatistiker/StatistikerinGemeinsamkeiten:mathematische Methoden zur Lösung naturwissenschaftlicher Fragestellungen anwendenAnwendungssoftware zur Analyse und Auswertung biologischer bzw. naturwissenschaftlicher Prozesse entwickeln und erstellenHinweis: Die genannten Jobalternativen erfordern ggf. eine längere Einarbeitung oder eine Zusatzausbildung.

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?Biomathematiker/innen formulieren biologische oder medizinische Fragestellungen in der Sprache der Mathematik und lösen sie mit Mitteln der Mathematik. Sie entwickeln statistische und mathematische Modelle, mit deren Hilfe sie Prognosen sowie Analysen für medizinische, biotechnologische und pharmazeutische Sachverhalte erstellen.Wissenschaft und LehreAn Hochschulen und in Forschungsinstituten entwickeln Biomathematiker/innen z.B. mathematische und statistische Modelle, um Prozesse bei Krebserkrankungen zu verdeutlichen und Erkenntnisse zu Diagnostik und Therapie zu gewinnen. Oder sie befassen sich mit der Entwicklung bzw. Verbesserung mathematischer Modelle und Simulationen. Interdisziplinäres Denken ist gefragt, denn die Biomathematik, selbst ein Fachgebiet der angewandten Mathematik, hat Überschneidungen z.B. mit der Biologie, der Medizin, der Informatik bzw. Bioinformatik.In der Hochschullehre konzipieren Biomathematiker/innen Vorlesungen und bereiten Seminare, Übungen und Praktika vor. Dafür erarbeiten sie Lehrmaterialien und Übungsanleitungen. Ferner haben sie Studien- und Prüfungsarbeiten zu entwerfen, durchzuführen und zu korrigieren. Sie werben Gelder für Forschungsprojekte bei staatlichen Institutionen und der Industrie ein, führen die Projekte durch und veröffentlichen die Ergebnisse in Büchern oder Fachzeitschriften. Auf Tagungen und Kongressen referieren sie über ihre Erkenntnisse. Für eigenständige wissenschaftliche Tätigkeiten sind i.d.R. ein Maste...

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung möglicher Tätigkeiten in diesem Studienberuf benötigt.Fähigkeitennumerisches (rechnerisches) Denken (z.B. Entwickeln von statistischen und mathematischen Modellen für die Analyse medizinischer, biotechnologischer und pharmazeutischer Sachverhalte)figural-räumliches Denken (z.B. Untersuchen räumlich komplexer Strukturen mit mathematischen Methoden)Technisches Verständnis (z.B. Entwickeln mathematisch-statistischer Modelle und Simulationen für die Beschreibung und das Verstehen technischer Abläufe)Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Planen von Arzneimittelstudien)Kenntnisse und FertigkeitenRechenfertigkeiten (z.B. Anwenden von statistischen und mathematischen Modellen zur Durchführung biometrischer Berechnungen)

Charakteristische körperliche Anforderungen

Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. statistische Datensätze am Computer bearbeiten)Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. mit Bildverarbeitungsprogrammen, Simulationsprogrammen oder komplexen Rechenprogrammen statistische Datensätze analysieren)Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. bei Teambesprechungen über eine geplante klinische Studie zur Erprobung neuer Medikamente)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.

Unmittelbare Job- und Besetzungsalternativen

Im Folgenden werden Berufe oder Tätigkeiten genannt, die Ähnlichkeiten zum Ausgangsberuf aufweisen. Diese Berufe stellen für Bewerber, die in ihrem erlernten Beruf keine freie Stelle finden, eine mögliche Alternative dar. Darüber hinaus können Arbeitgeber Fachkräfte dieser Berufe als Alternativen für die Besetzung einer Arbeitsstelle im Ausgangsberuf in Betracht ziehen.Manche Alternativberufe umfassen nur Teiltätigkeiten des Ausgangsberufs, andere erfordern eine Einarbeitungszeit, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.Folgende unmittelbare Beschäftigungs- und Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Biomathematiker/in an:Job- und Besetzungsalternativenfür Teiltätigkeiten und berufliche Einsatzmöglichkeiten (mit/ohne Einarbeitung):Biometriker/Biometrikerinin angrenzenden Berufen:Mathematiker/MathematikerinEine Aufstellung aller möglichen Verwandtschaftsstufen findet man hier:Erläuterungen zu den einzelnen Verwandtschaftsstufen

Anerkennung von ausländischen Qualifikationen

Die Tätigkeit als Biomathematiker/in ist nicht reglementiert.Um mit einem im Ausland erworbenen Abschluss in diesem Beruf zu arbeiten, ist keine berufliche Anerkennung notwendig. Jedoch besteht die Möglichkeit, für ausländische Hochschulabschlüsse eine individuelle Zeugnisbewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) zu beantragen. Diese kann für Bewerbungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt hilfreich sein.Weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland:Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland - zentrale Informations-Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)Für Menschen aus dem Ausland - Ein Informationsangebot der Bundesagentur für ArbeitZentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für ArbeitMake it in Germany - Das Willkommensportal der Fachkräfte-Offensive für internationale Fachkräfte

Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen

Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.Eingeschränkte Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. statistische Datensätze am Computer bearbeiten)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. mit Bildverarbeitungsprogrammen, Simulationsprogrammen oder komplexen Rechenprogrammen statistische Datensätze analysieren)Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. bei Teambesprechungen über eine geplante klinische Studie zur Erprobung neuer Medikamente)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.

Weitere Besetzungsalternativen (Arbeitgebersicht)

Folgende weitere Besetzungsalternative bietet sich für den Beruf Biomathematiker/in an:Tätigkeitsfeld Wissenschaftliche ForschungBioinformatiker/BioinformatikerinGemeinsamkeiten:mathematische Methoden zur Lösung biologischer Fragestellungen anwendenAnwendungssoftware zur Analyse und Auswertung biologischer Prozesse entwickeln und erstellenHinweis: Die genannte Besetzungsalternative erfordert ggf. eine Einarbeitung, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.

Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit

Häufig gestellte Fragen zu Biomathematiker/Biomathematikerin

Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer

Was macht ein Biomathematiker/Biomathematikerin in Deutschland?

In Deutschland ist ein Biomathematiker ein Spezialist, der sich auf das Verständnis und die Modellierung komplexer biologischer Systeme konzentriert, indem er Biowissenschaften mit Mathematik und Informationstechnologien kombiniert. Dieser Beruf gilt allgemein als grundlegende wissenschaftliche Disziplin und zielt darauf ab, durch die Analyse großer Datensätze in den Biowissenschaften neue Entdeckungen und Lösungen zu erzielen.

Biomathematiker übernehmen eine Vielzahl von Aufgaben, wie die Analyse genetischer Daten, die Erstellung von Modellen für die Krankheitsausbreitung, die Optimierung von Arzneimittelentwicklungsprozessen und die Modellierung von Umweltsystemen. Ihre Arbeitsumfelder umfassen typischerweise Universitäten, Forschungsinstitute, Pharmaunternehmen, Biotechnologieunternehmen und Forschungsabteilungen von Krankenhäusern. Bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten nutzen sie fortschrittliche Statistiksoftware, Programmiersprachen wie Python oder R, Simulationswerkzeuge wie MATLAB und Hochleistungsrechnersysteme.

Um diesen Beruf in Deutschland auszuüben, ist in der Regel ein Hochschulstudium erforderlich. Ein gängiger Weg ist der Erwerb eines Bachelor-Abschlusses (Bachelor) gefolgt von einem Master-Abschluss (Master) in Biomathematik, Bioinformatik, Computational Biology oder in Mathematik oder Informatik mit biologischem Schwerpunkt. Für Forschungs- und Entwicklungspositionen wird häufig auch eine Promotion angestrebt. Von Kandidaten wird eine solide Grundlage in Mathematik, Statistik, Informatik und Biologie erwartet.

Für Studierende, die aus der Türkei nach Deutschland kommen möchten, ist der Prozess der Anerkennung (Denklik) erworbener Diplome

Ist Biomathematiker/Biomathematikerin eine Ausbildung oder ein Studienberuf?

In Deutschland folgt "Biomathematiker/Biomathematikerin" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.

Wie kann ich in Deutschland als Biomathematiker/Biomathematikerin qualifiziert werden?

Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium in der Biomathematik oder Mathematik.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.

Wo arbeiten Biomathematiker/Biomathematikerin in Deutschland typischerweise?

Biomathematiker bzw. Biomathematikerinnen arbeiten in erster Liniein Büroräumenin Rechenzentrenin Hörsälen und Unterrichtsräumenin LaborsDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil

Wie hoch ist das typische Gehalt für Biomathematiker/Biomathematikerin in Deutschland?

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.424 € bis 6.439 €Quelle:Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

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