Was ist Wirtschaftschemiker/Wirtschaftschemikerin?
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Informatik →Der Beruf Wirtschaftschemiker/Wirtschaftschemikerin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Informatik:
- Economics Data Science and Policy
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Informatik
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
3D Interaction Games
Master · Merz Akademie Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart
Administrative Computer Science
Bachelor · Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung
Advanced Driver Assistance Systems
Master · Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten
Advanced Media Technology
Master · Hochschule RheinMain
Detaillierte Informationen
▶ Medien
BAVC-Transformationsstudie: Chemie-Arbeitswelten 2030BG RCI.magazincav chemie-anlagen + verfahrenCHEManagerchemiehoch3.deChemistrySELECTCLB Chemie - Leben - BiotechnikDer Future Skills Report Chemie 2.0Forschungsbericht: Qualität der Arbeit, Beschäftigung und Beschäftigungsfähigkeit im Wechselspiel von Technologie, Organisation und Qualifikation (QuaTOQ) - Branchenbericht: Chemie- und PharmaindustrieGreen ChemistryJournal of Business EconomicsJuWiChem - Junge WirtschaftschemikerInnenKOFA-STUDIE 2/2025: Fachkräftecheck ChemieManagement Review QuarterlyStatistik der Chemiestudiengänge 2023work@industry 4.0
▶ Interessen
Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um in diesem Studienberuf erfolgreich zu sein. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit angegeben. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.Interesse an kaufmännisch-organisatorischen Tätigkeitenz.B. Planen der Kosten für Forschung und Entwicklung in der chemischen und pharmazeutischen Industriez.B. Anfertigen von Marktanalysen für Optimierungsmöglichkeiten chemischer Produktez.B. Identifizieren von Einsparpotenzialen in Einkauf, Produktion und LogistikInteresse an theoretisch-abstrakten Tätigkeitenz.B. Entwickeln neuer chemischer Stoffe und Verfahrenz.B. Analysieren von Herstellungsverfahren auf Effizienz und WirtschaftlichkeitInteresse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeitenz.B. Dokumentieren von VersuchsreihenInteresse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeitenz.B. Überwachen der betriebsinternen Logistik
▶ Arbeitsorte
Wirtschaftschemiker und Wirtschaftschemikerinnen arbeiten in erster Liniein Büro- und Besprechungsräumenin Fertigungshallen in Labors in Hörsälen und SeminarräumenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil
▶ Kompetenzen
Kernkompetenzen, die man während des Studiums erwirbt bzw. vertieft:Betriebsmitteleinsatz planenBetriebswirtschaftslehreChemische Untersuchungs- und MessverfahrenControllingEinkauf, BeschaffungEntwicklungForschungKalkulationKosten- und LeistungsrechnungKundenberatung, -betreuungMarketingMaterialwirtschaftProjektmanagementQualitätsmanagementVerkaufVertriebWirtschaftsingenieurwesenWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:AnalyseBiochemieFinanzwirtschaftGutachter-, SachverständigentätigkeitLaborarbeiten, LabortechnikLebensmittelchemieLehrtätigkeit (Hochschule)PersonalwesenPolymer-, KunststoffchemieRevisionUmwelttechnikVersuchsplanungVortragstätigkeit
▶ Digitalisierung
Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Es eröffnet sich für Wirtschaftschemiker/innen ggf. die Chance, sich mit folgenden Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen:Augmented Analytics (z.B. automatisiert aufbereitete Daten für statistische Analysen nutzen)Business Intelligence - BI (z.B. mithilfe automatisch analysierter Daten und dem daraus erhaltenen Erkenntnisgewinn operative und strategische Entscheidungen treffen)Business-Process-Management-Systeme - BPM-Systeme (z.B. bei der Entwicklung von BPM-Systemen mitwirken)Dokumentenmanagementsysteme - DMS (z.B. Umweltgutachten digital verwalten und anderen Abteilungen zur Verfügung stellen)Enterprise-Resource-Planning-Systeme - ERP-Systeme (z.B. Arbeitsabläufe in Unternehmen der chemischen, pharmazeutischen oder Kunststoff herstellenden Industrie inhaltlich und terminlich planen, organisieren und steuern)IoT-Plattformen (z.B. Daten von vernetzten Messgeräten und Prüfapplikationen mithilfe von IoT-Plattformen auswerten)Laborinformationssysteme - LIS (z.B. Proben von Arzneimitteln und Chemieprodukten analysieren und die gewonnenen Daten digital auswerten, um die Qualitätskontrolle sicherzustellen)Numerische Simulation (z.B. Methoden der numerischen Simulation verwenden, um Produktionsabläufe in der chemischen und pharmazeutischen Industrie zu optimieren)Wearable Technology (z.B. computergestützte Analyseanlagen mittels Datenbrillen überwachen)
▶ Arbeitssituation
Wirtschaftschemiker/innen betreuen und überwachen die Geschäfts- und Produktionsprozesse in der chemischen und pharmazeutischen Industrie und bereiten unternehmerische Entscheidungen vor. Dafür sind Entscheidungsfähigkeit und -bereitschaft, aber auch betriebswirtschaftliches Denken, analytische Fähigkeiten und Verantwortungsbewusstsein unerlässlich. Sie führen und motivieren ihre Mitarbeiter/innen und koordinieren deren Zusammenarbeit. Die Tätigkeit erfordert selbstständiges und strukturiertes Planen und Handeln, ein hohes Maß an Gewissenhaftigkeit, Belastbarkeit sowie Termintreue. Da Wirtschaftschemiker/innen oftmals auch mehrere Aufgaben gleichzeitig übernehmen, sind eine präzise Planung und Organisation ihrer Arbeitsabläufe sowie Flexibilität unabdingbar. Um chemische Produkte vermarkten zu können, ist neben chemisch-technischem Expertenwissen wirtschaftliches Know-how erforderlich, etwa in den Bereichen Marktanalyse, Kostenkalkulation und Kundenbindung. Falls sie im Bereich Forschung und Entwicklung an chemischen Versuchsreihen teilhaben, gehen sie auch hier konzentriert, präzise und sorgfältig vor, da schon kleinste Fehler das gesamte Ergebnis verfälschen können. Für die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Fachdisziplinen und die Beratung von Industriebetrieben und Importeuren in chemisch-technischen und wirtschaftlichen Fragen ist eine gute Kommunikationsfähigkeit unerlässlich. Sind sie in der Lehre an Hochschulen tätig, wenden sie zudem aktuelle päd...
▶ Existenzgründung
Wirtschaftschemiker und Wirtschaftschemikerinnen können einen Dienstleistungs- oder Handelsbetrieb gründen oder übernehmen, z.B. in den Bereichen Farbe oder Kosmetik. Möglich ist auch eine selbstständige Tätigkeit als Berater und Beraterin für Unternehmen, die chemische Produkte herstellen.
▶ Verdienst/Einkommen
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.424 € bis 6.439 €Quelle:Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.
▶ Branchen im Einzelnen
ChemieHerstellung von Wasch-, Reinigungs- und Poliermitteln, z.B. KosmetikindustrieHerstellung von chemischen Grundstoffen, Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Kunststoffen in Primärformen und synthetischem Kautschuk in Primärformen, z.B. Düngemittelindustrie, FarbstoffindustrieHerstellung von sonstigen chemischen Erzeugnissen, z.B. KlebstoffeHerstellung von Schädlingsbekämpfungs-, Pflanzenschutz- und DesinfektionsmittelnHerstellung von ChemiefasernKokerei und MineralölverarbeitungPharmazieHerstellung von pharmazeutischen GrundstoffenHerstellung von pharmazeutischen Spezialitäten und sonstigen pharmazeutischen Erzeugnissen, insbesondere Herstellung von WirkstoffenFarben, LackeHerstellung von Anstrichmitteln, Druckfarben und KittenKunststoff, Kautschuk, VulkanisationHerstellung von Kunststoffwaren, z.B. Herstellung von Folien, Verpackungsmitteln, SchläuchenPapier-, ZellstoffherstellungHerstellung von Papier, Karton und PappeHerstellung von Holz- und ZellstoffHochschulen, Fachhochschulen, Berufs-, FachakademienUniversitäten, z.B. naturwissenschaftliche oder medizinische InstituteUnternehmensberatungUnternehmensberatung, insbesondere Betriebe der chemischen und pharmazeutischen IndustrieÖffentliche VerwaltungWirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht, z.B. Aufsichts- und Prüfungsämter
▶ Zugang zur Tätigkeit
Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Wirtschaftschemie oder Chemie.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.
▶ Zugangsstudienfächer
Wirtschaftschemie (grundständig)Wirtschaftschemie (weiterführend)Chemie (grundständig)Chemie (weiterführend)
▶ Arbeitsbereiche/Branchen
Wirtschaftschemiker und Wirtschaftschemikerinnen finden Beschäftigung z.B.in Unternehmen der chemischen, pharmazeutischen oder Kunststoff herstellenden Industrie, bei Papier- und Zellstoffherstellern, in der Lebensmittelindustrie an Forschungsinstituten, z.B. in den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften oder Umwelt an Hochschulenbei Unternehmensberatungen bei Materialprüfungs- und Aufsichtsämtern
▶ Tätigkeitsbezeichnungen
Wirtschaftschemiker/inBerufsbezeichnung in englischer SpracheIndustrial chemist (m/f)
▶ Arbeits- und Sozialverhalten
Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Studienberuf ausüben zu können.Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. Bereitschaft zur engagierten und zupackenden Übernahme kaufmännischer Analyse-, Planungs- und Führungsaufgaben)Durchhaltevermögen / Zielstrebigkeit (z.B. Planung langfristiger Forschungsprojekte, dabei trotz zeitweiliger Rückschläge oder kurzfristig geänderter Prioritäten an der Umsetzung festhalten)Sorgfalt (z.B. genaues und fehlerfreies Durchführen von Kosten-Nutzen-Analysen)Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Betreuen und Überwachen der Geschäfts- und Produktionsprozesse in der chemischen und pharmazeutischen Industrie)Lernbereitschaft (z.B. sich bezüglich Innovationen auf dem Gebiet der Chemie und der chemischen Verfahrenstechnik auf dem Laufenden halten)
▶ Die Tätigkeit im Überblick
Wirtschaftschemiker und Wirtschaftschemikerinnen planen, überwachen und koordinieren Geschäfts- und Produktionsprozesse in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Daneben sind sie in Wissenschaft und Lehre tätig.
▶ Stellen- und Bewerberbörsen
ABG Association Bernard GregoryChemie.de Karrierechemistry world jobsGDChJOBNetWORK Chemie Pharmajobvectorpharmajobs.com
▶ Verbände und Organisationen
Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. (BAVC)DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh)IGBCE - Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und EnergiePhysikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)SPECTARIS - Dt. Ind.-Verband f. opt., medizin. und mechatron. Technologien e.V.
▶ Arbeitsbedingungen im Einzelnen
Verantwortung für Personen (z.B. Studierende unterrichten und betreuen)Verantwortung für Sachwerte (z.B. Verfahren hinsichtlich Innovationsgehalt, Wirtschaftlichkeit und Qualität des Produkts kontrollieren)Präzisions-, Feinarbeit (z.B. Umgehen mit Pipetten oder Pinzetten)Kundenkontakt (z.B. mit bestehenden Kunden Kontakt halten, neue Kunden gewinnen)Handarbeit (z.B. Versuchsapparaturen aufbauen)Arbeit mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen (z.B. Laborgeräte und Laborapparaturen)Bildschirmarbeit (z.B. Ergebnisse auswerten, Daten präsentieren, Genehmigungsverfahren vorbereiten)Tragen von Schutzkleidung, -ausrüstung (z.B. Arbeitskittel, Handschuhe und Mundschutz)Arbeit im LaborArbeit in Büroräumen (z.B. Gutachten erstellen, administrative Aufgaben erledigen)Arbeit in Werkstätten, Werk-/Produktionshallen (den Produktionsablauf begleiten und überwachen)Arbeit in Unterrichts-/Schulungsräumen (z.B. Lehrveranstaltungen in Hörsälen oder Seminarräumen vor einer Gruppe durchführen)Umgang mit ChemikalienArbeit bei Rauch, Staub, Gasen, Dämpfen (z.B. Umgang mit gesundheitsgefährdenden Dämpfen und Lösungsmitteln bei Tätigkeiten im Labor)Arbeit unter Geruchseinfluss (z.B. Belastungen durch scharfe, saure oder alkoholhaltige Desinfektions- und Lösungsmittel bei Tätigkeiten im Labor)Arbeit bei künstlicher Beleuchtung (in Laboren)unregelmäßige Arbeitszeiten (bei Vertriebstätigkeiten)
▶ Berufliche Einsatzmöglichkeiten
Berufliche Einsatzmöglichkeiten gegliedert nach Tätigkeitsfeldern:Einkauf, BeschaffungEinkäufer/EinkäuferinLeiter/Leiterin des EinkaufsLager-, Materialwirtschaft, LogistikLeiter/Leiterin für LogistikLeiter/Leiterin - MaterialwirtschaftSupply-Chain-Manager/Supply-Chain-ManagerinLehrtätigkeit an HochschulenDozent/Dozentin an Hochschulen und AkademienStudiengangkoordinator/StudiengangkoordinatorinManagement, UnternehmensführungBereichsleiter/BereichsleiterinBetriebsleiter/Betriebsleiterin - kaufmännischBusiness-Development-Manager/Business-Development-ManagerinGruppen-, Teamleiter/Gruppen-, TeamleiterinNiederlassungsleiter/NiederlassungsleiterinMarketing, WerbungLeiter/Leiterin - MarketingProduktmanager/ProduktmanagerinProduktionsplanung, -steuerungLeiter/Leiterin in der Produktion und FertigungQualitätssicherung, -managementLeiter/Leiterin im QualitätsmanagementLeiter/Leiterin in der QualitätssicherungQualitätsmanager/QualitätsmanagerinVerfahrens-, ProduktentwicklungLeiter/Leiterin in der Forschung und EntwicklungProduktentwickler/ProduktentwicklerinZulassungsbeauftragter/ZulassungsbeauftragteVertrieb, VerkaufAccount-Manager/Account-ManagerinLeiter/Leiterin - VertriebSales-Manager/Sales-ManagerinVertriebsberater/VertriebsberaterinWissenschaftliche ForschungForschungsreferent/ForschungsreferentinLeiter einer Forschungsgruppe/Leiterin einer ForschungsgruppeWissenschaftlicher Mitarbeiter/Wissenschaftliche Mitarbeiterin
▶ Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel
Unterlagen, z.B.: Marktanalysen, Kalkulationsunterlagen, Budget-, Projekt- und Produktionspläne, Präsentationsunterlagen, Versuchsprotokolle, behördliche Genehmigungen, Gutachten, Rechtsvorschriften (z.B. Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen)Laborausstattung und -zubehör, z.B.: Zentrifugen, Spektrometer, Chromatografen, Dichtemessgeräte, Reaktionsgefäße, Pipetten, PinzettenBüroausstattung, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon
▶ Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Wirtschaftschemiker und Wirtschaftschemikerinnen bereiten in chemischen oder pharmazeutischen Betrieben unternehmerische Entscheidungen vor. Sie berechnen bspw. die Kosten für neue chemische Entwicklungen, bewerten die Marktchancen für neue Produkte oder übernehmen Aufgaben in der Personalplanung und der Produktionsvorbereitung. In der öffentlichen Verwaltung überwachen sie z.B. den Umwelt- und Verbraucherschutz von Lebens- oder Arzneimitteln oder führen Materialprüfungen durch.In der Forschung befassen sich Wirtschaftschemiker und Wirtschaftschemikerinnen z.B. mit der Optimierung von Produkten und Verfahren, veröffentlichen Forschungsergebnisse und unterrichten an Hochschulen. Eigenständige wissenschaftliche Tätigkeiten erfordern i.d.R. ein abgeschlossenes Masterstudium und eine Promotion.
▶ Weiterbildung (berufliche Anpassung)
Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Chemie, Verfahrenstechnik, Betriebswirtschaftslehre oder Marketing, Vertrieb, Werbung, PR).
▶ Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)
Bachelorabsolventen können ihre Berufs- und Karrierechancen durch ein weiterführendes Studium ausbauen, z.B. im Studienfach Wirtschaftschemie, Chemieingenieurwesen oder Betriebswirtschaftslehre, Business Administration.Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Optimierungsmöglichkeiten von Materialien und chemischen Produkten feststellenKosten für Forschung und Entwicklung planen, Budgetpläne entwickeln, Einsparpotenziale identifizierenunternehmerische Entscheidungen vorbereiten Entwicklung und VertriebMarktanalysen erstellen, Marktchancen neuer Produkte bewertenKosten-Nutzen-Rechnungen aufstellenden Projektstand eines Forschungsvorhabens besprechenProduktionsablauf und betriebsinterne Logistik begleiten und überwachenden Vertrieb kontrollierenNeukunden gewinnen, bestehende Kundenkontakte pflegenBeratungIndustriebetriebe, Importeure, Handelspartner und andere Auftraggeber in chemisch-technischen und wirtschaftlichen Fragen beratenUmweltgutachten erstellen bzw. auswertenbehördliche Genehmigungsverfahren vorbereitenForschung und LehreForschungsprojekte entwickeln, planen und ausführenForschungsberichte auswerten, umsetzen und veröffentlichen; Fachberichte erstellen analytische, präparative und synthetisierende Arbeiten ausführen Lehrveranstaltungen durchführen und Vorträge im Bereich Wirtschaftschemie haltenschriftliche Arbeiten korrigieren, Prüfungen abnehmen
▶ Weitere Jobalternativen (Bewerbersicht)
Folgende weitere Beschäftigungsalternative bietet sich für den Beruf Wirtschaftschemiker/in an:Tätigkeitsfeld Verfahrens-, ProduktentwicklungPolymerchemiker/PolymerchemikerinGemeinsamkeit:Wirtschaftlichkeitsbewertungen durchführenHinweis: Die genannte Jobalternative erfordert ggf. eine längere Einarbeitung oder eine Zusatzausbildung.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Wirtschaftschemiker/innen planen, überwachen und koordinieren Geschäfts- und Produktionsprozesse in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Daneben sind sie in Wissenschaft und Lehre tätig.Zwischen Naturwissenschaft und Wirtschaft Sie verstehen die wissenschaftliche Arbeit der Forscher und Entwickler, kennen die Besonderheiten der chemischen und pharmazeutischen Produktion und denken betriebswirtschaftlich. Ihre Aufgabe ist es, die unterschiedlichen Bereiche zu organisieren und zu koordinieren. So planen sie z.B. die Kosten für Forschung und Entwicklung, bewerten die Marktchancen neuer Produkte und verteilen Projektaufgaben an die Mitarbeiter/innen. Sie bereiten unternehmerische Entscheidungen vor und identifizieren Einsparpotenziale. Ebenso begleiten und überwachen sie den Einkauf von Werkstoffen, den Produktionsablauf und die betriebsinterne Logistik. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, behördliche Genehmigungsverfahren vorzubereiten und auf Umwelt- und Arbeitsschutz zu achten. In Vertrieb und Marketing erstellen sie Marktanalysen, evaluieren potenzielle Absatzmärkte, werben Neukunden und pflegen den Kontakt zu Bestandskunden. Auch in der wissenschaftlichen Unternehmenskommunikation und in der Unternehmensberatung sind sie tätig. Wirtschaftschemiker/innen finden darüber hinaus Beschäftigungsmöglichkeiten in vielen anderen Bereichen, in denen Querschnittskompetenzen zwischen Naturwissenschaft und Wirtschaft gefragt sind. Im öffentlichen Dienst sind sie z.B...
▶ Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten
Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung möglicher Tätigkeiten in diesem Studienberuf benötigt.Fähigkeitennumerisches (rechnerisches) Denken (z.B. Anwenden statistischer Methoden zur Auswertung von Vertriebsinformationen und für die Erstellung von Marktanalysen)figural-räumliches Denken (z.B. Verstehen und Interpretieren der Baupläne von chemischen bzw. pharmazeutischen Maschinen und Anlagen)Technisches Verständnis (z.B. Überprüfen technischer Verfahren hinsichtlich Innovationsgehalt und Wirtschaftlichkeit)Kaufmännische Befähigung (z.B. Anfertigen von Marktanalysen, Kosten- und Preiskalkulationen)Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Planung und Koordination von Geschäfts- und Produktionsprozessen in der chemischen und pharmazeutischen Industrie)Kenntnisse und FertigkeitenRechenfertigkeiten (z.B. Aufstellen von Kosten-Nutzen-Rechnungen bei der Beurteilung der Marktchancen neuer Produkte)
▶ Charakteristische körperliche Anforderungen
Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Versuchsapparaturen aufbauen)Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. mit Pipetten Flüssigkeiten in Reagenzgläser träufeln)Ungestörtes Sprechvermögen (z.B. chemische Produkte auf Fachmessen präsentieren; Kundenkontakte pflegen)Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. am Bildschirm Ergebnisse auswerten oder Genehmigungsverfahren vorbereiten; an Leitständen arbeiten; Messgeräte ablesen)Farbsehvermögen (z.B. farbliche Veränderungen bei Versuchen/Verfahren erkennen)Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. Kundenanfragen zu Lieferkonditionen für chemische Produkte verstehen)Gesunde, widerstandsfähige Haut an Händen und Armen (z.B. Schutzkleidung tragen beim Ab- und Umfüllen chemischer Substanzen)Gesunde Atemwege und Lunge (z.B. in mit Desinfektions- und Lösungsmitteln belasteter Luft sowie unter Einwirkung gesundheitsgefährdender Dämpfe und Lösungen arbeiten)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.
▶ Unmittelbare Job- und Besetzungsalternativen
Im Folgenden werden Berufe oder Tätigkeiten genannt, die Ähnlichkeiten zum Ausgangsberuf aufweisen. Diese Berufe stellen für Bewerber, die in ihrem erlernten Beruf keine freie Stelle finden, eine mögliche Alternative dar. Darüber hinaus können Arbeitgeber Fachkräfte dieser Berufe als Alternativen für die Besetzung einer Arbeitsstelle im Ausgangsberuf in Betracht ziehen.Manche Alternativberufe umfassen nur Teiltätigkeiten des Ausgangsberufs, andere erfordern eine Einarbeitungszeit, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.Folgende unmittelbare Beschäftigungs- und Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Wirtschaftschemiker/in an:Job- und Besetzungsalternativenfür die Gesamttätigkeit (i.d.R. kurze Einarbeitung):Chemiker/Chemikerinin angrenzenden Berufen:Ingenieur/Ingenieurin für ChemietechnikEine Aufstellung aller möglichen Verwandtschaftsstufen findet man hier:Erläuterungen zu den einzelnen Verwandtschaftsstufen
▶ Anerkennung von ausländischen Qualifikationen
Die Tätigkeit als Wirtschaftschemiker/in ist nicht reglementiert.Um mit einem im Ausland erworbenen Abschluss in diesem Beruf zu arbeiten, ist keine berufliche Anerkennung notwendig. Jedoch besteht die Möglichkeit, für ausländische Hochschulabschlüsse eine individuelle Zeugnisbewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) zu beantragen. Diese kann für Bewerbungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt hilfreich sein.Weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland:Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland - zentrale Informations-Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)Für Menschen aus dem Ausland - Ein Informationsangebot der Bundesagentur für ArbeitZentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für ArbeitMake it in Germany - Das Willkommensportal der Fachkräfte-Offensive für internationale Fachkräfte
▶ Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen
Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.Eingeschränkte Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Versuchsapparaturen aufbauen)Eingeschränkte Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. mit Pipetten Flüssigkeiten in Reagenzgläser träufeln)Sprachstörung, Sprachfehler (z.B. chemische Produkte auf Fachmessen präsentieren; Kundenkontakte pflegen)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. am Bildschirm Ergebnisse auswerten oder Genehmigungsverfahren vorbereiten; an Leitständen arbeiten; Messgeräte ablesen)Farbsinnstörungen (z.B. farbliche Veränderungen bei Versuchen/Verfahren erkennen)Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. Kundenanfragen zu Lieferkonditionen für chemische Produkte verstehen)Chronische oder allergische Hauterkrankungen oder mangelnde Widerstandsfähigkeit der Haut an Händen und Armen (z.B. Schutzkleidung tragen beim Ab- und Umfüllen chemischer Substanzen)Chronische oder allergische Atemwegs- und Lungenerkrankungen (z.B. in mit Desinfektions- und Lösungsmitteln belasteter Luft sowie unter Einwirkung gesundheitsgefährdender Dämpfe und Lösungen arbeiten)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind ni...
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Wirtschaftschemiker/Wirtschaftschemikerin
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Wirtschaftschemiker/Wirtschaftschemikerin in Deutschland? ▼
Wirtschaftschemiker (Betriebswirtschaftliche Chemiker) sind Experten, die in Deutschland in der Chemie- und Pharmaindustrie Arbeits- und Produktionsprozesse planen, überwachen und koordinieren. Diese Fachleute außerdem
Ist Wirtschaftschemiker/Wirtschaftschemikerin eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Wirtschaftschemiker/Wirtschaftschemikerin" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.
Wie kann ich in Deutschland als Wirtschaftschemiker/Wirtschaftschemikerin qualifiziert werden? ▼
Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Wirtschaftschemie oder Chemie.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.
Wo arbeiten Wirtschaftschemiker/Wirtschaftschemikerin in Deutschland typischerweise? ▼
Wirtschaftschemiker und Wirtschaftschemikerinnen arbeiten in erster Liniein Büro- und Besprechungsräumenin Fertigungshallen in Labors in Hörsälen und SeminarräumenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil
Wie hoch ist das typische Gehalt für Wirtschaftschemiker/Wirtschaftschemikerin in Deutschland? ▼
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.424 € bis 6.439 €Quelle:Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.