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Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin

Spezialtiefbauer/in

Ausbildung Ingenieurwissenschaften KldB B 32202

Was ist Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin?

Was macht man in diesem Beruf?Spezialtiefbauer/innen erstellen besonders tragfähige oder komplizierte Fundamente für Großbauwerke wie Brücken oder Hochhäuser. Mittels Bohrungen entnehmen sie Bodenproben, untersuchen diese auf ihre Zusammensetzung und planen die weitere Arbeit entsprechend den Ergebnissen. Sie bohren und montieren Verankerungssysteme, die der Tragfähigkeit des Bodens angepasst wurden, und errichten darauf die Fundamente. Wenn in tieferen Baugruben oder beim Bau von Brückenfundamenten Grundwasser in die Baugrube eindringt, sorgen sie für die Entwässerung.Sie sichern bestehende Gebäude gegen Absenkung, indem sie sogenannte Unterfangungen einbringen, die das Gebäude abstützen. Hänge sichern sie gegen Verrutschen, indem sie Bohrungen voranbringen und anschließend Beton in die Bohrlöcher pressen. Im Tunnelbau graben sich Spezialtiefbauer/innen mit Tunnelbaumaschinen in das Innere von Bergen. Auch der Brunnenbau zur Gewinnung von Grundwasser kann ein Einsatzgebiet sein.Wo arbeitet man?Beschäftigungsbetriebe:Spezialtiefbauer/innen finden Beschäftigungbei Bauunternehmen im Tiefbau sowie im Brücken- und Tunnelbaubei kommunalen BauämternArbeitsorte:Spezialtiefbauer/innen arbeiten in erster Linie im Freien auf Baustellen.Welcher Schulabschluss wird erwartet?Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis haben Auszubildende folgende Bildungsabschlüsse:Ausbildungsanfänger/innen 2024Ausbildungsanfänger/innen 2024 (in %)Hauptschulabschluss* [36.0%]36mittlerer Bildungsabschluss [46.0%]46Hochschulreife [18.0%]18*je nach Bundesland auch (Einfache)Berufsbildungsreife, Berufsreife,Erfolgreicher Abschluss der Mittelschule,Erster (allgemeinbildender) SchulabschlussWorauf kommt es an?Anforderungen:Handwerkliches Geschick (z.B. beim Instandhalten von Geräten und Maschinen für den Spezialtiefbau)Auge-Hand-Koordination (z.B. beim Schweißen von Stahlgeflechten)Sorgfalt und Umsicht (z.B. beim genauen Prüfen von Bodenproben bzw. beim Ausheben von Baugruben)Schulfächer:Werken/Technik (z.B. für die Arbeit mit Werkzeugen und Maschinen; technisches Zeichnen)Mathematik (z.B. für das Berechnen des Baustoffbedarfs)Physik (z.B. für das Verständnis der Wirkung von Kräften und Hebelarten)Chemie (z.B. für das Herstellen von Materialmischungen)Was verdient man in der Ausbildung?Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:1. Ausbildungsjahr: 1.122 €2. Ausbildungsjahr: 1.351 €3. Ausbildungsjahr: 1.610 €

Steckbrief

Berufstyp: Anerkannter AusbildungsberufAusbildungsartDuale Ausbildung in der Industrie (geregelt durch Ausbildungsverordnung) Ausbildungsdauer: 3 Jahre LernorteAusbildungsbetrieb und Berufsschule (duale Ausbildung)

Studiengänge, die zu diesem Beruf führen

Feld Ingenieurwissenschaften →

Der Beruf Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Ingenieurwissenschaften:

Detaillierte Informationen

▶ Lernorte

Spezialtiefbauer/innen werden im dualen System ausgebildet.Lernorte sindAusbildungsbetrieb (i.d.R. Bauunternehmen im Tief-, Brücken- und Tunnelbau): BaustellenBerufsschule: UnterrichtsräumeDaneben sind Teile der Ausbildung in überbetrieblichen Ausbildungsstätten zu absolvieren.Hinweis: Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:für die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein in Bad Zwischenahn (Niedersachsen):Berufsbildende Schulen AmmerlandQuelle: Übersicht länderübergreifender Fachklassen (Stand: 27.03.2025)

▶ Aktuelles

Ausbildung in der Bauwirtschaft wird modernisiertDie Ausbildung in den 19 anerkannten Ausbildungsberufen der Bauwirtschaft wird modernisiert und sowohl inhaltlich als auch strukturell angepasst. Der technische Fortschritt sowie insbesondere die gestiegenen Anforderungen des Umwelt- und Verbraucherschutzes, z.B. in Bezug auf Energieeinsparung und Vermeidung von CO2-Emissionen, machen eine Neuordnung der Ausbildung erforderlich. Sowohl beim Neubau als auch beim Bauen im Bestand haben sich die Anforderungen an die Berufe im Baugewerbe verändert: Beispielsweise werden Gebäude immer smarter und technische Anlagen, Werkzeuge und Maschinen sind immer mehr vernetzt. Die Auswirkungen neuer Technologien und Verfahren sowie der Digitalisierung auf die Tätigkeiten in der Bauwirtschaft werden in der neuen Ausbildungsordnung ebenso berücksichtigt wie das Thema Nachhaltigkeit. Aktuelle Rechtsgrundlage für alle 19 Bauberufe ist die "Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft". Künftig werden die Berufe im Hochbau, im Ausbau und im Tiefbau in drei Verordnungen geregelt. Die modernisierte Ausbildungsordnung tritt am 01.08.2026 in Kraft.

▶ Steckbrief

BerufstypAnerkannter AusbildungsberufAusbildungsartDuale Ausbildung in der Industrie (geregelt durch Ausbildungsverordnung)Ausbildungsdauer 3 Jahre LernorteAusbildungsbetrieb und Berufsschule (duale Ausbildung)Was macht man in diesem Beruf?Spezialtiefbauer/innen erstellen besonders tragfähige oder komplizierte Fundamente für Großbauwerke wie Brücken oder Hochhäuser. Mittels Bohrungen entnehmen sie Bodenproben, untersuchen diese auf ihre Zusammensetzung und planen die weitere Arbeit entsprechend den Ergebnissen. Sie bohren und montieren Verankerungssysteme, die der Tragfähigkeit des Bodens angepasst wurden, und errichten darauf die Fundamente. Wenn in tieferen Baugruben oder beim Bau von Brückenfundamenten Grundwasser in die Baugrube eindringt, sorgen sie für die Entwässerung.Sie sichern bestehende Gebäude gegen Absenkung, indem sie sogenannte Unterfangungen einbringen, die das Gebäude abstützen. Hänge sichern sie gegen Verrutschen, indem sie Bohrungen voranbringen und anschließend Beton in die Bohrlöcher pressen. Im Tunnelbau graben sich Spezialtiefbauer/innen mit Tunnelbaumaschinen in das Innere von Bergen. Auch der Brunnenbau zur Gewinnung von Grundwasser kann ein Einsatzgebiet sein.Wo arbeitet man?Beschäftigungsbetriebe:Spezialtiefbauer/innen finden Beschäftigungbei Bauunternehmen im Tiefbau sowie im Brücken- und Tunnelbaubei kommunalen BauämternArbeitsorte:Spezialtiefbauer/innen arbeiten in erster Linie im Freien auf Baustellen.Welcher Schulabschluss wird erwartet?Rechtli...

▶ BERUF AKTUELL

BerufsbezeichnungSpezialtiefbauer/inBerufstypAnerkannter AusbildungsberufAusbildungsdauer3 JahreWas macht man in diesem Beruf?Spezialtiefbauer/innen erstellen besonders tragfähige oder komplizierte Fundamente für Großbauwerke wie Brücken oder Hochhäuser. Mittels Bohrungen entnehmen sie Bodenproben, untersuchen diese auf ihre Zusammensetzung und planen die weitere Arbeit entsprechend den Ergebnissen. Sie bohren und montieren Verankerungssysteme, die der Tragfähigkeit des Bodens angepasst wurden, und errichten darauf die Fundamente. Wenn in tieferen Baugruben oder beim Bau von Brückenfundamenten Grundwasser in die Baugrube eindringt, sorgen sie für die Entwässerung.Sie sichern bestehende Gebäude gegen Absenkung, indem sie sogenannte Unterfangungen einbringen, die das Gebäude abstützen. Hänge sichern sie gegen Verrutschen, indem sie Bohrungen voranbringen und anschließend Beton in die Bohrlöcher pressen. Im Tunnelbau graben sich Spezialtiefbauer/innen mit Tunnelbaumaschinen in das Innere von Bergen. Auch der Brunnenbau zur Gewinnung von Grundwasser kann ein Einsatzgebiet sein.Wo arbeitet man?Spezialtiefbauer/innen finden Beschäftigungbei Bauunternehmen im Tiefbau sowie im Brücken- und Tunnelbaubei kommunalen BauämternWeitereBerufe im Tiefbau

▶ Ausbildungsdauer

3 Jahre

▶ Ausbildungsaufbau

Die Ausbildung wird parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule durchgeführt. Der Berufsschulunterricht findet an bestimmten Wochentagen oder in Blockform statt.Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan und dem Rahmenlehrplan1. Ausbildungsjahr:Ausbildung im Betrieb und in überbetrieblichen Lehrgängen: Auftragsübernahme, Leistungserfassung, Arbeitsplan und ArbeitsablaufErrichten, Sichern und Räumen von BaustellenPrüfen, Lagern und Auswählen von Bau- und BauhilfsstoffenLesen und Anwenden von Zeichnungen; Anfertigen von SkizzenDurchführen von MessungenBearbeiten von Holz und Herstellen von HolzverbindungenHerstellen von Bauteilen aus Beton und Stahlbeton sowie Baukörpern aus SteinenHerstellen von Baugruben und Gräben, Verkehrswegen, Verbauen und WasserhaltungEinbauen und Anschließen von Ver- und EntsorgungssystemenAusbildung in der Berufsschule in den Lernfeldern: Einrichten einer BaustelleErschließen und Gründen eines BauwerkesMauern eines einschaligen BaukörpersHerstellen einer HolzkonstruktionHerstellen eines StahlbetonbauteilesBeschichten und Bekleiden eines BauteilesZwischenprüfung am Ende des 1. Ausbildungsjahres2. Ausbildungsjahr:Ausbildung im Betrieb und in überbetrieblichen Lehrgängen: Vertiefen der Kenntnisse aus dem 1. Ausbildungsjahrqualitätssichernde Maßnahmen und BerichtswesenAusbildung in der Berufsschule in den Lernfeldern: Erkunden des BaugrundesEinbauen einer RohrleitungAbteufen einer BohrungWarten und Instandhalten von BohrgerätenHerstellen einer Grundwa...

▶ Ausbildungskosten

Für die Durchführung der Ausbildung werden keine Kosten erhoben. Der ausbildende Betrieb stellt die für den betrieblichen Teil der Ausbildung benötigten Ausbildungsmittel zur Verfügung und bezahlt die Prüfungsgebühren.Soweit nicht anders geregelt, müssen die Auszubildenden die Kosten der Lernmittel für den Unterricht in der Berufsschule und für Berufskleidung selber tragen. Zudem können Kosten entstehen, wenn Ausbildungsstätten vom Wohnort entfernt sind.FörderungsmöglichkeitenIn bestimmten Lebenssituationen können die Auszubildenden Berufsausbildungsbeihilfe erhalten.Weitere Informationen:Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

▶ Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb lernen die Auszubildenden beispielsweise:wie Baugruben, Gräben und Schalungen hergestellt werdenwie Bauteile aus Beton und Stahlbeton hergestellt werdenwas beim Lesen und Anfertigen von Zeichnungen, Skizzen und Verlegeplänen berücksichtigt werden mussdas Herstellen von Baugruben und Gräben sowie den Verbau und die Wasserhaltungwas beim Herstellen und dem Ausbau von Bohrungen zu berücksichtigen istwas beim Einrichten, Sichern und Räumen von Baustellen zu beachten istder Einbau und das Anschließen von Ver- und Entsorgungssystemenwie Auftragsübernahme, Leistungserfassung und das Aufstellen von Arbeitsplänen und Ablaufplänen gehandhabt werdenwie Injektionsarbeiten durchgeführt werdenwas beim Prüfen, Lagern und Auswählen von Bau- und Bauhilfsstoffen zu beachten istDarüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Kenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten während der Ausbildung, Organisation des Ausbildungsbetriebs und Umweltschutz vermittelt.In der Berufsschule erwirbt man weitere Kenntnisse:in berufsspezifischen Lernfeldern (z.B. Durchführen von Baugrundverbesserungen, Beheben von Umweltschäden)in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde

▶ Ausbildungssituation

Auf folgende Bedingungen und Anforderungen sollte man sich einstellen:Im BetriebPraktische Mitarbeit (unter Anleitung): Baumaterialien transportieren, Baugruben ausheben, Bohranlagen und Motorrammen bedienenUmgebung: Witterungseinflüsse im Freien, wechselnde Baustellen, Baulärm, StaubKleidung: Schutzkleidung (z.B. Helm, Handschuhe, Sicherheitsschuhe, Schweißerschutzkleidung)Anforderungen:Handwerkliches Geschick (z.B. beim Instandhalten von Geräten und Maschinen für den Spezialtiefbau)Auge-Hand-Koordination (z.B. beim Schweißen von Stahlgeflechten)Sorgfalt und Umsicht (z.B. beim genauen Prüfen von Bodenproben bzw. beim Ausheben von Baugruben)An der BerufsschuleUnterricht an einem oder zwei Tagen pro Woche oder als Blockunterricht

▶ Ausbildung im Ausland

Auszubildende können Teile der Ausbildung im Ausland absolvieren, z.B.:Verschiedene europäische LänderAuslandspraktikum im Rahmen der Zusatzqualifikation "Europaassistent/in"Dauer: mindestens 3 WochenZugangsvoraussetzung: mittlerer Bildungsabschluss Weitere Informationen zur Zusatzqualifikation Europaassistent/in

▶ Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung für eine duale Ausbildung wird vom Ausbildungsbetrieb gezahlt und richtet sich bei tarifgebundenen Betrieben nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Auszubildenden ist eine angemessene Vergütung zu gewähren. Findet die Ausbildung in schulischer Form statt (z.B. an einer Berufsfachschule oder im 1. Ausbildungsjahr als Berufsgrundbildungsjahr BGJ), wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt.Beispiel Baugewerbe neue Bundesländer - ohne Berlin (monatlich brutto):1. Ausbildungsjahr: 1.122 €2. Ausbildungsjahr: 1.351 €3. Ausbildungsjahr: 1.610 €Beispiel Baugewerbe alte Bundesländer - ohne Berlin (monatlich brutto):1. Ausbildungsjahr: 1.122 €2. Ausbildungsjahr: 1.351 €3. Ausbildungsjahr: 1.610 €Beispiel Baugewerbe Berlin (monatlich brutto):1. Ausbildungsjahr: 1.122 €2. Ausbildungsjahr: 1.351 €3. Ausbildungsjahr: 1.610 €Quellen:Tarifinformationen des Bundes und der Länder (z.B. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, WSI-Tarifarchiv, Tarifarchive der Bundesländer)Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

▶ Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:Werken/Technik:Wer Kenntnisse im technischen Werken mitbringt, ist bei der Arbeit mit verschiedenen Werkzeugen und Maschinen im Vorteil. Erfahrungen im Technischen Zeichnen erleichtern das Anfertigen von Skizzen und Zeichnungen.Mathematik:Angehende Spezialtiefbauer/innen müssen in der Ausbildung beispielsweise Baustoffbedarfsberechnungen durchführen. Das Beherrschen der Grundrechenarten ist daher unbedingt erforderlich.Physik:Kenntnisse physikalischer Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge erleichtern das Verständnis der Wirkung von Kräften und Hebelarten.Chemie: Für das Herstellen von Materialmischungen sind Kenntnisse der Chemie in der Ausbildung von Vorteil.

▶ Zusatzqualifikationen

Die Zusatzqualifikation "Europaassistent/in" richtet sich an Auszubildende mit mindestens einem mittleren Bildungsabschluss. Sie erweitert die Erstausbildung um interkulturelle Kompetenzen und bietet den Auszubildenden die Möglichkeit, Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern. Dazu besuchen die Auszubildenden zusätzlichen Berufsschulunterricht, z.B. im Europäischen Waren- und Wirtschaftsrecht, und absolvieren ein mehrwöchiges Praktikum im Ausland. Die zuständige Kammer erteilt weitere Informationen, z.B.:Europaassistent/in

▶ Ausbildungsalternativen

Folgende Ausbildungsalternativen bieten sich für den Beruf Spezialtiefbauer/in an:Bereich TiefbauBaugeräteführer/BaugeräteführerinBrunnenbauer/BrunnenbauerinKanalbauer/KanalbauerinKanalbauer/Kanalbauerin für InfrastrukturtechnikStraßenbauer/StraßenbauerinWasserbauer/WasserbauerinGemeinsamkeit:Tiefbauarbeiten ausführen

▶ Entwicklung der Ausbildung

1999:Neuordnung der Berufsausbildung in der Bauwirtschaft nach dem Berufsbildungsgesetz tritt in KraftAnerkennung des Berufs Spezialtiefbauer/in2020:Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und der Handwerksordnung (HWO): z.B. Einführung einer Mindestausbildungsvergütung; Erweiterung der Möglichkeit, Ausbildungen in Teilzeit zu absolvieren. Verbessert wird auch die Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Bildung. So können Ausbildungsordnungen vorsehen, dass Auszubildende bei nicht bestandener Abschluss- bzw. Gesellenprüfung in einem Beruf, der auf einem zweijährigen Ausbildungsberuf aufbaut, den Abschluss der zweijährigen Ausbildung erwerben. 2024:Inkrafttreten des Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetzes mit Anpassungen im Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HWO): u.a. gesetzliche Verankerung der Möglichkeit des digitalen mobilen Ausbildens; Einführung eines Feststellungs- und Bescheinigungsverfahrens (Berufsvalidierung) der individuellen beruflichen Handlungsfähigkeit am Maßstab eines anerkannten Ausbildungsberufs unabhängig von einem formalen Berufsausbildungsabschluss.

▶ Die Ausbildung im Überblick

Spezialtiefbauer/in ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf in der Industrie.

▶ Abschluss-/Berufsbezeichnungen

AbschlussbezeichnungSpezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin

▶ Perspektiven nach der Ausbildung

Mit Zusatzqualifikationen Chancen verbessernEine gute Startposition können sich angehende Spezialtiefbauer/innen verschaffen, indem sie bereits während ihrer Ausbildung Zusatzqualifikationen erwerben, z.B. im Bereich Europäisches Waren- und Wirtschaftsrecht durch die Zusatzqualifikation "Europaassistent/in".Die passende Beschäftigung finden Nach ihrer Ausbildung arbeiten Spezialtiefbauer/innen im Tiefbau sowie im Brücken- und Tunnelbau.Die Beschäftigungsfähigkeit sichern Durch Anpassungsweiterbildung kann man seine Fachkenntnisse aktuell halten, auf den neuesten Stand bringen und erweitern. Das Themenspektrum reicht dabei von Tiefbau bis hin zu Vermessungstechnik.Beruflich weiterkommenEine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Naheliegend ist es, die Prüfung als Polier/in im Bereich Tiefbau abzulegen. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Bauingenieurwesen erwerben.

▶ Schulische Vorbildung in der Praxis

Im Jahr 2024 gab es 33 Ausbildungsanfänger bzw. -anfängerinnen. 46 Prozent verfügten über einen mittleren Bildungsabschluss, 36 Prozent besaßen einen Hauptschulabschluss. 18 Prozent verfügten über die Hochschulreife. Ausbildungsanfänger/innen 2024Ausbildungsanfänger/innen 2024 (in %)Hauptschulabschluss* [36.0%]36mittlerer Bildungsabschluss [46.0%]46Hochschulreife [18.0%]18*je nach Bundesland auch (Einfache)Berufsbildungsreife, Berufsreife,Erfolgreicher Abschluss der Mittelschule,Erster (allgemeinbildender) SchulabschlussQuelle:Die Angaben orientieren sich an den Informationen des Datensystems Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

▶ Rechtliche Regelungen für die Ausbildung

Rechtsvorschriften und Empfehlungen zur AusbildungVerordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV) vom 02.06.1999 (BGBl. I S. 1102), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 20.02.2009 (BGBl. I S. 399)Rahmenlehrplan für die Ausbildungsberufe in der Bauwirtschaft (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 05.02.1999)

▶ Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

▶ Anrechnungs- und Fortsetzungsmöglichkeiten

Eine abgeschlossene Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter/zur Tiefbaufacharbeiterin, z.B. mit dem Schwerpunkt Brunnen- und Spezialtiefbauarbeiten, kann auf die Ausbildung zum Spezialtiefbauer/zur Spezialtiefbauerin angerechnet werden.

Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit

Häufig gestellte Fragen zu Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin

Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer

Was macht ein Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin in Deutschland? ▼

Was macht man in diesem Beruf?Spezialtiefbauer/innen erstellen besonders tragfähige oder komplizierte Fundamente für Großbauwerke wie Brücken oder Hochhäuser. Mittels Bohrungen entnehmen sie Bodenproben, untersuchen diese auf ihre Zusammensetzung und planen die weitere Arbeit entsprechend den Ergebnissen. Sie bohren und montieren Verankerungssysteme, die der Tragfähigkeit des Bodens angepasst wurden, und errichten darauf die Fundamente. Wenn in tieferen Baugruben oder beim Bau von Brückenfundamenten Grundwasser in die Baugrube eindringt, sorgen sie für die Entwässerung.Sie sichern bestehende Gebäude gegen Absenkung, indem sie sogenannte Unterfangungen einbringen, die das Gebäude abstützen. Hänge sichern sie gegen Verrutschen, indem sie Bohrungen voranbringen und anschließend Beton in die Bohrlöcher pressen. Im Tunnelbau graben sich Spezialtiefbauer/innen mit Tunnelbaumaschinen in das Innere von Bergen. Auch der Brunnenbau zur Gewinnung von Grundwasser kann ein Einsatzgebiet sein.Wo arbeitet man?Beschäftigungsbetriebe:Spezialtiefbauer/innen finden Beschäftigungbei Bauunternehmen im Tiefbau sowie im Brücken- und Tunnelbaubei kommunalen BauämternArbeitsorte:Spezialtiefbauer/innen arbeiten in erster Linie im Freien auf Baustellen.Welcher Schulabschluss wird erwartet?Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis haben Auszubildende folgende Bildungsabschlüsse:Ausbildungsanfänger/innen 2024Ausbildungsanfänger/innen 2024 (in %)Hauptschulabschluss* [36.0%]36mittlerer Bildungsabschluss [46.0%]46Hochschulreife [18.0%]18*je nach Bundesland auch (Einfache)Berufsbildungsreife, Berufsreife,Erfolgreicher Abschluss der Mittelschule,Erster (allgemeinbildender) SchulabschlussWorauf kommt es an?Anforderungen:Handwerkliches Geschick (z.B. beim Instandhalten von Geräten und Maschinen für den Spezialtiefbau)Auge-Hand-Koordination (z.B. beim Schweißen von Stahlgeflechten)Sorgfalt und Umsicht (z.B. beim genauen Prüfen von Bodenproben bzw. beim Ausheben von Baugruben)Schulfächer:Werken/Technik (z.B. für die Arbeit mit Werkzeugen und Maschinen; technisches Zeichnen)Mathematik (z.B. für das Berechnen des Baustoffbedarfs)Physik (z.B. für das Verständnis der Wirkung von Kräften und Hebelarten)Chemie (z.B. für das Herstellen von Materialmischungen)Was verdient man in der Ausbildung?Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:1. Ausbildungsjahr: 1.122 €2. Ausbildungsjahr: 1.351 €3. Ausbildungsjahr: 1.610 €

Ist Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼

In Deutschland folgt "Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin" einer 3-jährigen dualen Ausbildung — Kombination aus Berufsschule und bezahlter betrieblicher Ausbildung. Kein Hochschulabschluss erforderlich.

Wie kann ich in Deutschland als Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin qualifiziert werden? ▼

In Deutschland folgt "Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin" einer 3-jährigen dualen Ausbildung — Kombination aus Berufsschule und bezahlter betrieblicher Ausbildung. Kein Hochschulabschluss erforderlich. Ausländische Bewerber sollten vor der Bewerbung außerdem die Anerkennung des Abschlusses über anabin.kmk.org prüfen.

Wo arbeiten Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin in Deutschland typischerweise? ▼

Spezialtiefbauer/innen werden im dualen System ausgebildet.Lernorte sindAusbildungsbetrieb (i.d.R. Bauunternehmen im Tief-, Brücken- und Tunnelbau): BaustellenBerufsschule: UnterrichtsräumeDaneben sind Teile der Ausbildung in überbetrieblichen Ausbildungsstätten zu absolvieren.Hinweis: Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:für die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein in Bad Zwischenahn (Niedersachsen):Berufsbildende Schulen AmmerlandQuelle: Übersicht länderübergreifender Fachklassen (Stand: 27.03.2025)

Wie hoch ist das typische Gehalt für Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin in Deutschland? ▼

Gehälter variieren je nach Region, Betriebsgröße und Erfahrung. Aktuelle Zahlen liefern BERUFENET oder Gehaltsportale wie gehalt.de und stepstone.de Gehaltsreport.

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