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Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin

Klebfachingenieur/in

Grundberuf Ingenieurwissenschaften KldB B 22184

Was ist Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin?

In Deutschland spielen Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung, Konstruktion und Prüfung von Klebprozessen und Klebverbindungen, die in verschiedenen Industrien eingesetzt werden.

Studiengänge, die zu diesem Beruf führen

Feld Ingenieurwissenschaften →

Der Beruf Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Ingenieurwissenschaften:

Detaillierte Informationen

Medien

adhäsion KLEBEN & DICHTENGAK - Gummi Fasern KunststoffeIndustrieanzeigeringenieur.deVDI nachrichten

Trends

Nachhaltigkeit in der chemischen und pharmazeutischen IndustrieImmer mehr Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie befassen sich mit den Themen Nachhaltigkeit und ökologisches Stoffstrommanagement. Ziel ist die Entlastung von Menschen und Umwelt durch Chemikalien. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus der Chemiewelt betrachtet: Rohstoffe, Chemikalien, Produkte und Abfall. Betriebe arbeiten z.B. an sicheren Lösungs- und Hilfsmitteln oder neuen Recyclingmethoden. Die Energieerzeugung aus Biomasse und der Einsatz natürlich abbaubarer Materialien sind ebenfalls relevant. Für Fach- und Führungskräfte erfordert diese Entwicklung ein hohes Maß an Innovations- und Weiterbildungsbereitschaft.Smarte Technologien für das Labor 4.0Bei Laboranalysen entstehen immer mehr und immer komplexere Daten, die ausgewertet und gespeichert werden müssen. Daher werden im Labor der Zukunft Geräte und Prozesse vernetzt und über Informations-Managementsysteme geregelt. Sensoren und Kameras könnten etwa Laborprozesse steuern, smarte Oberflächen analysieren und messen oder Probleme erkennen. Aufgrund der zu erwartenden Veränderungen in ihren Arbeitsgebieten sollten sich Fach- und Führungskräfte mit den Entwicklungen auseinandersetzen.

Arbeitsorte

Klebfachingenieure und -ingenieurinnen arbeiten meistin Büroräumenin Werk- und Produktionshallenin LaborsSie arbeiten ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil

Kompetenzen

Kernkompetenzen, die in diesem Beruf grundsätzlich erforderlich sind:ArbeitsvorbereitungBetriebsmitteleinsatz planenEntwicklungFertigungstechnikKalkulationKlebenKlebstoffchemieKlebstoffe, LeimeKonstruktionWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:Anwendungstechnik, AnwendungsberatungBetriebswirtschaftslehreCIM-Systeme anwendenComputer-Aided Manufacturing - CAMElektrotechnikFertigungs-, AuftragssteuerungForschungGlasklebenKeramikKunststofftechnikOberflächentechnikPersonalplanungProduktmanagementProjektmanagementQualitätsmanagementWerkstofftechnik

Arbeitssituation

Klebfachingenieure und -ingenieurinnen führen Fach- und Führungsaufgaben in der Entwicklung, Planung und Durchführung von Klebeprozessen aus. Das Führen und Motivieren von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen erfordert Führungsqualitäten. Verantwortungsbewusst achten Klebfachingenieure und -ingenieurinnen auf die Einhaltung der Bestimmungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Umgang mit gesundheitsschädlichen Klebstoffen. Bei komplexen Aufgaben arbeiten sie mit anderen Ingenieuren/Ingenieurinnen, mit Technikern/Technikerinnen und Meistern/Meisterinnen zusammen. Dies erfordert Teamfähigkeit und Durchsetzungsvermögen. Im Büro planen sie am Computer Klebeprozesse oder erstellen Arbeitsrichtlinien. Klebstoffe analysieren sie im Labor. In den Werkhallen kontrollieren sie die Klebevorgänge und prüfen das Ergebnis. Dort sind sie Schmutz, Staub und teils unangenehmen Klebstoffgerüchen ausgesetzt. Bei Bedarf tragen sie Schutzkleidung. In Großbetrieben, vor allem im Bereich Produktion, kann Schichtarbeit anfallen.

Existenzgründung

Klebfachingenieure und -ingenieurinnen können sich z.B. als Beratender Ingenieur bzw. Beratende Ingenieurin selbstständig machen.

Verdienst/Einkommen

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.767 €Quelle:Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

Branchen im Einzelnen

Maschinenbau, WerkzeugbauHerstellung von allen anderen Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige a. n. g.Metallbearbeitung, Metallbau, SchweißenStahl- und LeichtmetallbauKraftfahrzeugeHerstellung von Karosserien, Aufbauten und AnhängernHerstellung von sonstigen Teilen und sonstigem Zubehör für Kraftwagen, z.B. KraftwagenmotorenSchiffe, BooteBoots- und YachtbauLuft-, RaumfahrzeugeLuft- und RaumfahrzeugbauKunststoff, Kautschuk, VulkanisationHerstellung von sonstigen Kunststoffwaren a. n. g., hier: Verklebung einzelner KomponentenChemieHerstellung von KlebstoffenHerstellung von sonstigen chemischen Erzeugnissen a. n. g., z.B. GelatineKeramikHerstellung von keramischen Haushaltswaren und Ziergegenständen, z.B. aus PorzellanGlasHerstellung, Veredlung und Bearbeitung von sonstigem Glas einschließlich technischen GlaswarenNatur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaften und MedizinSonstige Forschung und Entwicklung im Bereich Natur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaften und Medizin, hier: Forschung und Entwicklung im Bereich Klebstoffe

Zugang zur Tätigkeit

Arbeitgebende erwarten häufig ein abgeschlossenes Studium im Chemieingenieurwesen oder in der Kunststofftechnik.

Zugangsstudienfächer

Chemieingenieurwesen (grundständig)Chemieingenieurwesen (weiterführend)Kunststofftechnik (grundständig)Kunststofftechnik (weiterführend)

Arbeitsbereiche/Branchen

Klebfachingenieure und -ingenieurinnen sind beschäftigtin Unternehmen des Fahrzeug- und Maschinenbausbei Herstellenden von Klebstoffenin der Glas- und Keramikindustrie

Tätigkeitsbezeichnungen

Klebfachingenieur/inAuch übliche Berufsbezeichnung/SynonymEuropean Adhesive Engineer (EAE) (m/f)

Sonstige Zugangsbedingungen

Hinweis zu Berufsbezeichnungen:Die Bezeichnung "Ingenieur" bzw. "Ingenieurin" ist geschützt. Der gesetzlich geschützte Titel "Beratender Ingenieur" bzw. "Beratende Ingenieurin" setzt Folgendes voraus:mehrjährige FachpraxisMitgliedschaft in einer LänderingenieurkammerEintragung in die dortige Liste der Beratenden Ingenieure und Ingenieurinnen

Die Tätigkeit im Überblick

Klebfachingenieure und -ingenieurinnen entwickeln und erproben Klebeprozesse und -verbindungen.

Stellen- und Bewerberbörsen

BIngK Bundesingenieurkammerget in (Engineering)glassglobalingenieur.deingenieur1.deIngenieurcenter DeutschlandingenieurwebJustEngineersNet

Verbände und Organisationen

Bundesingenieurkammer (BIngK) Bundesgemeinschaft der Ingenieure e.V.Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)DVS - Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V.Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV)IG Metall (IGM)Industrieverband Klebstoffe e.V.Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI)

Arbeitsbedingungen im Einzelnen

Verantwortung für Personen (z.B. Mitarbeiter/innen motivieren und führen)Bildschirmarbeit (z.B. Erstellung von Arbeitsrichtlinien)Arbeit mit technischen Geräten, Maschinen und AnlagenTragen von Schutzkleidung, -ausrüstung (bei Umgang mit gesundheitsschädlichen Substanzen ggf. Atemschutz und Schutzhandschuhe tragen)Arbeit in Werkstätten, Werk-/Produktionshallen (in Werkstätten und Fertigungshallen)Umgang mit ChemikalienArbeit in Büroräumen (Klebeprozesse planen)Arbeit im Labor (in der Forschung und Entwicklung)Arbeit unter Geruchseinfluss (teils unangenehme Klebstoffgerüche)Arbeit bei Rauch, Staub, Gasen, Dämpfen (z.B. Lösungsmitteldämpfe)unregelmäßige Arbeitszeiten (in Großbetrieben, vor allem im Bereich Produktion: je nach Auftragslage Wochenend- und Feiertags- bzw. Wechselschichtarbeit)

Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel

Werk- und Hilfsstoffe, z.B.: Metall, Kunststoff, Glas, Keramik, Ein- und Mehrkomponenten-Klebstoffe, Grundierungen, PrimerAnlagen, z.B.: Heiß- und KaltklebeanlagenUnterlagen, z.B.: Arbeitsprozesspläne, Arbeitsrichtlinien, Reparaturanweisungen, Prüfrichtlinien, Arbeits- und GesundheitsschutzvorschriftenBüroausstattung, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Klebfachingenieure und -ingenieurinnen entwickeln, planen und führen Klebeprozesse durch. Sie sorgen dafür, dass sich der Klebeprozess nahtlos in den Produktionsablauf einfügt. Dazu beschäftigen sie sich mit dem Verbinden von Werkstoffen wie Metall, Kunststoff, Glas und Keramik. Sie integrieren dabei gezielt andere Funktionen, z.B. Kraftübertragungen oder elektrische Leitfähigkeit. Dementsprechend wählen sie die passenden Klebstoffe und Fügetechniken aus und erarbeiten die Prozessabläufe. Außerdem überwachen und kontrollieren sie den Klebeprozess, prüfen das Ergebnis und leiten Mitarbeitende an.

Weiterbildung (berufliche Anpassung)

Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Klebtechniken, Forschung und Entwicklung, Werkstofftechnik, Fertigungstechnik).Darüber hinaus kann sich der Trend, vernetzte Systeme und Technologien für das Labor 4.0 einzusetzen, zu einem wichtigen Weiterbildungsthema für Klebfachingenieure und -ingenieurinnen entwickeln.

Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)

Weitere Berufs- und Karrierechancen eröffnen sich durch ein weiterführendesStudium (z.B. im Studienfach Kunststofftechnik oder Werkstoffwissenschaft, -technik).Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

Klebeprozesse entwickeln und in den Produktionsablauf integrierenKlebstoffe und Klebeverfahren analysieren und für den Auftrag auswählenUnterlagen für die Produktion erstellen, z.B. Arbeitsanweisungen und StücklistenPrüfverfahren für die Qualitätssicherung von Klebeprozessen erarbeiten und die Qualität von Klebeverbindungen überwachen und dokumentierenklebetechnische Reparaturanweisungen erarbeitenProzessabläufe in der Fügetechnik kontrollieren und optimierenMitarbeitende anleiten und führen

Rechtliche Regelungen für die Tätigkeit

Ingenieurrecht der einzelnen Bundesländer Die Länderregelungen orientieren sich am Musteringenieur(kammer)gesetz (Stand: 18.11.2003, beschlossen von der Wirtschaftsministerkonferenz am 10./11.12.2003), geändert durch Beschluss der Wirtschaftsministerkonferenz vom 26./27.06.2018Gleichwertigkeit ausländischer BerufsqualifikationenRichtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen vom 30.09.2005 (ABl. EU L 255, S. 22), zuletzt geändert durch Delegierten Beschluss (EU) 2025/2187 vom 30.07.2025 (ABl. EU L 2187, S. 1)

Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit

Häufig gestellte Fragen zu Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin

Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer

Was macht ein Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin in Deutschland?

In Deutschland spielen Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung, Konstruktion und Prüfung von Klebprozessen und Klebverbindungen, die in verschiedenen Industrien eingesetzt werden.

Ist Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin eine Ausbildung oder ein Studienberuf?

In Deutschland folgt "Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.

Wie kann ich in Deutschland als Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin qualifiziert werden?

Arbeitgebende erwarten häufig ein abgeschlossenes Studium im Chemieingenieurwesen oder in der Kunststofftechnik.

Wo arbeiten Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin in Deutschland typischerweise?

Klebfachingenieure und -ingenieurinnen arbeiten meistin Büroräumenin Werk- und Produktionshallenin LaborsSie arbeiten ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil

Wie hoch ist das typische Gehalt für Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin in Deutschland?

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): 5.767 €Quelle:Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und SozialesHinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

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