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Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin

Sprechwissenschaftler/in

Grundberuf Kunst, Kunstwissenschaft KldB B 91184

Was ist Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin?

Sprechwissenschaftler/innen sind in Deutschland Experten, die Sprach-, Hör- und Verstehensprozesse aus rhetorischer, künstlerischer und phonetischer Perspektive untersuchen, die Sprech- und Kommunikationskompetenzen von Individuen entwickeln und Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen behandeln. Diese Fachleute umfassen alle Aspekte der verbalen Kommunikation.

Studiengänge, die zu diesem Beruf führen

Feld Kunst, Kunstwissenschaft →

Der Beruf Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Kunst, Kunstwissenschaft:

Detaillierte Informationen

Medien

DGSS @ktuellForschung SpracheGehirn & GeistPraxis SpracheRhetorikmagazin - Online-Fachmagazin für Rede, Vortrag und PräsentationSeminars in Speech and LanguageSprache - Stimme - GehörSprachwissenschaftZfAL Zeitschrift für Angewandte Linguistik

Trends

Big Data in der WissenschaftForschende in verschiedenen Fachbereichen können durch Big Data große Datensätze auswerten. Sie können z.B. in der medizinischen Forschung Risikofaktoren für Krankheiten identifizieren oder komplexe Interaktionen zwischen Proteinen in Medikamenten aufdecken. Auf der Grundlage umfangreicher Datenanalysen treffen sie dann fundierte Entscheidungen. So ermöglicht es Big Data, bei der Erforschung neuer Technologien effizienter zu arbeiten, bessere Produkte zu entwickeln und wettbewerbsfähig zu bleiben. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen müssen sich mit dieser Methodik auseinandersetzen, um relevante Informationen herausfiltern und auswerten zu können.

Interessen

Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um in diesem Studienberuf erfolgreich zu sein. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit angegeben. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.Interesse an sozial-beratenden Tätigkeitenz.B. Durchführen von Stimm-, Sprech- und Kommunikationstrainingsz.B. Anleiten von Schauspielern und Schauspielerinnen bei sprechkünstlerischer Übungenz.B. Beraten zu Stimmstörungen und deren ProphylaxeInteresse an theoretisch-abstrakten Tätigkeitenz.B. Analysieren von Kommunikationsprozessen, Stimm-, Sprech- und Sprachstörungenz.B. Konzipieren von Sprachlehrwerken

Arbeitsorte

Sprechwissenschaftler und Sprechwissenschaftlerinnen arbeiten in erster Liniein Schulungs- und Unterrichtsräumenin Büroräumenin Seminarräumen sowie HörsälenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil

Kompetenzen

Kernkompetenzen, die man während des Studiums erwirbt bzw. vertieft:Atem-, Stimm- und SprechgestaltungPhonetikRhetorikSprecherziehungStimmbildungWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:CoachingDeutsch als Fremdsprache unterrichtenDidaktikErziehungswissenschaft, PädagogikForschungGesangHals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (Pflege, Assistenz)Lehrtätigkeit (Hochschule)LinguistikLogopädie, SprachtherapieMethodikPsychologieTheater, SchauspielUnterricht, Schulung (außerschulischer Bereich)Weitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse:Kompetenzgruppe "Personengruppen"

Digitalisierung

Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Es eröffnet sich für Sprechwissenschaftler/innen ggf. die Chance, sich mit folgenden Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen:Digitale Tafel (z.B. Trainings mithilfe einer digitalen Tafel durchführen)Dokumentenmanagementsysteme - DMS (z.B. Manuskripte, Texterzeugnisse und Forschungsergebnisse digital verwalten)Lernplattformen und -Apps (z.B. Sprechtraining oder Sprachunterricht über digitale Plattformen anbieten)

Arbeitssituation

Sprechwissenschaftler/innen setzen ihre analytischen und pädagogischen Fähigkeiten ein, um Klienten in Stimm- und Sprechbildung, Kommunikation und Rhetorik zu trainieren. Hierfür benötigen sie neben einer physiologischen Stimme und einem guten Gehör Ausdrucks-, Kommunikations-, Einfühlungsvermögen und Motivationsfähigkeit. Wirken sie an der Ausbildung von Schauspielern und Schauspielerinnen, Sängern und Sängerinnen mit, sind ein Sinn für Ästhetik und Kenntnisse im Bereich der ästhetischen Kommunikation unabdingbar. Bei Untersuchungen, Behandlungen und Dokumentationsaufgaben ist eine sorgfältige und konzentrierte Arbeitsweise erforderlich. Das sprecherzieherische Schulen von Klienten und therapeutische Arbeit setzen zudem ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein voraus. Sind sie in der Lehre an Berufsfachschulen oder Hochschulen tätig, wenden sie zudem aktuelle pädagogische sowie fachdidaktische Kenntnisse an und messen die Qualität ihrer Lehre an den Fortschritten und Rückmeldungen ihrer Studierenden.Sprechwissenschaftler/innen setzen Mess-, Prüf-, Aufnahme- und Wiedergabegeräte ein und sind meist in Übungs- bzw. Schulungsräumen tätig. Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben erledigen sie im Büro am Computer. Ihre Forschungsergebnisse präsentieren sie mit Flipchart oder Beamer. In Unterrichtsräumen und Hörsälen halten sie Seminare und Vorlesungen ab.

Existenzgründung

Sprechwissenschaftler und Sprechwissenschaftlerinnen können z.B. als Dozent und Dozentin oder Rhetorikcoach freiberuflich arbeiten.

Verdienst/Einkommen

Aufgrund des großen beruflichen Spektrums sind keine repräsentativen Angaben möglich.

Branchen im Einzelnen

Sonstige Dienstleistungen für Unternehmen und PrivathaushalteErbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen a. n. g., z.B. selbstständige Kommunikations- und Sprechtrainer/innenBerufsbildende SchulenPostsekundärer, nicht tertiärer Unterricht in Schulen des Gesundheitswesens, z.B. Berufsfachschulen für LogopädiePostsekundärer, nicht tertiärer Unterricht in Schulen des Sozialwesens, z.B. Berufsfachschulen für SozialpädagogikHochschulen, Fachhochschulen, Berufs-, FachakademienUniversitäten, auch Kunst- und MusikhochschulenFachhochschulen, Duale Hochschulen, VerwaltungsfachhochschulenEinrichtungen des tertiären Bildungsbereichs a. n. g., z.B. Berufsakademien, Schauspielschulen, Musik-, MusicalschulenKunst, Kultur, MuseenSpielstätten für Schauspiel und MusiktheaterTheater-, Wort- und LiteraturveranstalterErbringung von sonstigen Dienstleistungen für kunstschaffende Tätigkeiten und darstellende KünsteHörfunk, Fernsehen, sonstige MedienverbreitungHörfunkveranstalter und Verbreitung von Audioinhalten, z.B. Schulung der Sprecher/innen und Moderatoren bzw. ModeratorinnenFernsehveranstalter und Verbreitung von Videoinhalten, z.B. Schulung der Sprecher/innen und Moderatoren bzw. Moderatorinnen

Zugang zur Tätigkeit

Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Rhetorik, Sprechwissenschaft oder ein Zusatzstudium, eine Ausbildung bzw. eine bestandene Prüfung als Sprecherzieher bzw. Sprecherzieherin. Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.

Zugangsstudienfächer

Rhetorik, Sprechwissenschaft (grundständig)Rhetorik, Sprechwissenschaft (weiterführend)

Arbeitsbereiche/Branchen

Sprechwissenschaftler und Sprechwissenschaftlerinnen finden Beschäftigung z.B.in Organisationen, z. B. in Personalentwicklungsbereichen wie Leadership, Talent-Management, Change-Managementan beruflichen Schulen und Aus- und Weiterbildungsinstituten, z.B. für Logopädiean Hochschulen sowie Instituten für Sprechwissenschaft und Phonetikan Schauspiel-, Musik- und Musicalschulenbei Rundfunk- und Fernsehanstaltenbei Schauspielhäusernbei staatlichen, öffentlich-rechtlichen und freien Bildungsträgern bzw. in privaten Kulturbetrieben

Arbeits- und Sozialverhalten

Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Studienberuf ausüben zu können.Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. Bereitschaft, mit besonders schwierigen oder anspruchsvollen Klienten und Patienten engagiert zu arbeiten)Durchhaltevermögen / Zielstrebigkeit (z.B. Erproben verschiedener Coaching- oder Therapiemöglichkeiten beim Ausbleiben von Fortschritten)Sorgfalt (z.B. genaues Analysieren von Kommunikationsprozessen)Verantwortungsbewusstsein und -bereitschaft (z.B. Verantwortung für den Coaching- und Behandlungserfolg)Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Konzipieren und Durchführen von Stimm-, Sprech- und Kommunikationstrainings)Verschwiegenheit (z.B. Stillschweigen bewahren über Klienten- und Patientendaten)Psychische Stabilität (z.B. zugewandtes Verhalten und gleichzeitige professionelle Distanz beim Umgang mit kranken, beeinträchtigten Menschen)Kommunikationsfähigkeit (z.B. verständliches Informieren und Beraten von Angehörigen sprechintensiver Berufe zu stimmschonender Atmung und Aussprache)Kontaktbereitschaft (z.B. rasches und unkompliziertes Aufbauen, Vertiefen und Halten von Kontakten zu Klienten und Patienten)Beherrschtheit / Selbstkontrolle (z.B. Ruhe bewahren au...

Die Tätigkeit im Überblick

Sprechwissenschaftler und Sprechwissenschaftlerinnen erforschen Sprech-, Hör- und Verstehensprozessen bspw. unter rhetorischen, künstlerischen und phonetischen Aspekten. Sie untersuchen, coachen oder beraten Personen in Bezug auf ihre Sprech- und Kommunikationsfähigkeit und behandeln Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen.

Stellen- und Bewerberbörsen

BMJ CareersDBS SprachtherapeutenFédération Hospitalière de Francehospital-jobs.chkliniken.deMedische Vacaturebanksozialeberufe.deStaffSanté.fr

Verbände und Organisationen

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V.Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung e.V. (DGSS)Deutschen Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie e.V. (dbs)Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl)Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (ISAAC)ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Arbeitsbedingungen im Einzelnen

Verantwortung für Personen (z.B. sorgfältiges Vorgehen bei Kommunikationstrainings und Behandlungen)Umgang mit kranken und verletzten Menschen (Kontakt zu Menschen mit Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen)Umgang mit Menschen mit Behinderungen (Kontakt zu Menschen mit Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen)gefühlsmäßig belastende Situationen und Tätigkeiten (mit kranken und verletzten Menschen zusammenarbeiten)Bildschirmarbeit (z.B. Tätigkeiten dokumentieren oder planen; Beiträge für wissenschaftliche Publikationen verfassen)Arbeit in Unterrichts-/Schulungsräumen (z.B. Kommunikationstrainings und Rhetorikkurse abhalten)Arbeit in Büroräumen (z.B. Dokumentations- und Verwaltungstätigkeiten durchführen)

Berufliche Einsatzmöglichkeiten

Berufliche Einsatzmöglichkeiten gegliedert nach Tätigkeitsfeldern:ErwachsenenbildungBildungsreferent/BildungsreferentinLehrer/Dozent/Lehrerin/Dozentin in der ErwachsenenbildungLehrtätigkeit an HochschulenDozent/Dozentin an Hochschulen und AkademienStudiengangkoordinator/StudiengangkoordinatorinNichtärztliche Behandlung, TherapieKlinischer Linguist/Klinische LinguistinSprachtherapeut/SprachtherapeutinWissenschaftliche ForschungForschungsreferent/ForschungsreferentinLeiter einer Forschungsgruppe/Leiterin einer ForschungsgruppeWissenschaftlicher Mitarbeiter/Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel

Geräte und Zubehör, z.B.: Mess- und Prüfgeräte, Aufnahme- und Wiedergabegeräte, anatomische Modelle des SprechapparatsUnterlagen, z.B.: Schulungsunterlagen, Sprechtexte, literarische Werke, Lehrpläne, LehrbücherPräsentationsmittel und Software, z.B.: Beamer, Flipchart, Software zur Ermittlung des StimmumfangsprofilsBüroausstattung, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Sprechwissenschaftler und Sprechwissenschaftlerinnen befassen sich in Lehre, Forschung und Wissenschaft mit allen Aspekten der mündlichen Kommunikation, insbesondere mit Sprech-, Hör- und Verstehensprozessen. Als Sprecherzieher und Sprecherzieherinnen schulen sie bspw. Menschen im richtigen Gebrauch der Stimme und in der Sprechgestaltung. Sie unterweisen zudem Lehrer und Lehrerinnen, Mediensprecher und Mediensprecherinnen oder Bühnendarsteller und Bühnendarstellerinnen im korrekten Einsatz von Stimme und Sprechwerkzeugen, in der klaren Artikulation und im künstlerischen Sprechen.In der wissenschaftlichen Forschung befassen sie sich bspw. mit anatomischen, physikalischen und psychologischen Faktoren z.B. von Sprechweisen und Sprechstörungen und veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse. An Hochschulen unterrichten sie Studierende, bereiten Vorlesungen und Seminare vor, korrigieren schriftliche Arbeiten und nehmen Prüfungen ab. Eigenständige wissenschaftliche Tätigkeiten erfordern i.d.R. ein abgeschlossenes Masterstudium und eine Promotion.

Weiterbildung (berufliche Anpassung)

Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Logopädie, Rhetorik, Stimm- und Sprachtraining, Moderation, Psychologie).

Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)

Bachelorabsolventen können ihre Berufs- und Karrierechancen durch ein weiterführendes Studium ausbauen, z.B. im Studienfach Rhetorik, Sprechwissenschaft oder Logopädie, Sprachtherapie.Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

Menschen im Gebrauch der Stimme und in Sprechgestaltung anleiten Stimm- und Sprechstörungen analysieren und bearbeitenFragestellungen der mündlichen Kommunikation erforschenStimmbildung und KommunikationstrainingStimm-, Sprech- und Kommunikationstrainings für sprechintensive Berufe bzw. Maßnahmen zur Sprechbildung und Sprecherziehung durchführen Atmung, Stimmgebung und Aussprache von Mediensprechern und -sprecherinnen, Lehrern und Lehrerinnen u.a. entwickelnbei der Ausbildung von Sängern/Sängerinnen und Schauspielern/Schauspielerinnen mitwirkenAus- und Weiterbildung, PublizierenRhetorikkurse und Workshops leitenin Vortragskunst, Verhandlungsgesprächen, Moderation oder Mediation unterweisenAussprachetrainings leiten, z.B. im Bereich Deutsch als FremdspracheSprachlehrwerke konzipierenBeiträge für Fachzeitschriften, Rundfunk, Fernsehen oder Online-Medien verfassen, z.B. zum Thema RhetorikForschung und LehreStörungen der Sprech- und Hörprozesse behandelntheoretische und praktische Fachkenntnisse erarbeiten und vermitteln, Lehrveranstaltungen abhaltenin der sprechwissenschaftlichen Forschung mitwirken, je nach Schwerpunkt z.B. in Sprecherziehung, Phonetik oder Rhetorik Studierende betreuen, Prüfungen abnehmen

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?Sprechwissenschaftler/innen befassen sich mit Sprech-, Hör- und Verstehensprozessen, z.B. unter rhetorischen, künstlerischen, phonetischen und wissenschaftlichen Aspekten. Sie untersuchen, coachen oder beraten Personen in Bezug auf ihre Sprech- und Kommunikationsfähigkeit und behandeln Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen.Stimmbildung und SprecherziehungFür Personen, die beruflich viel sprechen müssen, wie Lehrer/innen, Geistliche, Rundfunk-, Fernsehsprecher/innen, Podcaster/innen oder Politiker/innen, bieten Sprecherzieher/innen Stimm-, Sprech- und Kommunikationstraining an. Ziel der Sprecherziehung ist es, Atmung, Stimmgebung und Aussprache so zu entwickeln, dass die "Berufssprecher/innen" in stimmlicher Hinsicht den Anforderungen und Belastungen gewachsen sind und Schädigungen bzw. Funktionsbeeinträchtigungen der Sprechorgane vermieden werden. Schauspieler/innen oder Sänger/innen unterrichten Sprecherzieher/innen darüber hinaus in sprechkünstlerischer Kommunikation.Aus- und WeiterbildungIm Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen vermitteln sie Fähigkeiten in rhetorischer Kommunikation unter anderem an Führungskräfte oder Politiker/innen. Sie schulen die Teilnehmer/innen z.B. im Führen von Verhandlungsgesprächen oder im Halten von Vorträgen. Wenn sie Unterricht in Deutsch als Fremdsprache geben, können sie den Lernenden beispielsweise erklären, wie sie die Laute des Deutschen am besten bilden und mit welcher Intonation ein Fragesatz endet. In der Ausbildung des...

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung möglicher Tätigkeiten in diesem Studienberuf benötigt.Fähigkeitenverbales (sprachliches) Denken (z.B. Führen, Auswerten und Interpretieren von Rede- und Gesprächssituationen)Beobachtungsgenauigkeit (z.B. Erkennen von Störungen der Sprech- und Hörprozesse)Merkfähigkeit (z.B. Gedächtnis für Personen, notwendige Behandlungsschritte und Rezitationsprozesse)Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Planen und Organisieren von Rhetorikkursen)Pädagogisches Geschick (z.B. Motivieren zur Teilnahme an Übungen, Anleiten bei der Übungsausführung)Kenntnisse und FertigkeitenVerständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Verstehen von Rückfragen oder fragmentarischen Äußerungen von Patienten/Patientinnen)Mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. Durchführen von Kommunikationstrainings; Aufklären über Stimmstörungen und deren Prophylaxe)Schriftliches Ausdrucksvermögen und Rechtschreibsicherheit (z.B. Verfassen von Texten zum Thema Rhetorik)

Charakteristische körperliche Anforderungen

Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.Ungestörtes Sprechvermögen (z.B. Stimm-, Sprech- und Kommunikationstrainings abhalten)Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. am Computerbildschirm Schulungsunterlagen erstellen)Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. funktionelles Hören; Rückfragen von Klienten oder Studierenden verstehen)(Intaktes) Belastbares Nervensystem (z.B. mit gefühlsmäßig belastenden Situationen und Tätigkeiten umgehen)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.

Unmittelbare Job- und Besetzungsalternativen

Im Folgenden werden Berufe oder Tätigkeiten genannt, die Ähnlichkeiten zum Ausgangsberuf aufweisen. Diese Berufe stellen für Bewerber, die in ihrem erlernten Beruf keine freie Stelle finden, eine mögliche Alternative dar. Darüber hinaus können Arbeitgeber Fachkräfte dieser Berufe als Alternativen für die Besetzung einer Arbeitsstelle im Ausgangsberuf in Betracht ziehen.Manche Alternativberufe umfassen nur Teiltätigkeiten des Ausgangsberufs, andere erfordern eine Einarbeitungszeit, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.Folgende unmittelbare Beschäftigungs- und Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Sprechwissenschaftler/in an:Job- und Besetzungsalternativenfür Teiltätigkeiten und berufliche Einsatzmöglichkeiten (mit/ohne Einarbeitung):Phonetiker/PhonetikerinSprachtherapeut/Sprachtherapeutinin angrenzenden Berufen:Klinischer Linguist/Klinische LinguistinEine Aufstellung aller möglichen Verwandtschaftsstufen findet man hier:Erläuterungen zu den einzelnen Verwandtschaftsstufen

Anerkennung von ausländischen Qualifikationen

Die Tätigkeit als Sprechwissenschaftler/in ist nicht reglementiert.Um mit einem im Ausland erworbenen Abschluss in diesem Beruf zu arbeiten, ist keine berufliche Anerkennung notwendig. Jedoch besteht die Möglichkeit, für ausländische Hochschulabschlüsse eine individuelle Zeugnisbewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) zu beantragen. Diese kann für Bewerbungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt hilfreich sein.Weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland:Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland - zentrale Informations-Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)Für Menschen aus dem Ausland - Ein Informationsangebot der Bundesagentur für ArbeitZentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für ArbeitMake it in Germany - Das Willkommensportal der Fachkräfte-Offensive für internationale Fachkräfte

Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen

Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.Sprachstörung, Sprachfehler (z.B. Stimm-, Sprech- und Kommunikationstrainings abhalten)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. am Computerbildschirm Schulungsunterlagen erstellen)Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. funktionelles Hören; Rückfragen von Klienten oder Studierenden verstehen)Schwere vegetative oder nervliche Erkrankungen (z.B. mit gefühlsmäßig belastenden Situationen und Tätigkeiten umgehen)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.

Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit

Häufig gestellte Fragen zu Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin

Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer

Was macht ein Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin in Deutschland?

Sprechwissenschaftler/innen sind in Deutschland Experten, die Sprach-, Hör- und Verstehensprozesse aus rhetorischer, künstlerischer und phonetischer Perspektive untersuchen, die Sprech- und Kommunikationskompetenzen von Individuen entwickeln und Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen behandeln. Diese Fachleute umfassen alle Aspekte der verbalen Kommunikation.

Ist Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin eine Ausbildung oder ein Studienberuf?

In Deutschland folgt "Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.

Wie kann ich in Deutschland als Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin qualifiziert werden?

Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Rhetorik, Sprechwissenschaft oder ein Zusatzstudium, eine Ausbildung bzw. eine bestandene Prüfung als Sprecherzieher bzw. Sprecherzieherin. Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben erfordern meist ein Masterstudium. Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen häufig eine Promotion oder Habilitation voraus.

Wo arbeiten Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin in Deutschland typischerweise?

Sprechwissenschaftler und Sprechwissenschaftlerinnen arbeiten in erster Liniein Schulungs- und Unterrichtsräumenin Büroräumenin Seminarräumen sowie HörsälenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil

Wie hoch ist das typische Gehalt für Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin in Deutschland?

Aufgrund des großen beruflichen Spektrums sind keine repräsentativen Angaben möglich.

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