Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin
Klinische/r Psychologe/Psychologin
Was ist Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin?
Ihre Verantwortungsbereiche sind recht breit gefächert; sie zielen darauf ab, die körperliche und geistige Gesundheit von Einzelpersonen zu verbessern, anhaltende Störungen zu verhindern, zu lindern oder vollständig zu heilen. Darüber hinaus bieten sie soziale Beratungsdienste bei Lebenskrisen und sozialen Konflikten an und können Aufsichtsfunktionen in Bereichen wie der Kinder- und Jugendhilfe übernehmen. In ihrem Berufsleben können sie Berufsgruppen, die häufig Krisen erleben, wie Gesundheitspersonal, Polizei oder Feuerwehr, psychologische Unterstützung und Supervision bieten und sogar wissenschaftliche Forschung zur Psych...
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Medizin, Gesundheitswissenschaften →Der Beruf Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Medizin, Gesundheitswissenschaften:
Advanced Healthcare
Master · Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Advanced Nursing Practice
Master · Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Advanced Nursing Practice
Master · Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Advanced Practice Nursing
Master · Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Angewandte Hebammenwissenschaft Midwifery
Bachelor · Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Angewandte Pflegewissenschaft
Bachelor · Jade Hochschule
Detaillierte Informationen
▶ Medien
Analytische PsychologieBeruf und Berufung: PsychologieForum der PsychoanalyseGehirn & GeistPsyche. Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungenpsychologie.dePsychologie studierenPsychologische RundschauPSYCH up2daterp Report PsychologieZeitschrift für Klinische Psychologie und PsychotherapieZeitschrift für Psychologie
▶ Interessen
Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um in diesem Studienberuf erfolgreich zu sein. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit angegeben. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.Interesse an sozial-beratenden Tätigkeitenz.B. Einleiten notfallpsychologischer Sofortmaßnahmen und Sicherstellen einer langfristigen Begleitungz.B. Durchführen von speziell auf die Betreuten zugeschnittenen Hilfsprogrammenz.B. psychologisches Betreuen von Pflegepersonal in der SupervisionInteresse an theoretisch-abstrakten Tätigkeitenz.B. Analysieren krankhafter Beeinträchtigungen von Wahrnehmung, Erlebnisverarbeitung oder sozialen Beziehungenz.B. Untersuchen der Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge von psychologischen Störungen
▶ Arbeitsorte
Klinische Psychologen und Psychologinnen arbeiten in erster Liniein Untersuchungs- und Behandlungsräumenin Sprech- und Patientenzimmernin BüroräumenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auch in Hörsälen oder Unterrichtsräumen (bei Lehrtätigkeit)
▶ Kompetenzen
Kernkompetenzen, die man während des Studiums erwirbt bzw. vertieft:AngehörigenberatungBio-Psycho-Soziales KrankheitsmodellDifferentielle und PersönlichkeitspsychologieEhe-, Familien-, LebensberatungEntwicklungspsychologieIndikationKlinische PsychologieKrisenintervention, NotfallpsychologiePatientenbetreuungPsychoanalysePsychologiePsychologische DiagnostikPsychoonkologiePsychosomatikPsychotherapieSuchtberatungSuchtpräventionSupervisionWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:EntlassmanagementExtremismuspräventionFachpublikationen erstellenFamilientherapieForschungGesprächstherapieGestalttherapieGruppentherapieGutachter-, SachverständigentätigkeitICF - International Classification of Functioning, Disability and HealthKinder- und JugendlichentherapieLehrtätigkeit (Hochschule)NeuropsychologieOpfer- und BetroffenenberatungPsychiatrie und Psychotherapie (ärztlich)Qualitative ForschungsmethodeQuantitative ForschungsmethodeRehabilitationSozialmedizin, MedizinsoziologieSozialpsychologieSuchttherapieTiefenpsychologieTraumatherapieVerhaltenstherapieWeitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse:Kompetenzgruppe "Personengruppen"
▶ Digitalisierung
Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Es eröffnet sich für Klinische Psychologen und Psychologinnen ggf. die Chance, sich mit folgenden Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen:Affective Computing (z.B. KI-Anwendungen, die menschliche Emotionen erkennen, für psychologische Messungen einsetzen)Dokumentenmanagementsysteme - DMS (z.B. Berichte und Gutachten anfertigen sowie Befunde dokumentieren)Elektronische Patientenakte - ePA (z.B. ärztliche Diagnosen, Laborwerte und andere Gesundheitsdaten elektronisch erfassen und auswerten, um die psychotherapeutische Behandlung optimal vorzubereiten)Game Based Learning (z.B. die Entwicklung von posttraumatischen Symptomen mithilfe von Serious Games verhindern)KI-basierte medizinische Diagnosesysteme (z.B. testpsychologische Untersuchungen mithilfe von Künstlicher Intelligenz auswerten)Predictive Analytics (z.B. Daten auf Grundlage von Befunderhebungen auswerten und mögliche Krankheitsverläufe prognostizieren)Therapie- und Pflegeroboter (z.B. Konzepte zum Einsatz von Therapierobotern in der psychologischen Betreuung erstellen)
▶ Arbeitssituation
Klinische Psychologen und Psychologinnen tragen im Umgang mit Patienten ein hohes Maß an Verantwortung. Bei Befunderhebungen, Behandlungen und Dokumentationsaufgaben ist eine sorgfältige und konzentrierte Arbeitsweise erforderlich. Im Gespräch mit Patienten und Angehörigen benötigen Klinische Psychologen und Psychologinnen Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit zuzuhören. Sie bewahren dabei die notwendige innere Distanz, um Therapieverläufe objektiv beurteilen zu können. Da Therapien oft von nur kleinen Fortschritten, aber auch von Rückfällen gekennzeichnet sind, benötigen sie ein hohes Maß an Frustrationstoleranz sowie Durchhaltevermögen und Geduld. In allen Situationen beachten sie die Schweigepflicht. Sie stimmen sich eng mit anderen Fachkräften und Experten ab, z.B. mit Neurologen und Neurologinnen, Gerontologen und Gerontologinnen sowie mit Physiotherapeuten und -therapeutinnen oder Ärzten und Ärztinnen. Dabei ist ein klares Ausdrucks- bzw. Kommunikationsvermögen unentbehrlich.Klinische Psychologen und Psychologinnen setzen standardisierte Tests, Fragebögen und apparative Verfahren zur Diagnose und Behandlung psychischer Störungen ein. Im Büro am Computer dokumentieren sie Diagnose und Behandlungsverlauf. Hier wie auch in Behandlungsräumen führen sie Beratungs- und Therapiegespräche mit Patienten aller Altersstufen und/oder ihren Angehörigen. Im Klinikbereich wird nach festgelegtem Wechsel auch samstags sowie sonn- und feiertags Bereitschaftsdienst geleistet.
▶ Existenzgründung
Klinische Psychologen und Psychologinnen können z.B. in einer psychologischen Praxis freiberuflich arbeiten, ggf. auch als Teilhaber und Teilhaberinnen.
▶ Verdienst/Einkommen
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Tarifbereich öffentlicher Dienst (monatlich): 5.367 € bis 7.194 €Quelle:Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L)Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.
▶ Branchen im Einzelnen
GesundheitswesenKrankenhäuserErbringung von Dienstleistungen von Psychotherapeutinnen und -therapeuten, klinischen und Gesundheitspsychologinnen und -psychologen, ohne ärztliche TherapienSozialwesenSeniorenwohnheimeWohnheime für Menschen mit BehinderungHeime und Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, stationäre Hilfen zur Erziehung, z.B. ErziehungsheimePflegeheimeSonstige soziale Beratungsdienste, z.B. Erziehungs-, Jugend- und FamilienberatungsstellenSozialversicherungSozialversicherung, z.B. KrankenkassenPolitische Parteien, Verbände, OrganisationenOrganisationen der Bildung, Wissenschaft und Forschung, z.B. Organisationen des Gesundheitswesens, Verbände der SozialversicherungsträgerHochschulen, Fachhochschulen, Berufs-, FachakademienUniversitäten
▶ Zugang zur Tätigkeit
Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes weiterführendes Studium der Klinischen Psychologie.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.
▶ Zugangsstudienfächer
Klinische Psychologie (weiterführend)
▶ Arbeitsbereiche/Branchen
Klinische Psychologen und Psychologinnen finden Beschäftigung z.B.in Krankenhäusern, Kliniken und psychotherapeutischen Praxenin Rehabilitationseinrichtungen, Heimen und Beratungsstellenbei Organisationen des Gesundheitswesens und Sozialversicherungsträgernan Hochschulen und Forschungseinrichtungen
▶ Tätigkeitsbezeichnungen
Klinische/r Psychologe/PsychologinBerufsbezeichnung in englischer SpracheClinical psychologist (m/f)Berufsbezeichnung in französischer SprachePsychologue clinicien/Psychologue clinicienne
▶ Sonstige Zugangsbedingungen
Beschäftigte in Gemeinschafts- und medizinischen Einrichtungen müssen gemäß Infektionsschutzgesetz ihre Masernimpfung oder -immunität nachweisen, wenn sie nach 1970 geboren sind.
▶ Arbeits- und Sozialverhalten
Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Studienberuf ausüben zu können.Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. im Rahmen der Notfallpsychologie engagiertes und zeitlich flexibles Betreuen von Unfall- und Katastrophenopfern sowie von Rettungskräften)Durchhaltevermögen / Zielstrebigkeit (z.B. Fortsetzen der Therapie auch bei kleinen Fortschritten oder Rückschlägen)Sorgfalt (z.B. sorgfältiges Analysieren und Diagnostizieren psychischer Störungen)Verantwortungsbewusstsein und -bereitschaft (z.B. Übernehmen von Verantwortung für Menschen mit psychischen Störungen und seelischen Verletzungen; gewissenhaftes Erstellen von psychologischen Gutachten)Entscheidungsfähigkeit (z.B. sicheres und schnelles Entscheiden über Therapieformen)Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Auswählen von geeigneten therapeutischen Maßnahmen)Verschwiegenheit (z.B. Wahren von Stillschweigen über Verhaltensauffälligkeiten, psychische Störungen und Erkrankungen von Patienten)Psychische Belastbarkeit (z.B. konzentriertes Arbeiten auch bei hohem Patientenaufkommen und langen Dienstzeiten)Psychische Stabilität (z.B. Wahren von professioneller Distanz gegenüber dem Schicksal psychischer kranker oder traumati...
▶ Die Tätigkeit im Überblick
Klinische Psychologen und Psychologinnen analysieren psychische Störungen von Menschen und führen Behandlungen oder Beratungen durch.
▶ Stellen- und Bewerberbörsen
aerztestellen.deBMJ CareersDGSFKonturen - Fachportal zu Sucht und sozialen FragenLeibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID)Medische VacaturebankPsycCareersPsychJobPsychologieJobsStaffSanté.frStellenangebote/Praxisbörse DGVT-Berufsverband Psychosoziale Berufe e.V.
▶ Verbände und Organisationen
Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP)Bundespsychotherapeutenkammer BPtKDeutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs)European Association for Psychotherapy (EAP)IFT Institut für Therapieforschungver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
▶ Arbeitsbedingungen im Einzelnen
Verantwortung für Personen (für die psychische Gesundheit der Patienten und Klienten Verantwortung übernehmen)Umgang mit problembelasteten Menschen (z.B. Alkohol- und Drogenabhängige sowie Patienten mit Depressionen oder Essstörungen)gefühlsmäßig belastende Situationen und Tätigkeiten (z.B. bei der Konfrontation mit Missbrauchsopfern)Gruppen-, Teamarbeit (z.B. bei der Durchführung eines Hilfsprogramms mit therapeutischen und medizinischen Fachkräften zusammenarbeiten)Bildschirmarbeit (z.B. mithilfe spezieller Software die Diagnose und den Behandlungsverlauf dokumentieren und die erbrachte Leistung abrechnen)Arbeit in medizinischen Einrichtungen/Praxen (z.B. in Krankenhäusern und Kliniken)Arbeit in Büroräumen (z.B. Berichte und Gutachten anfertigen)Arbeit in Unterrichts-/Schulungsräumen (z.B. in Behandlungs- und Therapieräumen)Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft (z.B. in der Notfallpsychologie Opfer von Unfällen und Katastrophen und Rettungskräfte betreuen)
▶ Berufliche Einsatzmöglichkeiten
Berufliche Einsatzmöglichkeiten gegliedert nach Tätigkeitsfeldern:Lehrtätigkeit an HochschulenDozent/Dozentin an Hochschulen und AkademienStudiengangkoordinator/StudiengangkoordinatorinPsychologische Analyse, Beratung, TherapieFamilientherapeut und Paartherapeut/Familientherapeutin und PaartherapeutinPsychoonkologe/PsychoonkologinVerhaltenstherapeut/VerhaltenstherapeutinSozialberatung, -arbeitJugendberater/JugendberaterinSuchtberater/Drogenberater / Suchtberaterin/DrogenberaterinWissenschaftliche ForschungForschungsreferent/ForschungsreferentinLeiter einer Forschungsgruppe/Leiterin einer ForschungsgruppeWissenschaftlicher Mitarbeiter/Wissenschaftliche Mitarbeiterin
▶ Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel
Im Mittelpunkt der Tätigkeit von Klinischen Psychologen und Psychologinnen stehen Menschen mit z.T. schweren psychischen Auffälligkeiten. Um diese fachgerecht zu behandeln, werden u.a. folgende Arbeitsmittel eingesetzt: Unterlagen, z.B.: Patientenakten, Arztbriefe, Gutachten, Interventions- und Rehabilitationskonzepte, Struktur-, Prozess- oder sonstige Umfeldanalysen, Interview-, Test- und Erfassungsbögen, Rezepte, Fachpublikationen, RechtsvorschriftenBüroausstattung, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon
▶ Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Klinische Psychologen und Psychologinnen erfassen die individuelle Situation ihrer Patienten und Patientinnen durch Gespräche, Tests und Untersuchungen. Sie stellen Diagnosen, prognostizieren Krankheitsverläufe und wählen geeignete Behandlungen aus. Ziel ihrer Interventionen ist es, die körperliche und seelische Gesundheit zu fördern oder eine dauerhafte Störung zu verhindern bzw. abzuschwächen oder vollständig zu heilen. In der Notfallpsychologie setzen sie Sofortmaßnahmen um und stellen dann eine mittel- und langfristige Begleitung zur Bewältigung der Situation sicher.Zudem unterstützen sie in der Sozialberatung bei Lebenskrisen und sozialen Konflikten. In der Forschung analysieren sie krankhafte Beeinträchtigungen der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, Verhaltens oder sozialer Beziehungen und veröffentlichen ihre Ergebnisse.
▶ Weiterbildung (berufliche Anpassung)
Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Psychologie, Psychotherapie, Soziale Beratung, Familienhilfe).
▶ Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)
Aufstiegsweiterbildung, speziell konzipiert für Hochschulabsolventen, baut auf vorhandenen Qualifikationen auf. Sie bietet die Möglichkeit, das Kompetenzprofil zu erweitern und Karrierechancen auszubauen (z.B. durch eine Weiterbildung als Sozialtherapeut/in oder als Fachpsychotherapeut/in in einem der Gebiete Kinder und Jugendliche, Erwachsene oder Neuropsychologische Psychotherapie).Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Analyse, Beratung, Therapie psychologische Anamnese erheben sowie Messungen und Untersuchungen durchführenDiagnosen stellen, Krankheitsverlauf prognostizieren, Beratungen durchführen und Behandlungen einleitenzur Abstimmung der Behandlungsstrategie Kontakt mit Fachärzten/-ärztinnen herstellenentwicklungsfördernde Maßnahmen zur Prävention von Erkrankungen und Verhaltensstörungen durchführen, Betroffene und deren Angehörige beratenBehandlungsstrategie je nach Diagnose umsetzen, z.B. bei Abhängigkeiten, Zwangsstörungen, Depressionen, Essstörungen oder chronischen Schmerzen in der Notfallpsychologie Sofortmaßnahmen einleiten und mittel- bis langfristige Begleitung sicherstellen Fachaufsicht übernehmen, z.B. in der Kinder- und Jugendhilfeindividuelle Hilfsprogramme durchführen, die Motivation und Lebensperspektive berücksichtigenpräventive, unterstützende, rehabilitative sowie psychotherapeutische Tätigkeiten durchführen, z.B. bei der Arbeit mit älteren Menschenperspektivische Hilfsangebote anbieten, z.B. Wiedereingliederung in Alltag, bei Jugendlichen etwa Schuleingliederung, Ausbildungs- oder BerufsfindungSchmerz- und Palliativpatienten/-patientinnen betreuenSupervision und psychologische Betreuung von Berufsgruppen mit häufigen Krisensituationen übernehmen, z.B. medizinisches Personal, Einsatz- und Rettungskräfte (Polizei, Feuerwehrleute, Katastrophenschutz) Sozialberatung und -arbeit in Beratungsstellen mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Angehörigen arbeitenUnterstützu...
▶ Weitere Jobalternativen (Bewerbersicht)
Folgende weitere Beschäftigungsalternativen bieten sich für den Beruf Klinische/r Psychologe/Psychologin an:Tätigkeitsfeld Sozialberatung, -arbeitPädagogischer Psychologe/Pädagogische PsychologinSozialarbeiter/Sozialpädagoge / Sozialarbeiterin/SozialpädagoginPädagoge/PädagoginGemeinsamkeiten:Einzelpersonen, Familien oder bestimmte Personengruppen in sozialen Problemsituationen betreuen und beratenorganisatorisch-verwaltende Aufgaben übernehmenHinweis: Die genannten Jobalternativen erfordern ggf. eine längere Einarbeitung oder eine Zusatzausbildung.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Klinische Psychologen und Psychologinnen analysieren psychische Störungen von Menschen und führen Behandlungen oder Beratungen durch.Diagnosen - Prognosen - InterventionenWenn interne - psychische oder somatische - oder externe - z.B. umweltbezogene oder soziale - Störungen auf Einzelne, Gruppen oder Systeme einwirken, untersuchen Klinische Psychologen und Psychologinnen mit wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen die Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge, Wirkungsbedingungen und deren Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten. Sie führen psychologische Analysen durch, diagnostizieren und klassifizieren psychische Störungen, um geeignete psychologische bzw. psychotherapeutische Behandlungswege einzuleiten oder Maßnahmen der Prävention und Rehabilitation zu ergreifen.Von Prävention bis NotfallpsychologieKlinische Psychologen und Psychologinnen geben Menschen in Ausnahme- oder Notfallsituationen psychologische Hilfestellung. Sie beraten Patienten, die alkohol- oder drogenabhängig sind oder unter Zwängen, Depressionen, Essstörungen oder chronischen Schmerzen leiden. Dabei analysieren und diagnostizieren sie, um welche psychischen Störungen es sich handelt und welche Behandlungsstrategien eingesetzt werden können. Im Gegensatz zu Psychiatern bzw. Psychiaterinnen dürfen sie allerdings keine Medikamente verschreiben. In der Notfallpsychologie stehen sie unmittelbar nach psychisch erschütternden Ereignissen zur Seite und leiten Sofortmaßnahmen ein. Außerdem sorgen sie...
▶ Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten
Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung möglicher Tätigkeiten in diesem Studienberuf benötigt.Fähigkeitenverbales (sprachliches) Denken (z.B. Analysieren und Interpretieren von Therapiegesprächen; Beraten in Problemlagen)Beobachtungsgenauigkeit (z.B. Diagnostizieren von normabweichendem Erleben und Verhalten von Probanden/Probandinnen, das mit einer Gefährdung für sich selbst oder andere verbunden ist, eine eigenständige und funktionale Lebensführung behindert und länger als 6 Monate andauert)Merkfähigkeit (z.B. Gedächtnis für Personen, deren Vorgeschichte und psychologische Störungsbilder)Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Koordinieren von Aufnahme, Verlegung und Entlassung von Patienten/Patientinnen; Leiten von Besprechungen und Visiten; Überwachen von Leistungsabrechnungen entsprechend den Rechtsvorschriften bzw. Entgeltsystemen)Pädagogisches Geschick (z.B. Betreuen von Studierenden im Rahmen universitärer Lehraufträge; Betreuen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Kinder- bzw. Jugendtherapie oder systemischer Therapieansätze)Kenntnisse und FertigkeitenVerständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Verstehen der Äußerungen von Patienten/Patientinnen oder Klienten/Klientinnen, etwa beim Erheben von Anamnesen)Mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. Halten von Seminaren zu Themen wie Führung, Teamentwicklung, Kommunikation oder Medienwahrnehmung)Textverständnis (z.B. Lesen und Verstehen von Fallstudien, psychologischer und medizinische...
▶ Charakteristische körperliche Anforderungen
Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.Ungestörtes Sprechvermögen (z.B. Therapiegespräche mit Patienten führen)Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. ärztliche Untersuchungsberichte lesen; Verhaltensbeobachtungen bei psychisch erkrankten Menschen durchführen)Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. Schulungen halten; Anamnesen erheben)(Intaktes) Belastbares Nervensystem (z.B. mit gefühlsmäßig belastenden Situationen und Tätigkeiten umgehen)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.
▶ Unmittelbare Job- und Besetzungsalternativen
Im Folgenden werden Berufe oder Tätigkeiten genannt, die Ähnlichkeiten zum Ausgangsberuf aufweisen. Diese Berufe stellen für Bewerber, die in ihrem erlernten Beruf keine freie Stelle finden, eine mögliche Alternative dar. Darüber hinaus können Arbeitgeber Fachkräfte dieser Berufe als Alternativen für die Besetzung einer Arbeitsstelle im Ausgangsberuf in Betracht ziehen.Manche Alternativberufe umfassen nur Teiltätigkeiten des Ausgangsberufs, andere erfordern eine Einarbeitungszeit, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.Folgende unmittelbare Beschäftigungs- und Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Klinische/r Psychologe/Psychologin an:Job- und Besetzungsalternativenfür die Gesamttätigkeit (i.d.R. kurze Einarbeitung):Psychologe/Psychologinfür berufliche Schwerpunkte (i.d.R. kurze Einarbeitung):Sozialtherapeut/SozialtherapeutinSuchtpsychologe/Suchtpsychologinfür Teiltätigkeiten und berufliche Einsatzmöglichkeiten (mit/ohne Einarbeitung):Jugendberater/JugendberaterinNeuropsychologe/NeuropsychologinPsychoonkologe/Psychoonkologinin angrenzenden Berufen:Psychotherapeut/PsychotherapeutinEine Aufstellung aller möglichen Verwandtschaftsstufen findet man hier:Erläuterungen zu den einzelnen Verwandtschaftsstufen
▶ Anerkennung von ausländischen Qualifikationen
Die Tätigkeit als Klinische/r Psychologe/Psychologin ist nicht reglementiert.Um mit einem im Ausland erworbenen Abschluss in diesem Beruf zu arbeiten, ist keine berufliche Anerkennung notwendig. Jedoch besteht die Möglichkeit, für ausländische Hochschulabschlüsse eine individuelle Zeugnisbewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) zu beantragen. Diese kann für Bewerbungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt hilfreich sein.Weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland:Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland - zentrale Informations-Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)Für Menschen aus dem Ausland - Ein Informationsangebot der Bundesagentur für ArbeitZentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für ArbeitMake it in Germany - Das Willkommensportal der Fachkräfte-Offensive für internationale Fachkräfte
▶ Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen
Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.Sprachstörung, Sprachfehler (z.B. Therapiegespräche mit Patienten führen)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. ärztliche Untersuchungsberichte lesen; Verhaltensbeobachtungen bei psychisch erkrankten Menschen durchführen)Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. Schulungen halten; Anamnesen erheben)Schwere vegetative oder nervliche Erkrankungen (z.B. mit gefühlsmäßig belastenden Situationen und Tätigkeiten umgehen)Stoffwechselkrankheiten (z.B. Belastungen durch Rufbereitschaft)Chronische Magen- oder Darmleiden (z.B. Belastungen durch Rufbereitschaft)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin in Deutschland? ▼
In Deutschland sind Klinische Psychologen wichtige Gesundheitsfachkräfte, die psychische Störungen von Einzelpersonen analysieren, diagnostizieren und entsprechende Behandlungs- oder Beratungsleistungen anbieten. Dieser Beruf beginnt mit der Beurteilung der individuellen Situation von Patienten durch Interviews, psychologische Tests und verschiedene Untersuchungen; anschließend prognostizieren sie den Verlauf von Krankheiten und legen die am besten geeigneten Behandlungsstrategien fest. Klinische Psychologen helfen Personen, die mit verschiedenen psychischen Problemen wie Süchten, Zwangsstörungen, Depressionen, Essstörungen oder chronischen Schmerzen zu kämpfen haben, und bieten gleichzeitig Krisenintervention in Notfällen sowie langfristige Unterstützung an.
Ihre Verantwortungsbereiche sind recht breit gefächert; sie zielen darauf ab, die körperliche und geistige Gesundheit von Einzelpersonen zu verbessern, anhaltende Störungen zu verhindern, zu lindern oder vollständig zu heilen. Darüber hinaus bieten sie soziale Beratungsdienste bei Lebenskrisen und sozialen Konflikten an und können Aufsichtsfunktionen in Bereichen wie der Kinder- und Jugendhilfe übernehmen. In ihrem Berufsleben können sie Berufsgruppen, die häufig Krisen erleben, wie Gesundheitspersonal, Polizei oder Feuerwehr, psychologische Unterstützung und Supervision bieten und sogar wissenschaftliche Forschung zur Psych...
Ist Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.
Wie kann ich in Deutschland als Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin qualifiziert werden? ▼
Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes weiterführendes Studium der Klinischen Psychologie.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.
Wo arbeiten Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin in Deutschland typischerweise? ▼
Klinische Psychologen und Psychologinnen arbeiten in erster Liniein Untersuchungs- und Behandlungsräumenin Sprech- und Patientenzimmernin BüroräumenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auch in Hörsälen oder Unterrichtsräumen (bei Lehrtätigkeit)
Wie hoch ist das typische Gehalt für Klinischer Psychologe/Klinische Psychologin in Deutschland? ▼
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Tarifbereich öffentlicher Dienst (monatlich): 5.367 € bis 7.194 €Quelle:Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L)Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.