Was ist Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik?
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Informatik →Der Beruf Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Informatik:
- Economics Data Science and Policy
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Informatik
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
3D Interaction Games
Master · Merz Akademie Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart
Administrative Computer Science
Bachelor · Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung
Advanced and Computational Mathematics
Master · Technische Universität Chemnitz
Advanced Computational and Civil Engineering Studies – ACCESS
Master · Dresden University of Technology
Detaillierte Informationen
▶ Medien
Biomedical EngineeringBIOspektrumChemBioChemDeine Zukunft: BiowissenschaftenDeutsche Akademie der TechnikwissenschaftenForschungsnetzwerk Muskeloskelettale Biomechanik (MSB-NET)mt - medizintechnikOnline-Studienführer "Master in den Biowissenschaften"Orthopädie Technikthink ING. Netzwerk für Schüler und Studierende
▶ Trends
Smarte HandprothesenMittlerweile sind Handprothesen am Markt, die Anwender und Anwenderinnen intuitiv in Echtzeit steuern können: Ausgerüstet sind die smarten Prothesen mit Elektroden, die feinste Muskelsignale des Unterarms aufnehmen und messen. Selbstlernende Algorithmen erkennen Muster, die charakteristisch für einzelne Handbewegungen sind, und wandeln sie in Bewegungsabläufe um. Zukünftig werden Prothesen natürliche Tasteindrücke durch elektrische Impulse ermöglichen. Fach- und Führungskräfte aus Orthopädie, Medizintechnik und Rehabilitation werden sich mit entsprechender Weiterbildung auf diese neue Technologie vorbereiten.Mobile Exoskelette und Reha-RobotikExoskelette bieten bewegungseingeschränkten Menschen Autonomie. Dafür misst der Roboteranzug durch Sensoren die Bewegungsqualität der Patienten und Patientinnen. Zusätzlich stärkt er ihre Motorik, mobilisiert Muskeln und stimuliert Nerven. Bei Armlähmungen kann z.B. ein roboterassistiertes Armtraining eingesetzt werden. Das Exoskelett erkennt, ob der Patient bzw. die Patientin eine Bewegung selbst ausführen kann. Wenn nicht, unterstützt es sie technisch. Für Fachkräfte aus Orthopädie, Rehabilitation und Medizintechnik eröffnen sich neue Tätigkeiten in der Mensch-Roboter-Interaktion.
▶ Interessen
Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um in diesem Studienberuf erfolgreich zu sein. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit angegeben. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.Interesse an theoretisch-abstrakten Tätigkeitenz.B. Analysieren von Messdaten mithilfe Künstlicher Intelligenzz.B. Entwickeln von Simulationen für komplexe Bewegungsabläufez.B. Bearbeiten technischer Fragestellungen mithilfe mathematischer ModellbildungInteresse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeitenz.B. Entwerfen von Testkonzepten für biomechanische Produktez.B. Planen und Durchführen von Produktsicherheitstests für SportschuheInteresse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeitenz.B. Dokumentieren von Testergebnissen; Organisieren von Labortest mit ProbandenInteresse an praktisch-konkreten Tätigkeitenz.B. Testen und Anpassen neuer biomechanischer Geräte
▶ Arbeitsorte
Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik arbeiten in erster Liniein Büroräumenin Testlabors in medizinischen Funktionsräumenin Werkstätten und Produktionshallenin BesprechungsräumenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil
▶ Kompetenzen
Kernkompetenzen, die man während des Studiums erwirbt bzw. vertieft:BiomechanikBiophysikCAD (Computer Aided Design)-Systeme anwendenEntwicklungErgonomieExoskeletteKinematikKinesiologieKonstruktionMedizintechnik, biomedizinische TechnikOrthopädie-, RehatechnikPhysikalische Mess-, PrüfverfahrenStatistikWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:AnatomieArbeitsmedizinArbeitsvorbereitungBionikEndoprothetikFachpublikationen erstellenForschungLehrtätigkeit (Hochschule)MechanikMedizinische InformatikMedizinphysikProthesenfertigung (Orthopädie)QualitätsmanagementSensomotorikWerkstoffkunde, WerkstoffphysikWissenschaftliche Dokumentation
▶ Digitalisierung
Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Es eröffnet sich für Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik ggf. die Chance, sich mit folgenden Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen:3-D-Simulation (z.B. Simulationsberechnungen durchführen, die beispielsweise der Weiterentwicklung von Therapiemöglichkeiten oder medizintechnischen Produkten dienen)Dokumentenmanagementsysteme - DMS (z.B. Berechnungs- und Versuchsergebnisse dokumentieren)Exoskelette (z.B. mit Sensoren ausgestattete Exoskelette entwickeln)Laborinformationssysteme - LIS (z.B. mit intelligenten Labor- und Prüfsystemen biomechanische Produktsicherheits- oder Materialprüfungstests durchführen und dokumentieren)Medizinische Nano- und Mikroroboter (z.B. Materialien und Verfahren zur Herstellung von Mikrorobotern entwickeln)Numerische Simulation (z.B. menschliche Bewegungsabläufe simulieren und analysieren)Serviceroboter (z.B. menschliche Biomechanik analysieren, um Beweglichkeit und Ergonomie von Servicerobotern zu optimieren)
▶ Arbeitssituation
Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik übernehmen eigenverantwortlich Aufgaben beim Erfassen und Analysieren von Bewegungsabläufen mithilfe messtechnischer Einrichtungen und Computersimulationen. Dazu benötigen sie analytisches Denkvermögen und eine systematische Arbeitsweise, bei langwierigen Projekten auch Geduld und Ausdauer. Biomechanische Produktsicherheitstests führen sie sorgfältig und verantwortungsbewusst durch, auch weil die Produkte für Gesundheit und Wohlbefinden von Patienten entscheidend sein können. Interdisziplinäres Denken und Teamfähigkeit ermöglichen die Zusammenarbeit mit Spezialisten z.B. aus der Medizin, der Sportwissenschaft oder der Produktentwicklung. Im Beratungsgespräch mit Auftraggebern oder Kunden gehen sie serviceorientiert auf deren Wünsche und Anforderungen ein. In der Lehre an Hochschulen wenden sie zudem pädagogische sowie fachdidaktische Kenntnisse an und messen die Qualität ihrer Lehre an den Fortschritten und Rückmeldungen der Studierenden. Führen sie als Projektleiter/in ein Team, so gehören Organisation, Planung und Personalführung zu ihren Aufgaben. Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik arbeiten häufig im Büro, wo sie am Computer mit spezieller Software Testreihen auswerten und Simulationen durchführen. Für das Konstruieren setzen sie CAD-Programme ein. In Testlabors und an Prüfständen untersuchen sie z.B. Bewegungsabläufe beim Heben oder die Haltbarkeit von Prothesen.
▶ Existenzgründung
Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik können z.B. in folgenden Bereichen freiberuflich arbeiten:mit einem eigenen Ingenieurbüro für Beratungs-, Planungs-, Projektierungs- oder Analytikdienstleistungenals Berater/inals Gutachter/inals Sachverständige/rInformationen zur Existenzgründung z.B. durch:Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI)
▶ Verdienst/Einkommen
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Tarifbereich öffentlicher Dienst (monatlich): 4.670 € bis 6.177 €Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (monatlich): 5.066 € bis 6.439 €Quellen:Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD)Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.
▶ Branchen im Einzelnen
Medizinische Technik, Orthopädie, ZahntechnikHerstellung von orthopädischen Erzeugnissen, z.B. Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei ProthesenherstellernHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen Geräten, z.B. Entwicklung von Geräten für die medizintechnische IndustrieHerstellung von medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten und Materialien a. n. g., z.B. Entwicklung von Geräten für die medizintechnische IndustrieFeinmechanik, OptikHerstellung von PrüfmaschinenSportgeräte, SpielwarenHerstellung von SportgerätenSonstige KonsumgüterHerstellung von sonstigen Erzeugnissen a. n. g.GesundheitswesenKrankenhäuser, z.B. orthopädische AbteilungenTechnische, physikalische, chemische UntersuchungTechnische, physikalische und chemische Untersuchung
▶ Zugang zur Tätigkeit
Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Biomechanik.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.
▶ Zugangsstudienfächer
Biomechanik (grundständig)Biomechanik (weiterführend)
▶ Arbeitsbereiche/Branchen
Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik finden Beschäftigungbei Herstellern medizintechnischer und orthopädischer Produktein Unternehmen der Sportgeräteentwicklungin Forschungs- und Entwicklungseinrichtungenin Kliniken und Krankenhäusern
▶ Tätigkeitsbezeichnungen
Ingenieur/in - BiomechanikBerufsbezeichnung in französischer SpracheIngénieur/Ingénieure de biomécanique
▶ Sonstige Zugangsbedingungen
Hinweis zum Führen von Berufsbezeichnungen:Die Bezeichnung "Ingenieur" bzw. "Ingenieurin" ist geschützt.Um den gesetzlich geschützten Titel "Beratender Ingenieur" bzw. "Beratende Ingenieurin" führen zu können, sind mehrjährige Fachpraxis, die Mitgliedschaft in einer Länderingenieurkammer und die Eintragung in die dortige Liste der Beratenden Ingenieure und Ingenieurinnen Voraussetzung.
▶ Arbeits- und Sozialverhalten
Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Studienberuf ausüben zu können.Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. Bereitschaft zur engagierten Übernahme anspruchsvoller Entwicklungsaufträge mit engen Fertigstellungsterminen)Durchhaltevermögen / Zielstrebigkeit (z.B. Aufspüren von Schwachstellen und Weiterentwicklung von Computermodellen für die Bewegungsanalyse; Durchführen langwieriger und umfangreicher Messreihen)Sorgfalt (z.B. sorgfältiges Planen und Durchführen von Messreihen für die Analyse menschlicher Bewegungsabläufe; fehlerfreies Auswerten von sensorischen oder optisch ermittelten Daten mit Methoden der Mustererkennung und künstlicher Intelligenz)Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Entwickeln von Testmethoden und Versuchsanordnungen für die Bewegungsanalyse)Lernbereitschaft (z.B. kontinuierliche Weiterbildung zu den neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Computersimulation durch Lesen von Fachliteratur oder Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen)
▶ Die Tätigkeit im Überblick
Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik erfassen und analysieren menschliche Bewegungsabläufe und setzen sie in Computermodelle und -simulationen um, u.a. für die Entwicklung von therapeutischen Maßnahmen und medizintechnischen Produkten. Im technischen Betrieb übernehmen sie z.B. die Durchführung und Auswertung von biomechanischen Produktsicherheitstests und entwerfen neue Testkonzepte und -aufbauten.
▶ Stellen- und Bewerberbörsen
BIngK BundesingenieurkammerBiologie.deBiologyJobs.comBioMBionity.com KarriereDeutsche Gesellschaft für Biomechanik (DGfB) - Job AnnoncenEnvironmentjob.co.ukget in (Engineering)hum-molgenjobvectorlife-science Karriere Servicesnature careersSciTechCareerWILA-Arbeitsmarkt
▶ Verbände und Organisationen
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)DGfB Deutsche Gesellschaft für Biomechanik e.VForschungsgemeinschaft Bionik-Kompetenznetz e.V. BIOKON e.V.Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMTFraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA)VBIO Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V.Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE)Vereinigung Deutscher Biotechnologie-Unternehmen (VBU)
▶ Arbeitsbedingungen im Einzelnen
Verantwortung für Personen (z.B. Produktsicherheit von Prothesen überprüfen; Mitarbeiter/innen anleiten und führen)Kundenkontakt (z.B. Kunden bei der Umsetzung der durchgeführten Messungen und Simulationen beraten)Arbeit mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen (z.B. bei der Konstruktion von Testaufbauten oder beim Umgang mit Materialprüfmaschinen)Bildschirmarbeit (z.B. am PC mit CAD-Programmen künstliche Gliedmaßen entwerfen)Handarbeit (z.B. Sensoren für die Erfassung von Bewegungsdaten anbringen)Arbeit in Büroräumen (z.B. Simulationen und Messreihen planen oder Arbeitsabläufe organisieren)Arbeit in Werkstätten, Werk-/Produktionshallen (z.B. Mitarbeiter/innen an Maschinen und Anlagen einweisen)Arbeit im Labor (z.B. Bewegungsanalysen, Materialuntersuchungen und Funktionstests durchführen)Arbeit in medizinischen Einrichtungen/Praxen (z.B. in Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen)Arbeit in Sporteinrichtungen (z.B. Bewegungsanalysen bei Athleten durchführen)Arbeit in Unterrichts-/Schulungsräumen (z.B. Lehrveranstaltungen in Hörsälen oder Seminarräumen vor einer Gruppe durchführen)
▶ Berufliche Einsatzmöglichkeiten
Berufliche Einsatzmöglichkeiten gegliedert nach Tätigkeitsfeldern:Lehrtätigkeit an HochschulenDozent/Dozentin an Hochschulen und AkademienStudiengangkoordinator/StudiengangkoordinatorinManagement, UnternehmensführungBetriebsleiter/Betriebsleiterin - technischProduktionsplanung, -steuerungArbeitsplanungsingenieur/ArbeitsplanungsingenieurinArbeitsvorbereiter/ArbeitsvorbereiterinLeiter/Leiterin in der ArbeitsvorbereitungLeiter/Leiterin in der Produktion und FertigungProduktionsingenieur/ProduktionsingenieurinQualitätssicherung, -managementLeiter/Leiterin im QualitätsmanagementQualitätsingenieur/QualitätsingenieurinLeiter/Leiterin in der QualitätssicherungQualitätsmanager/QualitätsmanagerinTechnisches Zeichnen, CAD, KonstruktionBerechnungsingenieur/BerechnungsingenieurinKonstruktionsingenieur/KonstruktionsingenieurinNormungsexperte/NormungsexpertinVerfahrens-, ProduktentwicklungApplication-Engineer/-Manager/inForschungs- und Entwicklungsingenieur/Forschungs- und EntwicklungsingenieurinLeiter/Leiterin in der Forschung und EntwicklungProduktentwickler/ProduktentwicklerinProduktingenieur/ProduktingenieurinProjektingenieur/ProjektingenieurinZulassungsbeauftragter/ZulassungsbeauftragteMessingenieur/MessingenieurinVertrieb, VerkaufLeiter/Leiterin - VertriebVertriebsingenieur/VertriebsingenieurinWissenschaftliche ForschungForschungsreferent/ForschungsreferentinLeiter einer Forschungsgruppe/Leiterin einer ForschungsgruppeWissenschaftlicher Mitarbeiter/Wissenschaftliche Mitarbeiterin
▶ Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel
Erzeugnisse, z.B.: Röntgengeräte, Ultraschallgeräte, Computertomografie- und MRT-Geräte, EKG- und EEG-Geräte, Orthesen, Prothesen, Sportgeräte, SportschuheTechnische Maschinen und Einrichtungen, z.B.: Materialprüfmaschinen, Versuchs-, Fertigungs- und MesseinrichtungenUnterlagen, z.B.: Testkonzepte, Kalkulationsunterlagen, Konstruktionszeichnungen, Terminpläne, Statistiken, technische Normen, Rechtsvorschriften (z.B. Sicherheitsbestimmungen)Büroausstattung und Software, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon, CAD-Anwendungen, Simulationsprogramme
▶ Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Biologie und Mechanik, insbesondere menschliche Bewegungsabläufe, mithilfe messtechnischer Systeme. Auf Basis der Messungen führen sie Simulationen durch, z. B. zur Entwicklung von Therapien oder medizintechnischen Produkten, und dokumentieren ihre Ergebnisse für interne Stellen und Kunden. Sie arbeiten eng mit Ärzten und Ärztinnen sowie Entwicklungs- und Produktionsabteilungen zusammen. Im technischen Betrieb sind sie für Konstruktion von Testaufbauten, Erstellung von Testroutinen und Einweisung von Mitarbeitern zuständig. Dabei betreuen sie auch Materialprüf- und Fertigungsmaschinen.
▶ Weiterbildung (berufliche Anpassung)
Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Orthopädietechnik, Messtechnik, Forschung und Entwicklung, Projektmanagement).Darüber hinaus kann sich der Trend, mobile Exoskelette für bewegungseingeschränkte Menschen einzusetzen, zu einem wichtigen Weiterbildungsthema für Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik entwickeln. Die Verwendung smarter Handprothesen bietet ebenfalls Weiterbildungspotenzial.
▶ Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)
Aufstiegsweiterbildung, speziell konzipiert für Hochschulabsolventen, baut auf vorhandenen Qualifikationen auf. Sie bietet die Möglichkeit, das Kompetenzprofil zu erweitern und Karrierechancen auszubauen (z.B. durch eine Weiterbildung als REFA-Ingenieur/in für Industrial Engineering).Bachelorabsolventen können ihre Berufs- und Karrierechancen durch ein weiterführendes Studium ausbauen, z.B. im Studienfach Biomechanik, Medizinische Technik oder Orthopädie-, Rehatechnik.Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Datenerfassung und Analysemenschliche Bewegungsabläufe mithilfe messtechnischer Systeme erfassen und analysierenBerechnungs- und Versuchsergebnisse auswertenErgebnisse dokumentieren Entwicklung und Konzeptionper Computersimulation z.B. Endoprothesen (künstliche Gelenke), Prothesen und Orthesen konstruierenmedizinisch-technische Geräte, Produkte und Verfahren entwerfen oder weiterentwickeln, projektieren und anpassengeeignete Materialien oder Produkte auswählen und Funktionen planen; technische Machbarkeit einschätzenneue Testkonzepte und -aufbauten entwerfenTechnischer BetriebTestaufbauten konstruieren und Testroutinen erstellen Tests durchführen, z.B. biomechanische Produktsicherheits- oder Materialprüfungstestsneue Geräte und Verfahren prüfen, erproben und beurteilen, z.B. Labortests oder Handhabbarkeitsstudien durchführenArbeitsprozesse planen, leiten und überwachenMitarbeiter/innen an Anlagen und Maschinen einweisen und betreuenAufgaben z.B. in der Qualitätssicherung, im Vertrieb oder in der Anwendungsberatung übernehmenForschung und Lehrean Forschungsvorhaben mitwirkenVorlesungen und Seminare vorbereiten bzw. abhalten, Unterricht nachbereiten, ggf. Prüfungen abnehmenForschungsberichte verfassen
▶ Weitere Jobalternativen (Bewerbersicht)
Folgende weitere Beschäftigungsalternative bietet sich für den Beruf Ingenieur/in für Biomechanik an:Tätigkeitsfeld Verfahrens-, ProduktentwicklungIngenieur/Ingenieurin - SportGemeinsamkeiten:bei der Entwicklung von Geräten im Bereich Reha/Sport Führungsaufgaben übernehmenKonstruktionsunterlagen erstellentechnische Berechnungen durchführenmedizinische Kenntnisse anwendenHinweis: Die genannte Jobalternative erfordert ggf. eine längere Einarbeitung oder eine Zusatzausbildung.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik erfassen und analysieren menschliche Bewegungsabläufe und setzen sie in Computermodelle und -simulationen um, u.a. für die Entwicklung von therapeutischen Maßnahmen und medizintechnischen Produkten. Im technischen Betrieb übernehmen sie z.B. die Durchführung und Auswertung von biomechanischen Produktsicherheitstests und entwerfen neue Testkonzepte und -aufbauten.Arbeitsgebiete der BiomechanikDie Biomechanik findet auf vielen Gebieten Anwendung, insbesondere in der Medizintechnik, Rehabilitationstechnik, Sportwissenschaft, Ergonomie, Industrie und Forschung. In der Sportbiomechanik beispielsweise geht es sowohl im Leistungssport als auch im Breitensport darum, Bewegungsverfahren zu optimieren und dabei zugleich die Gesundheit der Athleten und Athletinnen zu schonen. Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik wenden dafür unterschiedliche Untersuchungs- und Messverfahren an, z.B. die Elektromyographie (Messung der Muskelaktivität), und werten die Messergebnisse aus. Ihre Analysen setzen sie dann z.B. in der Entwicklung und Herstellung von Sportschuhen oder Sportgeräten ein, aber auch in der wissenschaftlichen Grundlagenforschung. In der Medizin- bzw. Rehabilitationstechnik wirken Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik z.B. mit bei der Implementierung und Evaluation von Bewegungsprogrammen und bei der Analyse von Gangveränderungen in der orthopädischen Rehabilitation. In der präventiven Biomechanik führen sie...
▶ Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten
Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung möglicher Tätigkeiten in diesem Studienberuf benötigt.Fähigkeitennumerisches (rechnerisches) Denken (z.B. Anwenden mathematischer Verfahren und Gleichungssysteme bei der Bewegungsanalyse)figural-räumliches Denken (z.B. Entwickeln von künstlichen Gelenken und Prothesen mithilfe von CAD-Software)Beobachtungsgenauigkeit (z.B. Beobachten und Analysieren menschlicher Bewegungsabläufe)Technisches Verständnis (z.B. Konstruieren von Testaufbauten; Entwerfen und Testen künstlicher Gelenke und Prothesen)Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Organisieren von interdisziplinären Projektgruppen; Planen des Mitarbeitereinsatzes)Kenntnisse und FertigkeitenRechenfertigkeiten (z.B. Berechnen der Kosten von medizinisch-technischen Geräten)
▶ Rechtliche Regelungen für die Tätigkeit
Ingenieurrecht der einzelnen Bundesländer Die Länderregelungen orientieren sich am Musteringenieur(kammer)gesetz (Stand: 18.11.2003, beschlossen von der Wirtschaftsministerkonferenz am 10./11.12.2003), geändert durch Beschluss der Wirtschaftsministerkonferenz vom 26./27.06.2018Gleichwertigkeit ausländischer BerufsqualifikationenRichtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen vom 30.09.2005 (ABl. EU L 255, S. 22), zuletzt geändert durch Delegierten Beschluss (EU) 2025/2187 vom 30.07.2025 (ABl. EU L 2187, S. 1)
▶ Charakteristische körperliche Anforderungen
Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Versuchsanordnungen für die messtechnische Erfassung von Bewegungsabläufen aufbauen)Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. Sensoren zur Messwerterfassung präzise positionieren)Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. am Computer Konstruktionspläne erstellen)Farbsehvermögen (z.B. farblich differenzierte Konstruktionszeichungen richtig erkennen)Räumliches Sehvermögen (z.B. biomechanische Produkte korrekt konfigurieren)Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. Rückfragen von Kunden bezüglich der Materialeigenschaften und Funktionsweise von Prothesen verstehen)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.
▶ Unmittelbare Job- und Besetzungsalternativen
Im Folgenden werden Berufe oder Tätigkeiten genannt, die Ähnlichkeiten zum Ausgangsberuf aufweisen. Diese Berufe stellen für Bewerber, die in ihrem erlernten Beruf keine freie Stelle finden, eine mögliche Alternative dar. Darüber hinaus können Arbeitgeber Fachkräfte dieser Berufe als Alternativen für die Besetzung einer Arbeitsstelle im Ausgangsberuf in Betracht ziehen.Manche Alternativberufe umfassen nur Teiltätigkeiten des Ausgangsberufs, andere erfordern eine Einarbeitungszeit, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.Folgende unmittelbare Beschäftigungs- und Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Ingenieur/in für Biomechanik an:Job- und Besetzungsalternativenin angrenzenden Berufen:Ingenieur/Ingenieurin für MedizintechnikIngenieur/Ingenieurin für Orthopädie- und Rehatechnikmit niedrigerem Qualifikationsniveau:Orthopädietechnikermeister/Orthopädietechnikermeisterin/Bachelor Professional im Orthopädietechniker-HandwerkStaatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Medizintechnik/Bachelor Professional in TechnikEine Aufstellung aller möglichen Verwandtschaftsstufen findet man hier:Erläuterungen zu den einzelnen Verwandtschaftsstufen
▶ Anerkennung von ausländischen Qualifikationen
Die Tätigkeit unter der Bezeichnung "Ingenieur/in" oder "Beratende/r Ingenieur/in" ist gemäß den landesrechtlichen Ingenieurkammergesetzen reglementiert.Um auf dem deutschen Arbeitsmarkt tätig zu werden, ist für Ingenieure und Ingenieurinnen mit ausländischer Berufsqualifikation grundsätzlich keine berufliche Anerkennung erforderlich. Ohne Gleichwertigkeitsbescheinigung darf jedoch nicht die Berufsbezeichnung "Ingenieur/in" oder "Beratende/r Ingenieur/in" geführt werden.Hierfür muss die Gleichwertigkeit der ausländischen Berufsqualifikationen mit dem deutschen Abschluss durch die zuständige Stelle festgestellt werden.Zuständige Stellen sind z.B. Länderingenieurkammern, Regierungspräsidien oder Bezirksregierungen. Bei der Suche nach der zuständigen Stelle für die berufliche Anerkennung helfen der Anerkennungs-Finder und die Fachstelle Beratung und Qualifizierung des IQ-Netzwerks weiter.Weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland:Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland - zentrale Informations-Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)Für Menschen aus dem Ausland - Ein Informationsangebot der Bundesagentur für ArbeitZentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für ArbeitMake it in Germany - Das Willkommensportal der Fachkräfte-Offensive für internationale Fachkräfte
▶ Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen
Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.Eingeschränkte Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Versuchsanordnungen für die messtechnische Erfassung von Bewegungsabläufen aufbauen)Eingeschränkte Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. Sensoren zur Messwerterfassung präzise positionieren)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. am Computer Konstruktionspläne erstellen)Farbsinnstörungen (z.B. farblich differenzierte Konstruktionszeichungen richtig erkennen)Fehlendes/gestörtes räumliches Sehvermögen (z.B. biomechanische Produkte korrekt konfigurieren)Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. Rückfragen von Kunden bezüglich der Materialeigenschaften und Funktionsweise von Prothesen verstehen)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.
▶ Weitere Besetzungsalternativen (Arbeitgebersicht)
Folgende weitere Besetzungsalternative bietet sich für den Beruf Ingenieur/in für Biomechanik an:Tätigkeitsfeld Verfahrens-, ProduktentwicklungIngenieur/Ingenieurin - SportGemeinsamkeiten:bei der Entwicklung von Geräten im Bereich Reha/Sport Führungsaufgaben übernehmenKonstruktionsunterlagen erstellentechnische Berechnungen durchführenmedizinische Kenntnisse anwendenHinweis: Die genannte Besetzungsalternative erfordert ggf. eine Einarbeitung, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik in Deutschland? ▼
Biomechanik-Ingenieure (Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik) in Deutschland analysieren menschliche Bewegungen eingehend und wandeln diese in Computermodelle und Simulationen um, wodurch sowohl therapeutische Maßnahmen
Ist Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.
Wie kann ich in Deutschland als Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik qualifiziert werden? ▼
Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Biomechanik.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.
Wo arbeiten Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik in Deutschland typischerweise? ▼
Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik arbeiten in erster Liniein Büroräumenin Testlabors in medizinischen Funktionsräumenin Werkstätten und Produktionshallenin BesprechungsräumenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil
Wie hoch ist das typische Gehalt für Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik in Deutschland? ▼
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Tarifbereich öffentlicher Dienst (monatlich): 4.670 € bis 6.177 €Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (monatlich): 5.066 € bis 6.439 €Quellen:Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD)Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.