Was ist Fachhumangenetiker/Fachhumangenetikerin?
Steckbrief
Berufstyp: Studienberuf (plus Weiterbildung) Weiterbildungsart: Weiterbildung an Hochschulinstituten bzw. Hochschulabteilungen für Humangenetik oder Medizinische Genetik oder sonstigen von der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik (GfH) als Weiterbildungsstätte zugelassenen Einrichtungen Weiterbildungsdauer: 5 Jahre
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Informatik →Der Beruf Fachhumangenetiker/Fachhumangenetikerin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Informatik:
- Economics Data Science and Policy
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Informatik
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
3D Interaction Games
Master · Merz Akademie Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart
Administrative Computer Science
Bachelor · Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung
Advanced Driver Assistance Systems
Master · Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten
Advanced Media Technology
Master · Hochschule RheinMain
Detaillierte Informationen
▶ Lernorte
Die Weiterbildung findet an Instituten bzw. in Abteilungen für Humangenetik oder Medizinische Genetik statt.Lernorte sind z.B.an Weiterbildungsstätten: Schulungs- bzw. Unterrichtsräume, Labors, Büroräumeggf. zu Hause (bei Lernveranstaltungen in digitalen Lernformen)
▶ Steckbrief
BerufstypStudienberuf (plus Weiterbildung)WeiterbildungsartWeiterbildung an Hochschulinstituten bzw. Hochschulabteilungen für Humangenetik oder Medizinische Genetik oder sonstigen von der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik (GfH) als Weiterbildungsstätte zugelassenen EinrichtungenWeiterbildungsdauer 5 JahreAufgaben und TätigkeitenFachhumangenetiker bzw. Fachhumangenetikerinnen erforschen Weitergabemechanismen von Erbkrankheiten und analysieren genetische Proben z.B. mittels molekulargenetischer und zytogenetischer Untersuchungsverfahren. Im Labor setzen sie Zellkulturen an, arbeiten Nukleinsäuren auf und analysieren Chromosomen mikroskopisch. Die Untersuchungsergebnisse bewerten sie unter Berücksichtigung der Krankheitsvorgeschichte der Patienten und Patientinnen bzw. der Belastungsfaktoren in deren Familien. So berechnen sie beispielsweise das Risiko für das Auftreten bestimmter Erkrankungen. Fachhumangenetiker bzw. Fachhumangenetikerinnen übernehmen außerdem Verwaltungs- und Organisationsaufgaben. Sie leiten z.B. ein Labor, sichern die Qualität der Analysen und verfassen Befundberichte. Arbeitsbereiche und -orteBeschäftigungsbetriebeFachhumangenetiker bzw. Fachhumangenetikerinnen finden Beschäftigungan Lehr- Forschungsinstitutenim Gesundheitswesen, z.B. in Fachklinikenin der Pharmaindustriein Dienstleistungsunternehmen für humangenetische Labore, Institute, KlinikenArbeitsorteFachhumangenetiker bzw. Fachhumangenetikerinnen arbeiten in erster Liniein Laborsin Büro- und B...
▶ Vergütung
In der Regel arbeitet man während der Weiterbildung und erhält eine Vergütung.
▶ Weiterbildungsdauer
Vollzeit: 5 Jahre
▶ Weiterbildungsaufbau
Aufbau der Weiterbildung laut Weiterbildungsordnung der Deutschen Gesellschaft für HumangenetikAngehende Fachhumangenetiker/innen müssen die Durchführung, Analyse, Interpretation und Befunderstellung von mindestens 600 Laboruntersuchungen nachweisen: labordiagnostische Untersuchungen:Molekulargenetische Diagnostik: mindestens 200 Zytogenetische Diagnostik: mindestens 150 UntersuchungenQualitätssicherungsmaßnahmen: Teilnahmen an externen Ringversuchen Bereich Molekulargenetik: mindestens 4Teilnahmen an externen Ringversuchen Bereich Zytogenetik: mindestens 2Etablierung/Validierung von Untersuchungsverfahren: mindestens 1Teilnahmen an humangenetischen Beratungen: mindestens 25Teilnahme an Fortbildungen (intern/extern): mindestens 175
▶ Weiterbildungskosten
Die Weiterbildung ist kostenfrei. Für die Abschlussprüfung fallen Prüfungsgebühren an. Ggf. entstehen Kosten, z.B. für Arbeitsmaterialien oder Fachliteratur.
▶ Weiterbildungsinhalte
Molekulargenetische Diagnostik, z.B.:molekulargenetische Technikenmolekulargenetische Untersuchungen, Auswertungen und Befunderstellung, z.B. Pränataldiagnostik, TumordiagnostikZytogenetische Diagnostik, z.B.:Grundlagen zytogenetischer, molekularzytogenetischer, Array- und sequenzierungsbasierter Methoden zum Auffinden chromosomaler Varianten Durchführung, Auswertung und Befunderstellung von Chromosomenanalysen in verschiedenen Geweben mit allen Kultivierungs- und Pr̈äparationsschritten, z.B. postnatale ZytogenetikQualitätssicherungsmaßnahmen, z.B.:Teilnahme an externen Ringversuchen (Molekulargenetik/Zytogenetik)Etablierung und Validierung von UntersuchungsverfahrenDiagnosebezogene humangenetische Beratungen unter ärztlicher Supervision, z.B.:Stammbaumerhebung über mindestens drei GenerationenSichtung von Vorbefunden, ggf. RisikoberechnungAbfassen des BeratungsgutachtensFortbildungen während der Weiterbildung, z.B. Kongresse, Tagungen, Symposien
▶ Wichtige Vorkenntnisse
Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterbildung sind vor allem vertiefte Vorkenntnisse im Bereich Genetik/Humangenetik: Bereits während des Studiums können Studierende entsprechende Wahlpflichtmodule belegen oder sich während der praktischen Phasen spezialisieren, z.B. in einem Forschungsinstitut für Humangenetik. Auch nach dem Studium ist einschlägige Praxiserfahrung von Vorteil.Folgende Erfahrungen und Kenntnisse können hilfreich sein:Einsatz von Technik, Informatik: z.B. um Zellproben unter dem Mikroskop zu untersuchen und Computerprogramme zur digitalen Bildanalyse anzuwendenWahlpflichtmodule: z.B. Laserscan-Mikroskopie, Digitale Lichtmikroskopie oder BioinformatikEthik: um ethische Fragestellungen kritisch reflektieren zu können, z.B. hinsichtlich einer möglichen missbräuchlichen Verwendung von Daten im Bereich der humangenetischen DiagnostikWahlpflichtmodul: z.B. Bioethik
▶ Weiterbildungssituation
Auf folgende Bedingungen und Anforderungen sollte man sich an Instituten bzw. in Abteilungen für Humangenetik einstellen:Praktische Arbeit (unter Anleitung von weiterbildungsbefugten Fachhumangenetikern und Fachhumangenetikerinnen oder Fachärzten und Fachärztinnen für Humangenetik): i.d.R. Ableisten vorgeschriebener praktischer Tätigkeiten während der Berufstätigkeit (z.B. Durchführen von Laboruntersuchungen)Unterweisungen: Teilnehmen an theoretischen und praktischen UnterweisungenUmgebung: Arbeiten unter besonderen HygienebedingungenKleidung: Laborkittel, Handschuhe und ggf. MundschutzAnforderungen:Verantwortungsbewusstsein (z.B. beim Abklären der Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen Erkrankung)Konzentration und Sorgfalt (z.B. bei Laboranalysen)Kommunikationsfähigkeit (z.B. für die Teilnahme an humangenetischen Beratungen)Durchhaltevermögen (z.B. bei langwierigen Versuchsreihen)Interne und externe Fortbildungsmaßnahmen (Tagungen, Symposien, Kurse)bei Präsenzveranstaltungen: Unterricht an der Bildungseinrichtung (ggf. nicht am Wohnort)bei digitalen Lernformen (z.B. virtuelles Klassenzimmer): Lernen von zuhause aus über elektronische Lernplattformen und -systeme
▶ Weiterbildungsalternativen
Folgende Weiterbildung kann eine Alternative für den Beruf Fachhumangenetiker/in sein:Bereich MedizinFacharzt/Fachärztin Fachrichtung HumangenetikGemeinsamkeit:labordiagnostische Untersuchungen im Bereich Humangenetik durchführen
▶ Entwicklung der Weiterbildung
1993:Weiterbildungsordnung zum/zur Fachhumangenetiker/in tritt in Kraft1994:Inkrafttreten der Gegenstandskataloge für die Weiterbildungsordnung zum/zur Fachhumangenetiker/in2003:Inkrafttreten der Ordnung für die Weiterbildung zum Fachhumangenetiker (GfH)/zur Fachhumangenetikerin (GfH), Außerkrafttreten der Weiterbildungsordnung von 19932009:modernisierte Ordnung für die Weiterbildung zum Fachhumangenetiker (GfH)/zur Fachhumangenetikerin (GfH)2014:neue Ordnung für die Weiterbildung zum Fachhumangenetiker (GfH)/zur Fachhumangenetikerin (GfH)2021:Inkrafttreten der modernisierten Weiterbildungsordnung zum/zur Fachhumangenetiker/in (GfH). Der Gegenstandskatalog wurde handlungsorientierter gestaltet, die Diagnostik stärker berücksichtigt und die Trennung in Haupt- und Nebenfach aufgehoben. Bereits begonnene Weiterbildungen können innerhalb der nächsten fünf Jahre nach den Bestimmungen der Weiterbildungsordnung von 2014 abgeschlossen werden.
▶ Abschluss-/Berufsbezeichnungen
AbschlussbezeichnungFachhumangenetiker (GfH)/Fachhumangenetikerin (GfH)
▶ Die Weiterbildung im Überblick
Fachhumangenetiker bzw. Fachhumangenetikerin ist eine berufliche Weiterbildung an Hochschulinstituten bzw. Hochschulabteilungen für Humangenetik oder Medizinische Genetik oder sonstigen von der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik (GfH) als Weiterbildungsstätte zugelassenen Einrichtungen. Sie dauert i.d.R. 5 Jahre. Die Weiterbildung und Abschlussprüfung sind verbandsintern geregelt.
▶ Perspektiven nach der Weiterbildung
Die passende Beschäftigung findenNach ihrer Weiterbildung arbeiten Fachhumangenetiker/innen i.d.R. an Forschungsinstituten, Hochschulen und im Gesundheitswesen.Die Beschäftigungsfähigkeit sichern Durch Anpassungsweiterbildung hält man seine Fachkenntnisse aktuell, bringt sie auf den neuesten Stand und erweitert sie. Das Themenspektrum reicht dabei von Biologie bis hin zu Humanmedizin.Beruflich weiterkommen Ein weiterführendes Masterstudium kann helfen, beruflich voranzukommen, beispielsweise im Studienfach Gesundheitswissenschaft, Public Health. Sich selbstständig machenAuch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einem eigenen Labor für Humangenetik.
▶ Rechtliche Regelungen für die Weiterbildung
Weiterbildungsordnung zum/r „Fachhumangenetiker/in (GfH)" vom 14.12.2022 (Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V., Berlin)
▶ Zugangsvoraussetzungen für die Weiterbildung
Voraussetzung für den Zugang zur Weiterbildung ist ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches Hochschulstudium (i.d.R. Master- oder Diplomabschluss) sowie eine vertragliche Anstellung bei einer von der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik (GfH) zur Weiterbildung zugelassenen Weiterbildungsstätte, die die Weiterbildung durchführt.
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Fachhumangenetiker/Fachhumangenetikerin
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Fachhumangenetiker/Fachhumangenetikerin in Deutschland? ▼
Aufgaben und TätigkeitenFachhumangenetiker bzw. Fachhumangenetikerinnen erforschen Weitergabemechanismen von Erbkrankheiten und analysieren genetische Proben z.B. mittels molekulargenetischer und zytogenetischer Untersuchungsverfahren. Im Labor setzen sie Zellkulturen an, arbeiten Nukleinsäuren auf und analysieren Chromosomen mikroskopisch. Die Untersuchungsergebnisse bewerten sie unter Berücksichtigung der Krankheitsvorgeschichte der Patienten und Patientinnen bzw. der Belastungsfaktoren in deren Familien. So berechnen sie beispielsweise das Risiko für das Auftreten bestimmter Erkrankungen. Fachhumangenetiker bzw. Fachhumangenetikerinnen übernehmen außerdem Verwaltungs- und Organisationsaufgaben. Sie leiten z.B. ein Labor, sichern die Qualität der Analysen und verfassen Befundberichte. Arbeitsbereiche und -orteBeschäftigungsbetriebeFachhumangenetiker bzw. Fachhumangenetikerinnen finden Beschäftigungan Lehr- Forschungsinstitutenim Gesundheitswesen, z.B. in Fachklinikenin der Pharmaindustriein Dienstleistungsunternehmen für humangenetische Labore, Institute, KlinikenArbeitsorteFachhumangenetiker bzw. Fachhumangenetikerinnen arbeiten in erster Liniein Laborsin Büro- und Besprechungsräumen Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobilVoraussetzungenVoraussetzung für den Zugang zur Weiterbildung ist ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches Hochschulstudium (i.d.R. Master- oder Diplomabschluss) sowie eine vertragliche Anstellung bei einer von der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik (GfH) zur Weiterbildung zugelassenen Weiterbildungsstätte, die die Weiterbildung durchführt.Inhalte der WeiterbildungMolekulargenetische Diagnostik, z.B.:molekulargenetische Technikenmolekulargenetische Untersuchungen, Auswertungen und Befunderstellung, z.B. Pränataldiagnostik, TumordiagnostikZytogenetische Diagnostik, z.B.:Grundlagen zytogenetischer, molekularzytogenetischer, Array- und sequenzierungsbasierter Methoden zum Auffinden chromosomaler Varianten Durchführung, Auswertung und Befunderstellung von Chromosomenanalysen in verschiedenen Geweben mit allen Kultivierungs- und Pr̈äparationsschritten, z.B. postnatale ZytogenetikQualitätssicherungsmaßnahmen, z.B.:Teilnahme an externen Ringversuchen (Molekulargenetik/Zytogenetik)Etablierung und Validierung von UntersuchungsverfahrenDiagnosebezogene humangenetische Beratungen unter ärztlicher Supervision, z.B.:Stammbaumerhebung über mindestens drei GenerationenSichtung von Vorbefunden, ggf. RisikoberechnungAbfassen des BeratungsgutachtensFortbildungen während der Weiterbildung, z.B. Kongresse, Tagungen, SymposienWas verdient man während der Weiterbildung?In der Regel arbeitet man während der Weiterbildung und erhält eine Vergütung.
Ist Fachhumangenetiker/Fachhumangenetikerin eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Fachhumangenetiker/Fachhumangenetikerin" einer Weiterbildung — fortgeschrittene Spezialisierung, die auf einer bestehenden Ausbildung oder einem Abschluss aufbaut (z. B. Meister, Fachwirt, zertifizierter Kurs).
Wie kann ich in Deutschland als Fachhumangenetiker/Fachhumangenetikerin qualifiziert werden? ▼
Voraussetzung für den Zugang zur Weiterbildung ist ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches Hochschulstudium (i.d.R. Master- oder Diplomabschluss) sowie eine vertragliche Anstellung bei einer von der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik (GfH) zur Weiterbildung zugelassenen Weiterbildungsstätte, die die Weiterbildung durchführt.
Wo arbeiten Fachhumangenetiker/Fachhumangenetikerin in Deutschland typischerweise? ▼
Die Weiterbildung findet an Instituten bzw. in Abteilungen für Humangenetik oder Medizinische Genetik statt.Lernorte sind z.B.an Weiterbildungsstätten: Schulungs- bzw. Unterrichtsräume, Labors, Büroräumeggf. zu Hause (bei Lernveranstaltungen in digitalen Lernformen)
Wie hoch ist das typische Gehalt für Fachhumangenetiker/Fachhumangenetikerin in Deutschland? ▼
Gehälter variieren je nach Region, Betriebsgröße und Erfahrung. Aktuelle Zahlen liefern BERUFENET oder Gehaltsportale wie gehalt.de und stepstone.de Gehaltsreport.