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Bioinformatiker/Bioinformatikerin

Bioinformatiker/in

Grundberuf Informatik KldB B 43134

Was ist Bioinformatiker/Bioinformatikerin?

Ein Bioinformatiker ist in Deutschland ein entscheidender Spezialist, der biologische Daten mithilfe informatischer Methoden analysiert, interpretiert und verwaltet. Fachkräfte in diesem Bereich entwickeln Algorithmen, entwerfen spezialisierte Software und verwalten große Datenbanken, um Gensequenzen, Proteinstrukturen, Zellprozesse und andere komplexe biologische Informationen zu verarbeiten und zu verstehen. Ihre Arbeitsumfelder umfassen typischerweise Forschungsinstitute, Universitäten, Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie Forschungsabteilungen in Krankenhäusern, wo sie mit Programmiersprachen wie Python und R sowie spezialisierter Bioinformatik-Software zu wissenschaftlichen Entdeckungen beitragen.

Um in Deutschland Bioinformatiker zu werden, ist in der Regel ein Hochschulstudium erforderlich; Bachelor- und Masterabschlüsse können in diesem Fachbereich erworben werden. Nach einem Bachelor-Abschluss in verwandten Fächern wie Bioinformatik, Informatik oder Biologie können auch Masterstudiengänge mit Schwerpunkt Bioinformatik gewählt werden. Für diesen Werdegang werden in der Regel ein ausgeprägtes Interesse und eine Begabung in Mathematik, Biologie und Informatik erwartet, zusammen mit dem Abitur.

Für türkische Studierende, die eine Karriere in der Bioinformatik in Deutschland anstreben, ist es entscheidend, dass ihre türkischen Hochschulabschlüsse in Deutschland anerkannt werden und dass sie die deutschen Sprachkenntnisse (typischerweise C1-Niveau) erfüllen. Englischkenntnisse sind zudem unerlässlich, um wissenschaftliche Publikationen zu verfolgen und in internationalen Teams zu arbeiten.

Studiengänge, die zu diesem Beruf führen

Feld Informatik →

Der Beruf Bioinformatiker/Bioinformatikerin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Informatik:

Detaillierte Informationen

Medien

Informationsangebote der Bundesagentur für ArbeitFilm Bioinformatik (grundständig)Weitere InformationsangeboteBig Data InsiderBioinformaticsBIOspektrumDev InsiderGMS Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (MIBE)Informatik AktuellInformatik-SpektrumIT-Business - Channel-Portal für IT und Cloud Computingit - Information TechnologyiX - Magazin für professionelle InformationstechnikJournal of Computational Biologykaggle.com - Your Home for Data ScienceMade in Germany. Die nationale KI-Strategie der BundesregierungPLOS Computational BiologyQuantentechnologien. Rahmenprogramm der Bundesregierung

Trends

Wachstumsmarkt IT-SicherheitDie zunehmende Vernetzung durch das Internet der Dinge (IoT), Big Data, Cloud-Computing, Onlinehandel etc. bergen für Privatpersonen und Unternehmen viele Sicherheitsrisiken. Datendiebstahl durch Phishing-Attacken, gefälschte elektronische Karten, Hackereinbrüche sowie Cyberterrorismus erfordern eine ständige Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen in Unternehmen und Behörden sowie entsprechende Schulungen der Beschäftigten. Eine dieser Maßnahmen ist die sogenannte Cyber Resilience, die eine große Rolle im Schutz der (personenbezogenen) Daten spielt. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), um Cyberangriffe zu erkennen und zu bekämpfen, spielt zudem eine immer größere Rolle in der IT-Sicherheit. Die Nachfrage nach IT-Sicherheitsexperten, die sowohl traditionelle als auch innovative Ansätze beherrschen, steigt daher stetig.

Interessen

Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um in diesem Studienberuf erfolgreich zu sein. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit angegeben. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.Interesse an theoretisch-abstrakten Tätigkeitenz.B. Analysieren von Sensordaten mithilfe künstlicher Intelligenzz.B. Entwickeln von Simulationen biologischer Prozessez.B. Untersuchen biologischer Strukturen mit Bioinformatik-SoftwareInteresse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeitenz.B. Organisieren biologischer und chemischer Informationenz.B. Pflegen von Reaktions- und StoffdatenbankenInteresse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeitenz.B. Testen von selbstentwickelten Sequenzanalyseprogrammen

Arbeitsorte

Bioinformatiker bzw. Bioinformatikerinnen arbeiten in erster Liniein Büroräumenin Rechenzentrenin Besprechungs- und Schulungsräumenin IT-LaborsDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil

Kompetenzen

Kernkompetenzen, die man während des Studiums erwirbt bzw. vertieft:AlgorithmenAngewandte InformatikBiochemieBioinformatikBiologieBioprintingBiotechnologieBioverfahrenstechnikDatenanalyseDatenbankadministration, -management, -organisationEntwicklungKI-ProgrammierassistentenModellbildung, Simulation (IT)Molekulare LandwirtschaftProgrammierenSoftwaretechnik, Software-EngineeringSystemsoftware (Entwicklung, Programmierung, Analyse)Theoretische InformatikWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:ArbeitsvorbereitungBiometrieDatenschutzDatenübernahme, DatenaufbereitungForschungInformations- und KommunikationsmanagementKI-SystemeLehrtätigkeit (Hochschule)MathematikNeuromorphic ComputingProjektmanagementStatistikSystembetreuung, Systemadministration, SystemverwaltungWissensmanagementsystemeWeitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse:Kompetenzgruppe "Betriebssysteme"Kompetenzgruppe "Datenbanken, Datenverwaltungssysteme"Kompetenzgruppe "Netzprotokolle"Kompetenzgruppe "Netzwerktechnik"Kompetenzgruppe "Netzwerkzertifizierungen"Kompetenzgruppe "Programmiersprachen, Programmbibliotheken, Entwicklungsumgebungen"

Digitalisierung

Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Es eröffnet sich für Bioinformatiker/innen ggf. die Chance, sich mit folgenden Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen:3-D-Simulation (z.B. Software für die Simulation biologischer und chemischer Prozesse bzw. zur Visualisierung mikroskopischer Strukturen oder neuronaler Netze entwickeln)Bilderkennung (z.B. Software für die Auswertung bildgebender Verfahren wie Magnetresonanztomografie, Sonografie, Angiografie oder Kernspintomografie entwickeln)Bioprinting (z.B. Entwicklung von Software für Bioprinter; Erstellung von 3-D-Modellen für zu druckende biologische Strukturen)Cognitive Computing (z.B. intelligente, selbstlernende Computersysteme entwickeln; Methoden des maschinellen Lernens anwenden)Datenanalyse (z.B. mithilfe von Data-Mining-Tools Strukturen in entschlüsselten Genomen erkennen)DevOps-Tools (z.B. DevOps-Werkzeuge bei der Entwicklung von Software zur Simulation biologisch-chemischer Prozesse bzw. zur Visualisierung mikroskopischer Strukturen anwenden)KI-basierte medizinische Diagnosesysteme (z.B. Programme entwickeln, mit denen sich eine bessere und schnellere Diagnose mithilfe von Künstlicher Intelligenz erreichen lässt)KI-gestütztes Wissensmanagement (z.B. biologische Wissensmanagementsysteme konzipieren und wissenschaftlich betreuen)KI-Programmierassistenten (z.B. geschriebenen Programmcode von KI-Software auf Fehler überprüfen lassen un...

Arbeitssituation

Bioinformatiker/innen erkennen biologische Prozesse und Strukturen und bilden diese mithilfe der Informationstechnik ab. Dabei benötigen sie analytisches Denkvermögen, arbeiten mit großer Genauigkeit und Konzentration, bei langwierigen Projekten auch mit Geduld und Ausdauer. Interdisziplinäres Denken und Teamfähigkeit ermöglichen die Zusammenarbeit mit Spezialisten aus anderen Bereichen. Im Beratungsgespräch mit Auftraggebern oder Kunden gehen sie auf deren Wünsche und Anforderungen ein, informieren über mögliche Lösungen und wägen deren Vor- und Nachteile fachkundig ab. In der freien Wirtschaft oder in öffentlichen Institutionen, aber auch wenn Forschungsmittel (Drittmittel) beschafft werden, spielen Verhandlungsgeschick und Überzeugungsfähigkeit eine große Rolle. In der Lehre an Hochschulen wenden sie zudem pädagogische sowie fachdidaktische Kenntnisse an und messen die Qualität ihrer Lehre an den Fortschritten und Rückmeldungen der Studierenden. Wenn sie an internationalen Tagungen teilnehmen oder in internationalen Projektteams mitarbeiten, ist ihre interkulturelle Kompetenz gefragt, und sie kommunizieren in Englisch oder einer anderen Fremdsprache. Führen sie als Projektleiter/in ein Team, so gehören Organisation, Planung und Personalführung zu ihren Aufgaben.Bioinformatiker/innen arbeiten im Büro, in Rechenzentren oder IT-Labors, wo sie am Computer mit informations- und kommunikationstechnischen Systemen umgehen. In Besprechungs- bzw. Unterrichtsräumen führen sie Meetin...

Existenzgründung

Bioinformatiker bzw. Bioinformatikerinnen können sich z.B. als Berater bzw. Beraterin für Unternehmen in der Biotechnologie selbstständig machen oder einen Betrieb z.B. für Computerdienstleistungen gründen bzw. übernehmen.

Verdienst/Einkommen

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.424 € bis 6.439 €Quelle:Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

Branchen im Einzelnen

PharmazieHerstellung von pharmazeutischen Grundstoffen, z.B. Forschungsabteilungen in Unternehmen der PharmaindustrieHerstellung von pharmazeutischen Spezialitäten und sonstigen pharmazeutischen Erzeugnissen, z.B. Forschungsabteilungen in Unternehmen der PharmaindustrieChemieHerstellung von chemischen Grundstoffen, Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Kunststoffen in Primärformen und synthetischem Kautschuk in Primärformen, z.B. Forschungsabteilungen in Unternehmen der ChemieindustrieSoftwareentwicklung, -bereitstellungVerlegen von sonstiger Software, insbesondere Softwarehäuser, in denen Datenverarbeitungssysteme und Programme für naturwissenschaftliche Anwendungen entwickelt und vertrieben werdenProgrammierungstätigkeiten a. n. g., insbesondere Softwareentwicklung für naturwissenschaftliche Anwendungen, z.B. Datenbanken im Bereich BioinformatikIT-DienstleistungenErbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie, insbesondere im Bereich BioinformatikNatur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaften und MedizinForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieSonstige Forschung und Entwicklung im Bereich Natur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaften und Medizin, z.B. im Bereich Medizin oder Biochemie

Zugang zur Tätigkeit

Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium in der Bioinformatik oder Informatik.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.

Zugangsstudienfächer

Bioinformatik (grundständig)Bioinformatik (weiterführend)

Arbeitsbereiche/Branchen

Bioinformatiker bzw. Bioinformatikerinnen finden Beschäftigungin Unternehmen der pharmazeutischen oder chemischen Industriebei Software- und Datenbankanbietern für naturwissenschaftliche Anwendungenbei EDV-Dienstleisternin der Forschung und Entwicklung

Tätigkeitsbezeichnungen

Bioinformatiker/inBerufsbezeichnungen in englischer SpracheBioinformatician (m/f)Bioinformatics scientist (m/f)Computer scientist (m/f) (bioinformatics)Berufsbezeichnung in französischer SpracheBioinformaticien/Bioinformaticienne

Arbeits- und Sozialverhalten

Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Studienberuf ausüben zu können.Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. Bereitschaft zur engagierten Übernahme anspruchsvoller Programmierarbeiten mit engen Fertigstellungsterminen)Durchhaltevermögen / Zielstrebigkeit (z.B. Analyse von Schwachstellen in Simulationssoftware für biochemische Prozesse; Durchführen langwieriger und umfangreicher Testläufe)Sorgfalt (z.B. fehlerfreies Auswerten von sensorischen oder optischen Daten mit Methoden der Mustererkennung und künstlicher Intelligenz)Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Entwickeln von Softwarelösungen für die Verarbeitung biologischer Daten)Lernbereitschaft (z.B. kontinuierliche Weiterbildung zu den neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Bioinformatik durch Lesen von Fachliteratur oder Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen)

Die Tätigkeit im Überblick

Bioinformatiker bzw. Bioinformatikerinnen verarbeiten Daten biologischer Prozesse mithilfe der Informationstechnologie und sind an der Schnittstelle zwischen Life Sciences (Biologie, Chemie und Pharmazie) und Informatik tätig.

Stellen- und Bewerberbörsen

Biologie.deBionity.com KarriereComputerwoche.deFachinformatiker.degoleminformatik-personal.deitjobs.rocksIT-Positionen.deIT-Trefflife-science Karriere Servicesnature careerspharmajobs.com

Verbände und Organisationen

Bundesverb. Informationswirt., Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom)CEPIS - Council of European Professional Informatics SocietiesDeutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)Deutsche Gesellschaft f. Med. Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e.V. (GFaI)IG Metall (IGM)VBIO Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V.VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS)

Arbeitsbedingungen im Einzelnen

Verantwortung für Personen (z.B. Mitarbeiter/innen anleiten und führen, Studierende unterrichten und betreuen)Verantwortung für Sachwerte (z.B. auf die effiziente Verwendung von Forschungs- und Entwicklungsbudgets achten)Kundenkontakt (z.B. Kunden- und Anwenderschulungen durchführen)Arbeit mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen (z.B. Hardwarekomponenten zusammenstellen und montieren, Untersuchungsgeräte aufbauen)Bildschirmarbeit (z.B. Umgang mit Datenbanken, Programmiersprachen, Bildverarbeitungs- und Visualisierungsprogrammen)Arbeit in Büroräumen (z.B. Forschungsprojekte planen und konzipieren)Arbeit in Unterrichts-/Schulungsräumen (z.B. Lehrveranstaltungen in Hörsälen oder Seminarräumen vor einer Gruppe durchführen)

Berufliche Einsatzmöglichkeiten

Berufliche Einsatzmöglichkeiten gegliedert nach Tätigkeitsfeldern:Informationsbeschaffung, -erschließung, -aufbereitungData-Warehouse-Analyst/Data-Warehouse-AnalystinIT-Koordination, -Organisation, -ManagementIT-Manager/IT-ManagerinIT-Organisator/IT-OrganisatorinLeiter/Leiterin der SoftwareentwicklungIT-Dispatcher/IT-DispatcherinLeiter/Leiterin der ITIT-SicherheitDatenschutzbeauftragter/DatenschutzbeauftragteIT-Sicherheitskoordinator/IT-SicherheitskoordinatorinIT-SystementwicklungDevOps EngineerSoftware-ArchitectLehrtätigkeit an HochschulenDozent/Dozentin an Hochschulen und AkademienStudiengangkoordinator/StudiengangkoordinatorinSoftwareentwicklungMobile DeveloperSoftwareentwickler/SoftwareentwicklerinWeb DeveloperVerfahrens-, ProduktentwicklungLeiter/Leiterin in der Forschung und EntwicklungWissenschaftliche ForschungForschungsreferent/ForschungsreferentinLeiter einer Forschungsgruppe/Leiterin einer ForschungsgruppeWissenschaftlicher Mitarbeiter/Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel

Unterlagen, z.B.: Datenbankkonzepte, Messdaten-Statistiken, Hard- und Softwaredokumentationen, Schulungsunterlagen, Rechtsvorschriften (z.B. Datenschutzbestimmungen)Computertechnik und Software, z.B.: Datenverarbeitungsanlagen, informations- und kommunikationstechnische Systeme, Betriebssysteme, Entwicklersoftware, Testwerkzeuge, Simulations- und VisualisierungssoftwareBüroausstattung, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Bioinformatiker und Bioinformatikerinnen entwickeln Software, um genetische Informationen aus Pflanzen, Tieren und Menschen z.B. über Genom-Entschlüsselung zu gewinnen. Die Informationen dienen z.B. dazu, mögliche Vorhersagen über biologische Phänomene treffen zu können. Sie simulieren biologische und chemische Prozesse, konzipieren Datenbanken und entwickeln Programme, die mikroskopische Strukturen oder neuronale Netze visualisieren. Ihr Fachwissen zwischen Molekularbiologie und Biotechnologie, Informatik und Computerlinguistik ist in vielen Bereichen der Forschung und Anwendung gefragt.

Weiterbildung (berufliche Anpassung)

Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Biotechnologie, Softwareentwicklung, Programmierung, IT-Projektmanagement oder Forschung und Entwicklung).

Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)

Bachelorabsolventen können ihre Berufs- und Karrierechancen durch ein weiterführendes Studium ausbauen, z.B. im Studienfach Bioinformatik oder Informatik.Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

Informationsverarbeitungaus der Forschung gewonnene Ergebnisse - von den Daten eines Gens, eines Organismus oder sogar eines ganzen Ökosystems - mithilfe der Informationstechnologie verarbeiten, i.d.R. mit Hochleistungsrechnern oder unter Einsatz von künstlicher IntelligenzAnalyseprogramme und Anwender-Software entwickeln und einsetzen Datenbankanwendungen und Datenintegration einsetzenBildverarbeitung und Visualisierungneuronale Netze modellieren, simulieren und einsetzenIT- und Datensicherheit berücksichtigenbiologische Prozesse und Strukturen mit Informationstechnologie untersuchenbiologische Daten analysierenbiologische Informationen organisierenmit Daten Vorhersagen treffenBiotechnologiebiochemische Prozesse simulierenProzesse steuernbiomedizinisches Wissen verarbeitenReaktions- und Stoffdatenbanken erstellen und pflegencomputergestützte Synthesen durchführenSensor- oder optische Daten mit Methoden der Mustererkennung und künstlicher Intelligenz auswertenRobotik zur Automatisierung von Analysen und Synthesen entwickeln und einsetzenBeratung und -schulungSchulungen für Kundschaft und Anwendende durchführenDokumentationen und Unterlagen für Anwendende erstellenWissenschaft und Lehrean Forschungsvorhaben mitwirken und Berichte verfassenLehrveranstaltungen durchführen, ggf. Prüfungen abnehmen

Weitere Jobalternativen (Bewerbersicht)

Folgende weitere Beschäftigungsalternativen bieten sich für den Beruf Bioinformatiker/in an:Tätigkeitsfeld Wissenschaftliche ForschungIngenieur/Ingenieurin für BiotechnologieGemeinsamkeit:biologische Prozesse mithilfe informationstechnischer Methoden untersuchenTätigkeitsfeld SoftwareentwicklungSystemwissenschaftler/SystemwissenschaftlerinGemeinsamkeiten:Kenntnisse aus der Softwaretechnologie einsetzenDatenbanken und Benutzeroberflächen entwickelnDaten aufbereiten und auswertenHinweis: Die genannten Jobalternativen erfordern ggf. eine längere Einarbeitung oder eine Zusatzausbildung.

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?Bioinformatiker/innen verarbeiten Daten biologischer Prozesse und Strukturen mithilfe der Informationstechnologie. Sie sind interdisziplinär an der Schnittstelle zwischen Life Sciences (Biologie, Chemie, Medizin) und Informatik tätig. Von der Entschlüsselung des Erbguts bis zur BiotechnologieZur Bioinformatik gehören neben der Analyse biologischer Daten wie Informationen zu einem Gen, einem Organismus oder sogar zu einem ganzen Ökosystem auch die Aufbereitung biologischer Informationen sowie das Treffen von Vorhersagen. Bewerkstelligt wird dies mit Datenbankanwendungen, Datenintegration, Analyseprogrammen, Bildverarbeitung und Visualisierung, der Modellbildung sowie der Simulation biologischer und chemischer Prozesse. Hierzu zählt auch der Einsatz sogenannter neuronaler Netze, das sind aus vielen untereinander vernetzten Einheiten bestehende informationsverarbeitende Systeme.Bioinformatik wird beispielsweise bei der Entschlüsselung des Erbguts eingesetzt. Die einzelnen Sequenzen der Genome liegen zunächst nur als kleine Teilabschnitte vor. Um Überlappungen dieser Sequenzen herauszufinden und den vollständigen Bauplan zusammenzusetzen, entwickeln Bioinformatiker/innen entsprechende Programme. Um zu entschlüsseln, welche Erbgutbausteine für welche Merkmale verantwortlich sind, entwickeln Bioinformatiker/innen Programme, mit denen sie weltweit in Datenbanken die Gendaten verwandter Organismen miteinander vergleichen. Sie schließen auf mögliche Funktionsweisen der G...

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung möglicher Tätigkeiten in diesem Studienberuf benötigt.Fähigkeitennumerisches (rechnerisches) Denken (z.B. Anwenden mathematischer Methoden bei der Softwareentwicklung)figural-räumliches Denken (z.B. Entwickeln von Software zur Visualisierung und 3-D-Simulation biochemischer Prozesse)Technisches Verständnis (z.B. Entwickeln von Robotik-Systemen zur Automatisierung von Screeningverfahren)Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Leiten von IT-Projekten; Planen des Mitarbeitereinsatzes)Kenntnisse und FertigkeitenRechenfertigkeiten (z.B. Berechnen der Sequenzähnlichkeit und des Editabstands)

Charakteristische körperliche Anforderungen

Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. umfangreiche Programmierarbeiten am Computer ausführen)Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. am Bildschirm mit Datenbanken, Programmiersprachen, Bildverarbeitungs- und Visualisierungsprogrammen arbeiten)Farbsehvermögen (z.B. verschiedene Farbcodierungen von Molekülstrukturen zuordnen und erkennen)Räumliches Sehvermögen (z.B. dreidimensionale Strukturen am Bildschirm oder in VR-Brillen erkennen)Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. Rückfragen von Anwendern, Kunden oder Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verstehen)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.

Unmittelbare Job- und Besetzungsalternativen

Im Folgenden werden Berufe oder Tätigkeiten genannt, die Ähnlichkeiten zum Ausgangsberuf aufweisen. Diese Berufe stellen für Bewerber, die in ihrem erlernten Beruf keine freie Stelle finden, eine mögliche Alternative dar. Darüber hinaus können Arbeitgeber Fachkräfte dieser Berufe als Alternativen für die Besetzung einer Arbeitsstelle im Ausgangsberuf in Betracht ziehen.Manche Alternativberufe umfassen nur Teiltätigkeiten des Ausgangsberufs, andere erfordern eine Einarbeitungszeit, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.Folgende unmittelbare Beschäftigungs- und Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Bioinformatiker/in an:Job- und Besetzungsalternativenfür die Gesamttätigkeit (i.d.R. kurze Einarbeitung):Informatiker/Informatikerinfür Teiltätigkeiten und berufliche Einsatzmöglichkeiten (mit/ohne Einarbeitung):Leiter/Leiterin der ITLeiter/Leiterin der SoftwareentwicklungSoftware-ArchitectSoftwareentwickler/Softwareentwicklerinin angrenzenden Berufen:Informatiker/Informatikerin (Weiterbildung)Eine Aufstellung aller möglichen Verwandtschaftsstufen findet man hier:Erläuterungen zu den einzelnen Verwandtschaftsstufen

Anerkennung von ausländischen Qualifikationen

Die Tätigkeit als Bioinformatiker/in ist nicht reglementiert.Um mit einem im Ausland erworbenen Abschluss in diesem Beruf zu arbeiten, ist keine berufliche Anerkennung notwendig. Jedoch besteht die Möglichkeit, für ausländische Hochschulabschlüsse eine individuelle Zeugnisbewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) zu beantragen. Diese kann für Bewerbungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt hilfreich sein.Weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland:Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland - zentrale Informations-Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)Für Menschen aus dem Ausland - Ein Informationsangebot der Bundesagentur für ArbeitZentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für ArbeitMake it in Germany - Das Willkommensportal der Fachkräfte-Offensive für internationale Fachkräfte

Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen

Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.Eingeschränkte Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. umfangreiche Programmierarbeiten am Computer ausführen)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. am Bildschirm mit Datenbanken, Programmiersprachen, Bildverarbeitungs- und Visualisierungsprogrammen arbeiten)Farbsinnstörungen (z.B. verschiedene Farbcodierungen von Molekülstrukturen zuordnen und erkennen)Fehlendes/gestörtes räumliches Sehvermögen (z.B. dreidimensionale Strukturen am Bildschirm oder in VR-Brillen erkennen)Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. Rückfragen von Anwendern, Kunden oder Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verstehen)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.

Weitere Besetzungsalternativen (Arbeitgebersicht)

Folgende weitere Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Bioinformatiker/in an:Tätigkeitsfeld Wissenschaftliche ForschungIngenieur/Ingenieurin für BiotechnologieGemeinsamkeit:biologische Prozesse mithilfe informationstechnischer Methoden untersuchenTätigkeitsfeld SoftwareentwicklungSystemwissenschaftler/SystemwissenschaftlerinGemeinsamkeiten:Kenntnisse aus der Softwaretechnologie einsetzenDatenbanken und Benutzeroberflächen entwickelnDaten aufbereiten und auswertenHinweis: Die genannten Besetzungsalternativen erfordern ggf. eine Einarbeitung, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.

Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit

Häufig gestellte Fragen zu Bioinformatiker/Bioinformatikerin

Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer

Was macht ein Bioinformatiker/Bioinformatikerin in Deutschland?

Ein Bioinformatiker ist in Deutschland ein entscheidender Spezialist, der biologische Daten mithilfe informatischer Methoden analysiert, interpretiert und verwaltet. Fachkräfte in diesem Bereich entwickeln Algorithmen, entwerfen spezialisierte Software und verwalten große Datenbanken, um Gensequenzen, Proteinstrukturen, Zellprozesse und andere komplexe biologische Informationen zu verarbeiten und zu verstehen. Ihre Arbeitsumfelder umfassen typischerweise Forschungsinstitute, Universitäten, Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie Forschungsabteilungen in Krankenhäusern, wo sie mit Programmiersprachen wie Python und R sowie spezialisierter Bioinformatik-Software zu wissenschaftlichen Entdeckungen beitragen.

Um in Deutschland Bioinformatiker zu werden, ist in der Regel ein Hochschulstudium erforderlich; Bachelor- und Masterabschlüsse können in diesem Fachbereich erworben werden. Nach einem Bachelor-Abschluss in verwandten Fächern wie Bioinformatik, Informatik oder Biologie können auch Masterstudiengänge mit Schwerpunkt Bioinformatik gewählt werden. Für diesen Werdegang werden in der Regel ein ausgeprägtes Interesse und eine Begabung in Mathematik, Biologie und Informatik erwartet, zusammen mit dem Abitur.

Für türkische Studierende, die eine Karriere in der Bioinformatik in Deutschland anstreben, ist es entscheidend, dass ihre türkischen Hochschulabschlüsse in Deutschland anerkannt werden und dass sie die deutschen Sprachkenntnisse (typischerweise C1-Niveau) erfüllen. Englischkenntnisse sind zudem unerlässlich, um wissenschaftliche Publikationen zu verfolgen und in internationalen Teams zu arbeiten.

Ist Bioinformatiker/Bioinformatikerin eine Ausbildung oder ein Studienberuf?

In Deutschland folgt "Bioinformatiker/Bioinformatikerin" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.

Wie kann ich in Deutschland als Bioinformatiker/Bioinformatikerin qualifiziert werden?

Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium in der Bioinformatik oder Informatik.Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.

Wo arbeiten Bioinformatiker/Bioinformatikerin in Deutschland typischerweise?

Bioinformatiker bzw. Bioinformatikerinnen arbeiten in erster Liniein Büroräumenin Rechenzentrenin Besprechungs- und Schulungsräumenin IT-LaborsDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil

Wie hoch ist das typische Gehalt für Bioinformatiker/Bioinformatikerin in Deutschland?

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.424 € bis 6.439 €Quelle:Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

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