Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige
Forstwirtschaftssachverständige/r
Was ist Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige?
Die Aufgaben eines Forstwirtschaftsexperten sind sehr vielfältig; neben operativen Tätigkeiten wie der Erstellung von Waldinventuren, der Planung von Aufforstungs- und Verjüngungsprojekten, der Erkennung von Waldschädlingen (Insekten, Krankheiten) und der Festlegung von Bekämpfungsmethoden, führt er/sie auch Schadensbewertungen nach Waldbränden oder Naturkatastrophen durch. Darüber hinaus übernimmt er/sie auch wirtschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Aufgaben wie die Wertermittlung beim Kauf und Verkauf von Waldflächen sowie die Planung von Waldwegen und Infrastruktur. In rechtlichen Verfahren kann er/sie als Sachverständiger/Sachverständige in forstwirtschaftlichen Fällen Gutachten abgeben. Das Arbeitsumfeld ist in der Regel im Freien.
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Agrar-, Forst- und Ernährungswiss. →Der Beruf Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Agrar-, Forst- und Ernährungswiss.:
- Nutzpflanzenwissenschaften
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Agrarwirtschaft
Bachelor · Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
Agrarwissenschaften
Bachelor · Universität Rostock
Agrarwissenschaften
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Agricultural and Horticultural Sciences - Bachelor of Science - Monobachelor
Bachelor · Institut für Kunst- und Bildgeschichte (IKB) der Humboldt-Universität zu Berlin
Agricultural Economics
Master · Universität Rostock
Detaillierte Informationen
▶ Medien
AFZ-DerWaldagrarheuteBildungsserver AgrarBundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL)Der SachverständigeForst&TechnikForstwirtschaft in Deutschlandingenieur.deOA Open AgrarSicherheitsingenieurtop agrarVDI nachrichtenWaldstrategie 2050waldwissen.net - Wald, Forstpraxis, Waldwirtschaft
▶ Trends
Smart ForestrySmart Forestry nutzt und vernetzt moderne Sensorik, Datenanalytik und Künstliche Intelligenz, um Wälder effizient zu bewirtschaften und bestehende Waldfrühwarnsysteme zu verbessern. Sensoren erfassen Umweltdaten wie Temperatur, Trockenheit oder Baumgesundheit in Echtzeit. Mittels Mobilfunk werden diese Daten weitergeleitet, gesammelt und von Fachkräften bewertet, um rasch datengestützte Entscheidungen treffen zu können. Ziel ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die Klimaanpassung, Kostenersparnis und eine schnelle Reaktion auf Risiken.
▶ Arbeitsorte
Forstwirtschaftssachverständige arbeiten meistim Freienin Büro- und BesprechungsräumenSie arbeiten ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil
▶ Kompetenzen
Kernkompetenzen, die in diesem Beruf grundsätzlich erforderlich sind:BaumkontrolleForstrechtForstschutzForstwirtschaftGutachter-, SachverständigentätigkeitPachtrechtSchadensanalyseTaxieren, Bewerten, AbschätzenWaldinventurWaldumbauWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:AgroforstsystemeArtenschutzForst-Management-SystemeForstwissenschaftenHolzkundeKlimawandelanpassungNachhaltige ForstwirtschaftNaturschutzPaludikulturPflanzenschutzSchädlingsbekämpfungWaldbrandschutz
▶ Arbeitssituation
Forstwirtschaftssachverständige gehen selbstständig, verantwortungsbewusst und systematisch vor, wenn sie z.B. Schäden an Forstkulturen untersuchen oder Überwachungsaufgaben im Rahmen von Bauprojekten übernehmen. Sie beachten die gültigen Normen und Vorschriften, über deren aktuellen Stand sie sich stets genau informieren. Wenn sie Gutachten verfassen, sind Sorgfalt und sprachliches Ausdrucksvermögen unerlässlich. Im Umgang mit Waldbesitzern, Behörden und Bauunternehmen sind Verhandlungsgeschick und ein sicheres Auftreten wichtig, ebenso Überzeugungskraft, etwa bei der Beratung zu Auswirkungen des Klimawandels.Im Büro am Computer erstellen Forstwirtschaftssachverständige Auswertungen und Gutachten oder Pläne zur Trassenregulierung. Wenn sie Schäden vor Ort begutachten, setzen sie Mess- und Navigationsgeräte sowie Werkzeuge ein. Für die Schadensbegutachtung sowie die Bauüberwachung sind sie viel im Freien unterwegs, wo sie der Witterung ausgesetzt sind.
▶ Existenzgründung
Forstwirtschaftssachverständige können sich z.B. mit einem Sachverständigen- oder Beratungsbüro selbstständig machen.
▶ Verdienst/Einkommen
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.007 € bis 6.036 €Quelle:Statistisches Taschenbuch Tarifpolitik - WSI-TarifarchivHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.
▶ Branchen im Einzelnen
Öffentliche VerwaltungWirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht, z.B. ForstämterForstwirtschaft, JagdForstwirtschaftErbringung von Dienstleistungen für Forstwirtschaft und Holzeinschlag, z.B. Sachverständigen- und BeraterbürosWirtschafts-, Berufsverbände, GewerkschaftenWirtschafts- und Arbeitgeberverbände, Berufsorganisationen, z.B. Gutachter- und SachverständigenverbändeVersicherungenRisiko- und Schadensbewertung, hier: Schadensbegutachtung und -regulierung im forstwirtschaftlichen BereichIngenieurdienstleistungenIngenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung von Ingenieurbauwerken und VerkehrsanlagenTiefbau, Straßenbau, WasserbauBau von BahnverkehrsstreckenBau von StraßenSpezialisierte Bautätigkeiten im Tiefbau
▶ Zugang zur Tätigkeit
Arbeitgebende erwarten häufig ein entsprechendes Studium, z.B. im Bereich Forstwirtschaft oder Naturschutz, sowie eine mehrjährige Berufserfahrung. Die Berufstätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger bzw. öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige ist reglementiert.
▶ Zugangsstudienfächer
Forstwissenschaft, -wirtschaft (grundständig)Forstwissenschaft, -wirtschaft (weiterführend)Landschaftsarchitektur, Freiraumplanung (grundständig)Landschaftsarchitektur, Freiraumplanung (weiterführend)Landschaftsökologie, Naturschutz (grundständig)Landschaftsökologie, Naturschutz (weiterführend)
▶ Arbeitsbereiche/Branchen
Forstwirtschaftssachverständige sind beschäftigtbei Forstämtern und -verwaltungenin Sachverständigen- und Beratungsbürosbei forstwirtschaftlichen Fachverbänden oder Organisationenbei Versicherungenin Ingenieurbüros und bauausführenden Unternehmen
▶ Sonstige Zugangsbedingungen
Eine öffentliche Bestellung und Vereidigung durch die zuständigen Stellen ist je nach Tätigkeit erforderlich. Dafür sind meist persönliche Eignung und besondere Sachkunde für das jeweilige Fachgebiet nötig. Auch ein Führungszeugnis kann erforderlich sein.
▶ Die Tätigkeit im Überblick
Forstwirtschaftssachverständige bewerten Forstflächen hinsichtlich Schäden, z.B. durch Immissionen, Wild, Schädlinge sowie Krankheiten, und erstellen Gutachten.
▶ Stellen- und Bewerberbörsen
ajb Agrarjobbörsegreenjobs.deingenieur.deingenieur1.deIngenieurcenter DeutschlandInteramt.deKarrero by top agrarproplanta Agrar-Stellenmarktservice.bund.deStellenblatt.de
▶ Verbände und Organisationen
Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V. (BDSF)Deutscher Forstverein e.V.Deutscher Gutachter und Sachverständigen Verband e.V (DGSV)Deutsche Sachverständigen Gesellschaft (DESAG)IfS Institut für Sachverständigenwesen e.V.Johann Heinrich von Thünen-InstitutVerband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (VdAW)Verband der Landwirtschaftskammern e.V.Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI)
▶ Arbeitsbedingungen im Einzelnen
Verantwortung für Sachwerte (z.B. bei der Beurteilung von Waldschäden)Verantwortung für Personen (z.B. bei der Beratung über Versicherungsrisiken)Beachtung vielfältiger Vorschriften und gesetzlicher Vorgaben (z.B. Gesetze, Gerichtsurteile oder frühere Gutachten)Kundenkontakt (z.B. Kunden/Kundinnen über die Auswirkungen des Klimawandels beraten)Arbeit im Gehen und StehenBildschirmarbeit (z.B. Gutachten erstellen)Arbeit in Büroräumen (z.B. die gesammelten Informationen sichten und bewerten)Arbeit im Freien (z.B. Waldschäden vor Ort besichtigen)Arbeit bei Kälte, Hitze, Nässe, Feuchtigkeit, Zugluft (z.B. Witterungseinflüsse bei Ortsbegehungen in Wäldern)
▶ Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel
Unterlagen, z.B.: Forst- und Jagdrecht, Natur- und Umweltschutzvorschriften, Flurkarten, Pflanz-/Aufforstungspläne, Fachliteratur, Vertragstexte, Gutachten, VersicherungskonzepteZubehör und Geräte, z.B.: Messgeräte, Werkzeuge, Navigationsgeräte, Wildkameras, DrohnenBüroausstattung und Software, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon, Geoinformationssysteme (GIS)
▶ Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Forstwirtschaftssachverständige begutachten forstwirtschaftliche Flächen und nehmen z.B. Waldbewertungen vor oder erstellen Gutachten. Sie beurteilen dabei Umfang und Ursache von Schäden, die u.a. durch Immissionen, Schädlinge oder Krankheiten auftreten können. Zudem bewerten sie auch Möglichkeiten zur Schadensbekämpfung und zur Behandlung geschädigter Bestände. Im Rahmen von (Neu-)Bauprojekten sorgen sie für die Einhaltung forstfachlicher Vorgaben, erstellen Leistungsverzeichnisse und übernehmen Prüf- und Überwachungsaufgaben. Auch baubegleitende Qualitätskontrollen führen sie durch und erarbeiten ggf. Ausgleichs- und Aufforstungsmaßnahmen. Forstwirtschaftssachverständige beraten Behörden, Bauunternehmen oder Waldbesitzende zu Themen wie Klimawandel, Waldbauplanung und Versicherungsrisiken.
▶ Weiterbildung (berufliche Anpassung)
Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Forst- und Jagdwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, Umweltrecht).
▶ Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)
Bachelorabsolventen können ihre Berufs- und Karrierechancen durch ein weiterführendes Studium ausbauen, z.B. im Studienfach Forstwissenschaft, -wirtschaft oder Landschaftsökologie, Naturschutz.Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Forstflächen begutachten und bewertenForstflächen vor Ort besichtigenGutachten erstellen, z.B. Waldwertgutachen oder Schadensgutachten, z.B. durch Immissionen, Schädlinge, Krankheiten oder BewirtschaftungsfehlerMonitoringauflagen dokumentieren, z.B. zur Wirksamkeit von WiederaufforstungenBauprojekte hinsichtlich forstfachlicher Vorgaben planen und überwachenggf. mit Genehmigungsbehörden abstimmen, neue Projekte vorstellen, Leistungsverzeichnisse erstellen, Angebote einholenAusgleichs- und Aufforstungsmaßnahmen planen, vertraglich festlegen überwachen, z.B. auf Grund von Trassenregulierungbaubegleitende Qualitätskontrollen übernehmen, Bauausführung forstfachlich prüfenBehörden, Bauunternehmen und Waldbesitzende beraten, z.B. zu Klimawandel, Waldbauplanung, Versicherungsrisikenggf. bei der Erarbeitung von Entwürfen für Gesetze, Verordnungen oder Verwaltungsanweisungen mitwirken
▶ Rechtliche Regelungen für die Tätigkeit
Regelungen für die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Forstwirtschaftssachverständigen sind bei den zuständigen Stellen erhältlich, z.B. Landwirtschaftskammern Landesämter.Für den Einsatz von Drohnen:Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) vom 29.10.2015 (BGBl. I S. 1894), zuletzt geändert durch Artikel 28 des Gesetzes vom 18.12.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 347)
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige in Deutschland? ▼
Ein Forstwirtschaftssachverständiger oder eine Forstwirtschaftssachverständige ist in Deutschland ein kompetenter Profi, der/die im Bereich Forstwirtschaft Fachgutachten und Beratung anbietet und sich mit der nachhaltigen Bewirtschaftung, Bewertung und dem Schutz von Wäldern auskennt. Dieser Beruf zielt darauf ab, Strategien für die Zukunft zu entwickeln, indem er die Gesundheit, die biologische Vielfalt und den wirtschaftlichen Wert von Waldökosystemen analysiert.
Die Aufgaben eines Forstwirtschaftsexperten sind sehr vielfältig; neben operativen Tätigkeiten wie der Erstellung von Waldinventuren, der Planung von Aufforstungs- und Verjüngungsprojekten, der Erkennung von Waldschädlingen (Insekten, Krankheiten) und der Festlegung von Bekämpfungsmethoden, führt er/sie auch Schadensbewertungen nach Waldbränden oder Naturkatastrophen durch. Darüber hinaus übernimmt er/sie auch wirtschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Aufgaben wie die Wertermittlung beim Kauf und Verkauf von Waldflächen sowie die Planung von Waldwegen und Infrastruktur. In rechtlichen Verfahren kann er/sie als Sachverständiger/Sachverständige in forstwirtschaftlichen Fällen Gutachten abgeben. Das Arbeitsumfeld ist in der Regel im Freien.
Ist Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.
Wie kann ich in Deutschland als Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige qualifiziert werden? ▼
Arbeitgebende erwarten häufig ein entsprechendes Studium, z.B. im Bereich Forstwirtschaft oder Naturschutz, sowie eine mehrjährige Berufserfahrung. Die Berufstätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger bzw. öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige ist reglementiert.
Wo arbeiten Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige in Deutschland typischerweise? ▼
Forstwirtschaftssachverständige arbeiten meistim Freienin Büro- und BesprechungsräumenSie arbeiten ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil
Wie hoch ist das typische Gehalt für Forstwirtschaftssachverständiger/Forstwirtschaftssachverständige in Deutschland? ▼
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.007 € bis 6.036 €Quelle:Statistisches Taschenbuch Tarifpolitik - WSI-TarifarchivHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.