Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin
Nautische/r Wachoffizier/in
Was ist Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin?
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Rechts-, Wirtschaftswissenschaften →Der Beruf Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Rechts-, Wirtschaftswissenschaften:
- Betriebswirtschaftslehre/Business Studies
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Academic Presentation and Communication
Bachelor · Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Academic Reading and Writing
Bachelor · Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Accounting
Bachelor · Europäische Fernhochschule Hamburg
Accounting & Financial Analysis
Master · German International University
Accounting and Auditing
Master · Ruhr-Universität Bochum
Detaillierte Informationen
▶ Medien
Informationsangebote der Bundesagentur für ArbeitFilm Nautik und Nautische/r Wachoffizier/inWeitere InformationsangeboteAusbildung zum nautischen Wachoffizier/nautische Wachoffizierin, Kapitän/KapitäninDeutsche SeeschifffahrtHANSAMarineForumNachrichten für Seefahrer (NfS)Schiff & HafenTHB Täglicher Hafenbericht
▶ Trends
Smart ShippingDurch digitale Technologien soll die Schifffahrt effizienter und umweltfreundlicher werden. Intelligente Bordsysteme werten automatisch erfasste Schiffsdaten wie den Ladungsstatus sowie externe Informationen wie Wetter- oder Hafendaten aus. Künstliche Intelligenz (KI) könnte in Zukunft autark fahrende Schiffe steuern bzw. den gesamten Schiffsverkehr regeln. Fach- und Führungskräfte in Schifffahrtsberufen sollten diese Entwicklungen verfolgen und sich mit den veränderten Arbeitsprozessen und Technologien vertraut zu machen.
▶ Arbeitsorte
Nautische Wachoffiziere und Wachoffizierinnen arbeiten meistauf Frachtschiffenauf Fähr- und PassagierschiffenSie arbeiten ggf. auchauf Behördenfahrzeugen, z.B. Vermessungsschiffen oder Tonnenlegernin Steuerungszentralen und Verwaltungsräumen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, z.B. den Verkehrszentralen
▶ Kompetenzen
Kernkompetenzen, die man während der Weiterbildung erwirbt bzw. vertieft:Nautischer DienstNautischer Wachoffizier (Schiffe aller Größen/weltweit)Navigation (Nautik)NWO - Nautischer WachoffizierSchifffahrtsrechtSchiffs-, BootsführungSchiffsbetriebstechnikWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:BeladeplanerstellungEnglischGefahrgutverladung, -versendung, -transportGüterverkehrInternational Maritime Dangerous Goods Code (IMDG)LadungssicherungLadungs- und UmschlagtechnikMassengutMeteorologiePersonalwesenPersonenverkehrRettungsmaßnahmen, Erste HilfeSeediensttauglichkeitSicherheitstechnikSmart ShippingStückgutWeitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse:Kompetenzgruppe "Funkzeugnisse"Kompetenzgruppe "Patente, Schifffahrtslizenzen - Seeverkehr"Kompetenzgruppe "Schiffstypen"
▶ Digitalisierung
Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Es eröffnet sich für Nautische Wachoffiziere und -offizierinnen ggf. die Chance, sich mit folgenden Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen:Augmented Reality Operation (z.B. Anleitungen bei Konfiguration und Reparatur von Maschinen via Tablet oder Datenbrille erhalten)Automatisierte Bestandskontrolle (z.B. die geladene Fracht mit mobilen Geräten oder Barcodescannern erfassen und kontrollieren)Autonome Transportsysteme (z.B. mithilfe autonomer Fahrsysteme die Einfahrt in den Hafen regeln)Digitale Topografische Karten - DTK (z.B. mithilfe von digitalen Karten und Navigationssystemen die Positionsbestimmung von Schiffen durchführen)Fahrerassistenzsysteme - FAS (z.B. Fahrerassistenzsysteme an Bord überprüfen)Narrow-Band-IoT (z.B. mithilfe von Narrow-Band-IoT wichtige Schiffssysteme überwachen)Smart Shipping (z.B. automatisierte Routenplanung kontrollieren; Einsatzfähigkeit der IoT-Technik auf der Brücke sicherstellen)Wearable Technology (z.B. Datenbrillen nutzen, um unverzüglich auf Gefahrenlagen hingewiesen zu werden)
▶ Arbeitssituation
Nautische Wachoffiziere und Wachoffizierinnen führen an Bord von Seeschiffen Planungs-, Verwaltungs-, Führungs-, und Überwachungsaufgaben aus. Organisatorische Arbeiten wie die Berechnung der Staufolge von Ladegütern am Computer erfordern Sorgfalt und ein hohes Maß an Genauigkeit. Im Wachdienst sind die Fahrtstraße und nautischen Instrumente über längere Zeiträume aufmerksam zu beobachten. Sie bleiben konzentriert, auch unter Zeitdruck, bei schlechter Sicht oder hoher Verkehrsdichte. Verantwortungsbewusst halten sie die Sicherheitsbestimmungen ein, sorgen dafür, dass die Fracht fachgerecht verstaut und die Ladekapazität nicht überschritten wird. Bei Störungen des Schiffsbetriebs treffen sie rasch Entscheidungen, um Personen- oder Sachschäden vorzubeugen. Mobilitätsbereitschaft ist unerlässlich, denn sie sind mitunter längere Zeit auf See.Nautische Wachoffiziere und Wachoffizierinnen arbeiten vorwiegend in geschlossenen Räumen (z.B. auf der Brücke), haben aber auch auf Deck zu tun, z.B. wenn sie Sicherheitsprüfungen durchführen oder Be- und Entladevorgänge überwachen. Hier ist Arbeits- und Schutzkleidung wie Schutzhandschuhe, Schutzhelm, Ölzeug und Sicherheitsschuhwerk erforderlich. Sie leben und arbeiten unter räumlich beengten Umständen in der Bordgemeinschaft. Die Tätigkeiten an Bord eines Schiffes werden gelegentlich unter erschwerten Bedingungen ausgeführt, z.B. bei hohem Seegang. Motorengeräusche und Vibrationen der Antriebsaggregate sind auf dem ganzen Schiff wahrnehmba...
▶ Verdienst/Einkommen
Beispielhafte tarifliche Bruttoheuer (monatlich): 5.453 € bis 5.918 €In der Bruttoheuer sind pauschalierte Beträge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit, Überstunden, Verköstigung und andere Sachbezüge und Leistungen enthalten.Quelle:Heuertarifvertrag für die deutsche Seeschifffahrt (HTV-See)Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.
▶ Branchen im Einzelnen
SchifffahrtPersonenbeförderung in der Hochsee- und KüstenschifffahrtGüterbeförderung in der Hochsee- und KüstenschifffahrtAuch denkbar:Öffentliche VerwaltungWirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht, z.B. Schifffahrtsverwaltung
▶ Zugang zur Tätigkeit
Die Ausübung der Berufstätigkeit ist reglementiert. Es wird das Befähigungszeugnis "Nautischer Wachoffizier NWO" benötigt. Qualifizierungswege hierzu führen über ein Hochschulstudium oder eine Weiterbildung.
▶ Zugangsstudienfächer
Nautik (grundständig)
▶ Arbeitsbereiche/Branchen
Nautische Wachoffiziere und Wachoffizierinnen sind in erster Linie beschäftigtin der See- und KüstenschifffahrtSie sind auch beschäftigtin der Schifffahrtsverwaltung
▶ Tätigkeitsbezeichnungen
Nautische/r Wachoffizier/inAuch übliche Berufsbezeichnungen/SynonymeNautische/r Offizier/in (NO)Nautische/r Schiffsoffizier/inAbweichende Berufsbezeichnung der ehemaligen DDRIngenieur/Ingenieurin (FS) Fachrichtung Schiffsführung/Handelsschifffahrt
▶ Sonstige Zugangsbedingungen
Das Mindestalter für die Bewerbung um ein Befähigungszeugnis beträgt 18 Jahre.Der Einsatz auf Tankschiffen oder Ro-Ro-Fahrgastschiffen setzt zusätzliche Befähigungsnachweise voraus.Die Anforderungen an die seemännische Ausbildung sind zu erfüllen. Diese sind in einem internationalen Übereinkommen, dem STCW-Übereinkommen, festgelegt.Die Seediensttauglichkeit ist nachzuweisen.
▶ Arbeits- und Sozialverhalten
Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Beruf ausüben zu können. Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. Bereitschaft zum zeitlich und örtlich flexiblen Arbeitseinsatz unter unterschiedlichen Wetterbedingungen auch im Freien an Deck) Sorgfalt (z.B. genaues Navigieren des Schiffes; präzises Berechnen der Staufolge der Ladegüter) Verantwortungsbewusstsein und -bereitschaft (z.B. genaues Überwachen der See- und Ladetüchtigkeit des Schiffes, um Unfälle zu vermeiden) Entscheidungsfähigkeit (z.B. bei Störungen des Schiffsbetriebs Treffen schneller Entscheidungen, um Menschen und hohe materielle Werte vor Schäden zu bewahren) Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Überwachen sämtlicher Sicherheitseinrichtungen wie Rettungsboote oder Feuerschutzvorrichtungen) Umsicht (z.B. Achten auf die Sicherheit des eigenen Schiffes und die Sicherheit von anderen Wasserfahrzeugen beim Manövrieren) Flexibilität (z.B. längere Abwesenheit vom Wohnort mit verschiedenen Destinationen während der Schiffsreisen) Psychische Belastbarkeit (z.B. Bewahren der vollen Leistungsfähigkeit trotz hohen Seegangs und schlechter Witterung, Tag- und Nachtwachen auf der Brücke und längerer Abwesenheiten vom Wohnor...
▶ Die Tätigkeit im Überblick
Nautische Wachoffiziere und Wachoffizierinnen führen den nautischen Dienst auf Seeschiffen in allen Fahrtgebieten aus (Fischereifahrzeuge ausgenommen) und überwachen im Brückenwachdienst vorrangig Seeraum und Wetterlage.
▶ Stellen- und Bewerberbörsen
Mach Meer. Azubi-BörseSchiff & Hafen
▶ Verbände und Organisationen
Berufsbildungsstelle Seeschiffahrt e.V. (BBS)Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)ver.di - Vereinte DienstleistungsgewerkschaftVerband Deutscher Kapitäne und Schiffsoffziere e.V. (VDKS)Verband Deutscher Reeder (VDR)Zentrale Heuerstelle Hamburg (ZHH)
▶ Arbeitsbedingungen im Einzelnen
Verantwortung für Personen (Passagiere, Besatzung)Beachtung vielfältiger Vorschriften und gesetzlicher Vorgaben (z.B. die internationalen Abkommen, die den Seeverkehr regeln, beachten)Verantwortung für Sachwerte (Schiff, Ladung)Gruppen-, Teamarbeit (z.B. ineinandergreifendes Arbeiten beim Anlegen oder Be- und Entladen)häufige Abwesenheit vom Wohnort (während der Schiffsreisen)Arbeit mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen (z.B. Kompass, Chronometer, Sextant, Radar, Funkpeiler, Echolot, Log)Bildschirmarbeit (z.B. am PC den Personaleinsatz planen oder den Kurs berechnen)Tragen von Schutzkleidung, -ausrüstung (z.B. Gehörschutz, Schutzhelm, Sicherheitsschuhe)Arbeit im/am Wasserwechselnde Arbeitsorte (in verschiedenen Bereichen des Schiffes, z.B. im Freien an Deck, im Maschinenraum, im Lagerraum, in Büroräumen an Bord)Unfallgefahr (z.B. beim An- und Ablegemanöver bei Seegang)Arbeit bei Kälte, Hitze, Nässe, Feuchtigkeit, Zugluft (wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt)
▶ Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel
Wasserfahrzeuge z.B.: Fracht- und Containerschiffe, Fähren, PassagierschiffeTechnische Geräte und Einrichtungen, z.B.: Kompass, Chronometer, AIS (Automatisches Identifikationssystem), Radar, Funkpeiler, Echolot, GPS (Global Positioning System), Log, Funkgeräte, SicherheitseinrichtungenUnterlagen, z.B.: Seehandbücher, Seekarten, Ladungspapiere, Verladescheine, Staupläne
▶ Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Nautische Wachoffiziere und Wachoffizierinnen stellen auf Kauffahrteischiffen aller Größen im Brückenwachdienst die Navigation samt Einsatzfähigkeit der technischen Einrichtungen auf der Brücke sicher. In der Funktion als Sicherheitsoffizier bzw. Sicherheitsoffizierin sind sie für den zuverlässigen Betrieb aller Sicherheitseinrichtungen verantwortlich, z.B. für Rettungsboote oder Feuerschutzvorrichtungen. Sie bilden die Rettungsmannschaften aus. Außerdem wirken sie an der Überwachung von Lade- und Löscharbeiten mit.
▶ Zugangsberufe/Zugangstätigkeiten
Nautiker/Nautikerin (Fachschule)/Bachelor Professional in Technik
▶ Weiterbildung (berufliche Anpassung)
Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Schiffsverkehr, Schiffstechnik, Ladungssicherung, Sanitätswesen).Darüber hinaus kann sich der Trend zur Digitalisierung in der Schifffahrt ("Smart Shipping") zu einem wichtigen Weiterbildungsthema für Nautische Wachoffiziere und Wachoffizierinnen entwickeln.
▶ Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)
Weitere Berufs- und Karrierechancen eröffnen sich - je nach beruflicher Vorbildung - durch ein Studium (z.B. im Studienfach Schiffsbetriebstechnik).Nautische Wachoffiziere und -offizierinnen mit Weiterbildungsabschluss können auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung Zugang zu einem Studium erhalten. Weitere Informationen:Zugang zur Hochschule in den einzelnen Bundesländern
▶ Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Schiffsführung gemeinsam mit dem Kapitän/der Kapitänin und dem Ersten Nautischen Offizier/der Ersten Nautischen Offizierin navigieren, manövrieren und den Betrieb aller Anlagen sicherstellenSchiffsfahrt planen, z.B. anhand von Seehandbüchern und NavigationsunterlagenSeefunkverkehr durchführen und überwachen, Radargeräte für eine sichere Schiffsführung nutzen, meteorologische Informationen auswertenPosition bestimmen, z.B. mithilfe von elektronischen Positionsbestimmungs- und NavigationssystemenSteuerungskontrollsysteme (manuell/automatisch) bedienen, auf optimalen Trimm achtenBrückenwache gehenin Notfällen Rettungsmaßnahmen ergreifenLadungsumschlag und -stauungLaden, Stauen, Sichern und Löschen der Ladung überwachenbesondere Vorschriften bei Gefahrgut beachtenFehler und Schäden an Ladungsräumen, Lukenabdeckungen und Ballasttanks untersuchen und meldenKontrolle des Schiffsbetriebs, Verantwortung für Personen an BordEinhaltung der rechtlichen Vorschriften überwachen, z.B. zur Sicherheit des menschlichen Lebens auf See und zum UmweltschutzSeetüchtigkeit aufrechterhalten, Schiffsstabilität gewährleistenbei Bränden an Bord Gegenmaßnahmen ergreifen, Erste Hilfe leistenals Vorgesetzter/Vorgesetzte aller Schiffsleute sowie der sonstigen Angestellten fungieren
▶ Rechtliche Regelungen für die Tätigkeit
Übergreifend für Weiterbildung und TätigkeitGesetz zum internationalen Übereinkommen von 1978 über Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten (STCW-Gesetz) vom 25.03.1982 (BGBl. II S. 297, 298), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 23.10.2024 (BGBl. II Nr. 443)Verordnung über die Befähigungen der Seeleute in der Seeschifffahrt (Seeleute-Befähigungsverordnung - See-BV) vom 08.05.2014 (BGBl. I S. 460), zuletzt geändert durch Artikel 4 Verordnung vom 25.03.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 100)Seearbeitsgesetz (SeeArbG) vom 20.04.2013 (BGBl. I S. 868), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 14.03.2023 (BGBl. 2023 I Nr. 73)Verordnung über maritime medizinische Anforderungen auf Kauffahrteischiffen (Maritime-Medizin-Verordnung - MariMedV) vom 14.08.2014 (BGBl. I S. 1383), zuletzt geändert durch Artikel 9 des Gesetzes vom 03.02.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 28)Schiffssicherheitsgesetz (SchSG) vom 09.09.1998 (BGBl. I S. 2860), zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 10.09.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 208)Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) vom 18.09.1998 (BGBl. I S. 3013, 3023), zuletzt geändert durch Artikel 6 der Verordnung vom 25.03.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 100)Schiffsbesetzungsverordnung (SchBesV), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 23.06.2021 (BGBl. I S. 1849)GleichwertigkeitRichtlinie (EU) 2022/993 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2022 über Mindestanforderungen für die Aus...
▶ Charakteristische körperliche Anforderungen
Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.Robuste Gesundheit (z.B. bei Witterungseinflüssen wie Kälte, Nässe, Regen, Schnee und Sturm an Deck arbeiten)Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. nautische Instrumente und technische Schiffsausrüstung bedienen)Ausreichende Bewegungskoordination (z.B. sich auch bei hohem Seegang sicher auf dem Schiff bewegen)Ungestörtes Sprechvermögen (z.B. Lade- und Löscharbeiten mit der Schiffsbesatzung koordinieren)Sehvermögen für die Ferne - auch korrigiert (z.B. im Wachdienst den Seeraum überwachen)Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. auf der Brücke den Kurs mithilfe von Seekarten berechnen und festlegen)Farbsehvermögen (z.B. farblich gekennzeichnete Symbole in der Seekarte und auf Displays der Navigationsinstrumente identifizieren)Räumliches Sehvermögen (z.B. bei Hafenmanövern Abstände richtig einschätzen, um Kollisionen zu verhindern)Sehvermögen im Dunkeln/in der Dämmerung - Dämmerungssehen (z.B. nachts den Seeraum überwachen, Hindernisse und Markierungen erkennen)Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. Seefunkverkehr durchführen und überwachen)Gesunde, widerstandsfähige Haut an Händen und Armen (z.B. bei längeren Aufenthalten auf See gegebenenfalls keine Möglichkeit der ärztlichen Versorgung)Gesunde Atemwege und Lunge (z.B. bei längeren Aufenthalten auf See gegebenenfalls keine Möglichkei...
▶ Unmittelbare Job- und Besetzungsalternativen
Im Folgenden werden Berufe oder Tätigkeiten genannt, die Ähnlichkeiten zum Ausgangsberuf aufweisen. Diese Berufe stellen für Bewerber, die in ihrem erlernten Beruf keine freie Stelle finden, eine mögliche Alternative dar. Darüber hinaus können Arbeitgeber Fachkräfte dieser Berufe als Alternativen für die Besetzung einer Arbeitsstelle im Ausgangsberuf in Betracht ziehen.Manche Alternativberufe umfassen nur Teiltätigkeiten des Ausgangsberufs, andere erfordern eine Einarbeitungszeit, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.Folgende unmittelbare Beschäftigungs- und Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Nautische/r Wachoffizier/in an:Job- und Besetzungsalternativenfür die Gesamttätigkeit (i.d.R. ohne Einarbeitung):Erster Nautischer Offizier/Erste Nautische OffizierinSchiffsbetriebsoffizier/Schiffsbetriebsoffizierin - Nautik/TechnikEine Aufstellung aller möglichen Verwandtschaftsstufen findet man hier:Erläuterungen zu den einzelnen Verwandtschaftsstufen
▶ Anerkennung von ausländischen Qualifikationen
Die Tätigkeit als Nautische/r Wachoffizier/in ist reglementiert. Gemäß Richtlinie (EU) 2022/993 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2022 über Mindestanforderungen für die Ausbildung von Seeleuten vom 27.06.2022 (ABl. EU L 169, S. 45) erfordert die Ausübung der Tätigkeit entsprechende Mindestanforderungen, hier z.B. das Befähigungszeugnis "Nautischer Wachoffizier NWO".Um mit einem im Ausland erworbenen Abschluss in diesem Beruf zu arbeiten, ist eine berufliche Anerkennung notwendig für folgende ausländische Bescheinigungen:nautische und technische BefähigungszeugnisseSeefunkzeugnisse Befähigungsnachweise für den Dienst auf TankschiffenZuständige Stelle ist das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)Weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland:Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland - zentrale Informations-Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)Für Menschen aus dem Ausland - Ein Informationsangebot der Bundesagentur für ArbeitZentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für ArbeitMake it in Germany - Das Willkommensportal der Fachkräfte-Offensive für internationale Fachkräfte
▶ Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen
Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.Infektanfälligkeit, chronische Infektionskrankheiten (z.B. bei Witterungseinflüssen wie Kälte, Nässe, Regen, Schnee und Sturm an Deck arbeiten)Eingeschränkte Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. nautische Instrumente und technische Schiffsausrüstung bedienen)Störungen der Bewegungskoordination, Gleichgewichtsstörungen (z.B. sich auch bei hohem Seegang sicher auf dem Schiff bewegen)Sprachstörung, Sprachfehler (z.B. Lade- und Löscharbeiten mit der Schiffsbesatzung koordinieren)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Ferne (z.B. im Wachdienst den Seeraum überwachen)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. auf der Brücke den Kurs mithilfe von Seekarten berechnen und festlegen)Farbsinnstörungen (z.B. farblich gekennzeichnete Symbole in der Seekarte und auf Displays der Navigationsinstrumente identifizieren)Fehlendes/gestörtes räumliches Sehvermögen (z.B. bei Hafenmanövern Abstände richtig einschätzen, um Kollisionen zu verhindern)Schlechtes Dämmerungssehen, Nachtblindheit (z.B. nachts den Seeraum überwachen, Hindernisse und Markierungen erkennen)Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. Seefunkverkehr...
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin in Deutschland? ▼
In Deutschland erbringen Nautische Wachoffiziere (Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin) nautische (maritime) Dienstleistungen auf Schiffen in allen maritimen Regionen, mit Ausnahme von Fischereifahrzeugen, und auf der Brücke.
Ist Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.
Wie kann ich in Deutschland als Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin qualifiziert werden? ▼
Die Ausübung der Berufstätigkeit ist reglementiert. Es wird das Befähigungszeugnis "Nautischer Wachoffizier NWO" benötigt. Qualifizierungswege hierzu führen über ein Hochschulstudium oder eine Weiterbildung.
Wo arbeiten Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin in Deutschland typischerweise? ▼
Nautische Wachoffiziere und Wachoffizierinnen arbeiten meistauf Frachtschiffenauf Fähr- und PassagierschiffenSie arbeiten ggf. auchauf Behördenfahrzeugen, z.B. Vermessungsschiffen oder Tonnenlegernin Steuerungszentralen und Verwaltungsräumen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, z.B. den Verkehrszentralen
Wie hoch ist das typische Gehalt für Nautischer Wachoffizier/Nautische Wachoffizierin in Deutschland? ▼
Beispielhafte tarifliche Bruttoheuer (monatlich): 5.453 € bis 5.918 €In der Bruttoheuer sind pauschalierte Beträge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit, Überstunden, Verköstigung und andere Sachbezüge und Leistungen enthalten.Quelle:Heuertarifvertrag für die deutsche Seeschifffahrt (HTV-See)Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.