Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend)
Was ist Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend)?
Um sich in Deutschland auf Logopädie oder Sprachtherapie zu spezialisieren, wird in der Regel ein Hochschulstudium absolviert. Während es in der Vergangenheit möglich war, über eine berufliche Ausbildung (Ausbildung) in dieses Berufsfeld einzusteigen, bieten viele Universitäten heute Bachelor- und Masterstudiengänge in Logopädie oder Sprachtherapie an. Der Begriff "Weiterführend" (im Sinne von weiterführender Bildung/Spezialisierung) bezieht sich im Allgemeinen auf Masterabschlüsse oder spezialisierte Weiterbildungen, die nach einem Bachelorabschluss absolviert werden. Die Zulassung zu diesen Studiengängen erfordert typischerweise eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) und in einigen Fällen spezielle Eignungstests oder Vorstellungsgespräche. Die Sicherstellung der Anerkennung Ihrer Abschlüsse ist von großer Bedeutung, um in diesem Bereich in Deutschland arbeiten zu können.
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Medizin, Gesundheitswissenschaften →Der Beruf Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend) in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Medizin, Gesundheitswissenschaften:
Advanced Healthcare
Master · Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Advanced Nursing Practice
Master · Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Advanced Nursing Practice
Master · Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Advanced Practice Nursing
Master · Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Angewandte Hebammenwissenschaft Midwifery
Bachelor · Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Angewandte Pflegewissenschaft
Bachelor · Jade Hochschule
Detaillierte Informationen
▶ Lernorte
Das Studium findet an Universitäten statt.Lernorte sind an der Universität: Hörsäle, Seminar- und Übungsräume, Bibliotheken, Sprachlaborszu Hause (z.B. Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen, Anfertigen von Hausarbeiten; ggf. Teilnahme an Online-Lehrveranstaltungen)
▶ Aktuelles
Übergangsregelung zur Änderung des LogopädengesetzesMit dem Einfügen einer Modellklausel in das Gesetz über den Beruf des Logopäden wurde 2009 erstmals die Möglichkeit geschaffen, die logopädische Ausbildung auch in Form eines Hochschulstudiums durchzuführen. Durch das am 15. Dezember 2023 veröffentlichte Pflegestudiumstärkungsgesetz wurde eine Übergangsregelung zur Änderung des Logopädengesetzes erlassen, die die bisherige Modellklausel ablöst. Die Bundesländer können bestimmen, dass - abweichend von der im Gesetz festgeschriebenen schulischen Ausbildung - die Logopädenausbildung in Form eines Hochschulstudiums durchgeführt wird. Die Länder legen Ziele, Dauer, Art, Vorgaben zur Ausgestaltung der Studiengänge sowie die Bedingungen für die Teilnahme fest. Studium und Prüfung können modularisiert gestaltet werden. Die Übergangsregelung trat am 1. Januar 2025 in Kraft. Das Nebeneinander des schulischen und des hochschulischen Ausbildungswegs wird fortgesetzt.
▶ Studiendauer
Regelstudiendauer: 2-4 Semester
▶ Studienkosten
Studienkosten Einschreib- und Verwaltungsgebühren sowie Semesterbeiträge (z.B. für das Studierendenwerk, die verfasste Studierendenschaft, Semesterticket)ggf. Studiengebühren Gebühren für "Langzeitstudierende", für ein Zweitstudium oder nach Verbrauch eines festgesetzten Studienguthabens Aufwendungen für Lernmittel und Studienbedarf, z.B. für Fachliteratur, Exkursionen Beiträge für eine studentische Krankenversicherung (i.d.R. bei Überschreiten der Altersgrenze von 25 Jahren oder bestimmter Einkommensgrenzen)FörderungsmöglichkeitenInformationen: Deutsches Studierendenwerk - FinanzierungsmöglichkeitenBundesgesetz über individuelle Förderung der Ausbildung (Bundesausbildungsförderungsgesetz - BAföG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 07.12.2010 (BGBl. I S. 1952), zuletzt geändert durch Artikel 11 Abs. 1 des Gesetzes vom 16.04.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 107)
▶ Studieninhalte
Module, z.B.:ErstspracherwerbLehrpraxisLinguistikNeurolinguistik und SprachtherapieforschungPhoniatrie, Pädaudiologie, NeurophonetikPlanung von TherapiestundenSprachanalyseSprachheilpädagogikSprachverarbeitungSprech- und SchluckstörungenPraktische Studieninhalte:Ggf. Praktika (z.B. in logopädischen Praxen)
▶ Studiensituation
Auf folgende Bedingungen und Anforderungen sollte man sich einstellen:Lehrveranstaltungen: während des Semesters in den Hörsälen und Seminarräumen der Hochschule Vorlesungen und Seminare besuchen; ggf. zu Hause an Online-Lehrveranstaltungen teilnehmen Praktische Übungen: z.B. Planung, Durchführung und Evaluation von Sprachtherapie sowie zur sprachtherapeutischen Forschung Eigenständige Arbeit: Lehrveranstaltungen vor- und nachbereiten, in Bibliotheken recherchieren, Referate vorbereiten, Hausarbeiten anfertigen (auch in der vorlesungsfreien Zeit)Wissenschaftliche Forschung: Fertigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten vertiefen Organisation und Planung: das Studium eigenverantwortlich planen, vorgegebene Studienzeiten einhalten, Studien- und Prüfungsleistungen rechtzeitig erbringen (Selbstdisziplin und Organisationstalent erforderlich)Berufsvorbereitung: ggf. Praktika absolvieren (z.B. in einer Institution zur Rehabilitation von Menschen mit Sprachbehinderungen), Berufseinstieg vorbereiten
▶ Studienalternativen
Folgende Studienfächer können Alternativen für das Studienfach Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend) sein:Bereich Therapie (nichtärztlich)Musiktherapie (weiterführend)Rhetorik, Sprechwissenschaft (weiterführend)Gemeinsamkeiten:Kenntnisse in Bereichen wie Psychologie und Soziologie, ggf. pädagogische und therapeutische Arbeit, Sprachwissenschaft und Medizin erwerbenggf. Patienten bei therapeutischen Übungen anleitenBereich Menschen mit BehinderungenHeilpädagogik (weiterführend)Rehabilitations-, Sonderpädagogik (weiterführend)Gemeinsamkeiten:Kenntnisse in Bereichen wie Psychologie und Medizin, Beratung und Diagnostik, Sozial- und Gesundheitswissenschaft erwerbenMenschen betreuen und anleiten, die in ihrer Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit beeinträchtigt sind
▶ Zugangsstudienfächer
Hochschulen setzen z.B. folgende Abschlüsse voraus:Logopädie, Sprachtherapie (grundständig)Komplementärmedizin (grundständig)Rhetorik, Sprechwissenschaft (grundständig)Therapiewissenschaft (grundständig)
▶ Zusatzqualifikationen
Zusatz- und Schlüsselqualifikationen erleichtern einen erfolgreichen Berufseinstieg. Folgende Themen kommen z.B. infrage:EDVKommunikationskompetenzZielfindungPraktika z.B. in Institutionen zur Rehabilitation von Menschen mit Sprachbehinderungen bereiten gezielt auf das Berufsleben vor. Angebote zum Erwerb von Zusatz- und Schlüsselqualifikationen finden sich bei den Career Centern der Hochschulen (siehe Kontaktdaten der jeweiligen Hochschule):Hochschulen in Deutschland - Hochschulsuche des Hochschulkompass
▶ Das Studium im Überblick
Das weiterführende Studienfach vertieft Kenntnisse aus dem grundständigen Studienfach, z.B. in Klinischer Linguistik oder Therapieforschung.Das Studium führt zu einem zweiten Hochschulabschluss.Logopädie, Sprachtherapie gibt es auch als Teilzeitstudiengang.
▶ Studiengangsbezeichnungen
BeispieleExperimental and Clinical Linguistics (Master)Klinische Linguistik (Master)Lehr- und Forschungslogopädie (Master)Sprachtherapie (Master)
▶ Mögliche Tätigkeitsfelder
Für Masterabsolventen im Bereich Logopädie, Sprachtherapie bieten sich unterschiedliche Tätigkeitsfelder im Gesundheits- und Sozialbereich an, z.B. Nichtärztliche Behandlung, Therapie oder Lehrtätigkeit an beruflichen/berufsbildenden Schulen.Wer eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule anstrebt, muss i.d.R. promovieren. Eine Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft und Forschung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.
▶ Entwicklung des Studienfachs
Anfang des 20. Jahrhunderts:Entwicklung der Sprachheilkunde1960er-Jahre:Entstehung von Ausbildungsgängen im Bereich Logopädie, Sprachtherapie1970er-Jahre:Einrichtung erster Studiengänge im Bereich der Sprachtherapie1992:Entstehung des Studienfachs Logopädie 1999:Beginn des Bologna-Prozesses: Reform der europäischen Hochschullandschaft u.a. mit folgenden Zielen:Schaffung eines einheitlichen europäischen HochschulraumsHarmonisierung von Studiengängen und Studienabschlüssen: Einführung von Bachelor- und MasterstudiengängenVerbesserung der Mobilität von Studierenden und Lehrenden
▶ Abschluss-/Berufsbezeichnungen
Abschlussgradeje nach StudiengangMaster of Arts (M.A.)Master of Science (M.Sc.)
▶ Vergütung während des Studiums
Während des Studiums erhält man keine Vergütung.Für Praxisphasen kann eine Entlohnung vereinbart werden.
▶ Rechtliche Regelungen für das Studium
BundesebeneHochschulrahmengesetz (HRG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 19.01.1999 (BGBl. I S. 18), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 15.11.2019 (BGBl. I S. 1622)Ländergemeinsame Strukturvorgaben gemäß § 9 Absatz 2 HRG für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen (Beschluss der KMK vom 10.10.2003 i.d.F. vom 04.02.2010)Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse (Im Zusammenwirken von Hochschulrektorenkonferenz, Kultusministerkonferenz und in Abstimmung mit Bundesministerium für Bildung und Forschung erarbeitet und von der Kultusministerkonferenz am 16.02.2017 beschlossen)LandesebeneHochschulgesetze in Verbindung mit Verwaltungsvorschriften, z.B. über die Akkreditierung von StudiengängenQualifikations- oder HochschulzugangsverordnungenHochschulebeneSatzung der Hochschule Studien- und Prüfungsordnungen für die Studiengänge im jeweiligen Studienfach
▶ Zugangsvoraussetzungen für das Studium
Voraussetzung für das Studium ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss; meist wird ein grundständiges Studium im Studienfach Logopädie, Sprachtherapie oder auch Therapiewissenschaft vorausgesetzt.Je nach Hochschule erfolgt ein hochschulinternes Auswahlverfahren. Auswahlkriterien sind z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium.Gegebenenfalls sind Englischkenntnisse, ein Vorpraktikum und ein phoniatrisches Gutachten über die stimmliche und artikulatorische Eignung nachzuweisen.Ein Nachweis über den Masernschutz ist für Praxisphasen in Gemeinschaftseinrichtungen und in medizinischen Einrichtungen nötig. Darüber hinaus können Einrichtungen weitere Schutzimpfungen (z.B. gegen Hepatitis A und B) bzw. entsprechende Immunitätsnachweise verlangen.
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend)
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend) in Deutschland? ▼
In Deutschland spielen Logopäden und Sprachtherapeuten eine entscheidende Rolle bei der Diagnose, Behandlung und Rehabilitation von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Kommunikationsstörungen bei Menschen jeden Alters. Diese Fachkräfte führen detaillierte Diagnosen durch und erstellen auf die spezifischen Bedürfnisse der Patienten zugeschnittene Therapiepläne. Ihre Verantwortungsbereiche umfassen ein breites Spektrum von Erkrankungen wie Stottern, Aphasie (Sprachverlust), Dyslexie (Leseschwäche), Heiserkeit, Schluckstörungen und Sprachentwicklungsverzögerungen bei Kindern. Ihre Arbeitsumfelder umfassen typischerweise Krankenhäuser, Rehabilitationszentren, private Therapiepraxen, Schulen und Frühförderzentren. Sie nutzen verschiedene Testmaterialien, Kommunikationshilfen und spezialisierte Software in Diagnose- und Therapieprozessen.
Um sich in Deutschland auf Logopädie oder Sprachtherapie zu spezialisieren, wird in der Regel ein Hochschulstudium absolviert. Während es in der Vergangenheit möglich war, über eine berufliche Ausbildung (Ausbildung) in dieses Berufsfeld einzusteigen, bieten viele Universitäten heute Bachelor- und Masterstudiengänge in Logopädie oder Sprachtherapie an. Der Begriff "Weiterführend" (im Sinne von weiterführender Bildung/Spezialisierung) bezieht sich im Allgemeinen auf Masterabschlüsse oder spezialisierte Weiterbildungen, die nach einem Bachelorabschluss absolviert werden. Die Zulassung zu diesen Studiengängen erfordert typischerweise eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) und in einigen Fällen spezielle Eignungstests oder Vorstellungsgespräche. Die Sicherstellung der Anerkennung Ihrer Abschlüsse ist von großer Bedeutung, um in diesem Bereich in Deutschland arbeiten zu können.
Ist Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend) eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend)" einer Weiterbildung — fortgeschrittene Spezialisierung, die auf einer bestehenden Ausbildung oder einem Abschluss aufbaut (z. B. Meister, Fachwirt, zertifizierter Kurs).
Wie kann ich in Deutschland als Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend) qualifiziert werden? ▼
Voraussetzung für das Studium ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss; meist wird ein grundständiges Studium im Studienfach Logopädie, Sprachtherapie oder auch Therapiewissenschaft vorausgesetzt.Je nach Hochschule erfolgt ein hochschulinternes Auswahlverfahren. Auswahlkriterien sind z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium.Gegebenenfalls sind Englischkenntnisse, ein Vorpraktikum und ein phoniatrisches Gutachten über die stimmliche und artikulatorische Eignung nachzuweisen.Ein Nachweis über den Masernschutz ist für Praxisphasen in Gemeinschaftseinrichtungen und in medizinischen Einrichtungen nötig. Darüber hinaus können Einrichtungen weitere Schutzimpfungen (z.B. gegen Hepatitis A und B) bzw. entsprechende Immunitätsnachweise verlangen.
Wo arbeiten Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend) in Deutschland typischerweise? ▼
Das Studium findet an Universitäten statt.Lernorte sind an der Universität: Hörsäle, Seminar- und Übungsräume, Bibliotheken, Sprachlaborszu Hause (z.B. Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen, Anfertigen von Hausarbeiten; ggf. Teilnahme an Online-Lehrveranstaltungen)
Wie hoch ist das typische Gehalt für Logopädie, Sprachtherapie (weiterführend) in Deutschland? ▼
Während des Studiums erhält man keine Vergütung.Für Praxisphasen kann eine Entlohnung vereinbart werden.